Die Pokémon-Editionen ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ im exklusiven Vorab-Test

Die Titelhelden von ‚Pokémon Sonne‘ und ‚Pokémon Mond‘: Solgaleo und Lunala gehören zur Gruppe der legendären Monster

Die Titelhelden von ‚Pokémon Sonne‘ und ‚Pokémon Mond‘: Solgaleo und Lunala gehören zur Gruppe der legendären Monster

Dem Hype um die Smartphone-App ‚Pokémon GO‘ ist es zu verdanken, dass die japanische Anime-Serie ‚Pokémon‘ plötzlich wieder in aller Munde ist. Passend zum heurigen 20-Jahr-Jubiläum, erscheinen am 23. November zwei neue Ableger der Hauptreihe. TV-MEDIA schickte Pokémon-Experte Bernhard Steiner ins Nintendo-Hauptquartier nach Frankfurt, um ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ bereits vorab spielen zu lassen.

Ja, ich bin ein Pokémon-Fan, und nein, ich bin es nicht erst seit das globale ‚Pokémon GO‘-Fieber ausgebrochen ist. Begonnen hat meine abenteuerliche Reise seinerzeit im Oktober 1999, als die beiden Gameboy-Spiele ‚Pokémon Blau‘ und ‚Pokémon Rot‘ auf den europäischen Markt losgelassen wurden – im Land der aufgehenden Sonne erblickte das Phänomen bereits zwei Jahre zuvor das Licht der Welt. Wenige Monate zuvor startete die gleichnamige Anime-Serie im Fernsehen auf RTL II. So recht erkannten meine Mitschüler das Potential der knallbunten Minimonster nicht, bis auf ein paar wenige Ausnahmen war ich mit der neuen Leidenschaft alleine unterwegs. Heute wissen wir alle: Pokémon ist Kult, und neben Super Mario die Cash-Cow schlechthin für den Videospielehersteller Nintendo.

Vom Insider-Tipp zum globalen Phänomen

Während die Geschichte von Ash Ketchum, Pikachu und Co im TV mittlerweile 19 Staffeln (938 Episoden!) umfasst, hat sich auch die Handheld-Saga mehr oder weniger weiterentwickelt. Sage und schreibe 24 einzelne Spiele gibt es, die sich der Hauptreihe zuordnen lassen – neben Blau und Rot beispielsweise auch Silber, Gold, Weiß, Schwarz, X und Y, oder Alpha Saphir sowie Omega Rubin. Zig weitere Spin-offs, Mini-Spiele, Handy-Spiele und sonstige Ableger runden das Gesamtpaket ab. Um die Zukunft dieser Marke muss man sich also keine Sorgen machen.

Zwischen diesen drei Gesellen muss der Spieler zu beginn des Spiels wählen: Robball, Bauz und Flamiau sind nicht nur zuckersüß, sondern nach langer Zeit auch wieder echt coole Starter-Pokémon!

Zwischen diesen drei Gesellen muss der Spieler zu beginn des Spiels wählen: Robball, Bauz und Flamiau sind nicht nur zuckersüß, sondern nach langer Zeit auch wieder echt coole Starter-Pokémon!

Mit den beiden Editionen ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ erscheinen am 23. November zwei neue Ableger für den Nintendo 3DS. Diese müssen nun nicht nur den Wünschen von alteingesessenen Fans entsprechen, sondern sollen auch die Zielgruppe abholen, die durch ‚Pokemon GO‘ erst jetzt davon begeistert wurden. Dazu sei jedoch gesagt: Das Gameplay unterscheidet sich natürlich vollkommen. Hört sich logisch an, vielen ist aber nicht bewusst, dass man bei einem Videospiel eigentlich nur im Ausnahmefall tatsächlich aktiv Kilometer zurücklegen muss – so wie es bei ‚GO‘ der Fall ist. Also noch einmal: Bei ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ handelt es sich um klassische Videospiele, die man auf einer Konsole zockt, ohne sich dabei großartig zu bewegen.

Hawaii lässt grüßen: Aloha in Alola!

Wie bereits bei den 24 vorangegangenen Teilen, beginnt man das Abenteuer als unerfahrenes Bürschlein, oder Mädchen. Im Fall von ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ ist der Spieler gerade frisch in die sogenannte Alola-Region gezogen, eine Insellandschaft, die nicht nur ob ihrer Flora an Hawaii erinnert. Abseits der schön designten Vegetation, geht sofort die wohlklingende Spielmusik im Ukulele-Stil ins Ohr. Kaum angekommen, begrüßt einen schon der ortsansässige Pokémon-Forscher Professor Kukui, und schenkt dem Protagonisten eines von drei herzigen Taschenmonster. Diese gilt es, in gewohnter Manier aufzuziehen, zu trainieren und zu befreunden, um sie anschließend im Kampf gegen die Pokémon anderer Trainer duellieren zu lassen. Ein alter Hut, der aber den Grundstock des Spiels bildet.

Diversität ist mittlerweile auch in der ‚Pokémon‘-Welt ein wichtiges Thema

Diversität ist mittlerweile auch in der ‚Pokémon‘-Welt ein wichtiges Thema

Was sich nun anhört, wie der x-te Abklatsch einer funktionierenden Rezeptur, macht tatsächlich wieder richtig Spaß! Warum das so ist? Diesmal wird der Fokus auf eine tatsächliche Geschichte gelenkt. War man bisher tatsächlich nur darauf aus, so viele unterschiedliche Pokémon wie möglich zu finden und zu fangen, läuft parallel zu diesem Szenario diesmal eine Handlung ab, die von der ersten Sekunde an fesselt. Denn: Bereits im Vorspann machen wir Bekanntschaft mit der Trainerin Lilly, der Assistentin des Professors. Diese wird von einer Bande Rüpel verfolgt, die ihr scheinbar den Inhalt ihrer Sporttasche abluchsen wollen. Darin befindet sich das Pokémon Cosmog, das aussieht wie eine kleine Wolke … und mehr darf an dieser Stelle auch bereits nicht mehr verraten werden.

Füttern, pflegen, anfreunden

Wer noch nie ein (richtiges) Pokémon-Spiel in den Händen hatte, wird von Beginn an abgeholt und durch die Grundlagen geführt. Alten Hasen schlafen dabei zwar die Augen ein, denn wie immer sind die ersten Passagen des Spiels sehr textlastig, sobald man sich aber endlich frei über die vier Inseln der Alola-Region bewegen kann, nimmt das Spiel Fahrt auf. Auffällig ist, dass man wirklich versucht, eine neue Zielgruppe anzusprechen. Früher musste man im Kampf beispielsweise mit ein klein wenig Grips vorgehen: ein Wasser-Pokémon ist effektiv gegen ein Feuer-Wesen, jedoch wenig hilfreich gegen ein Monster vom Typ Elektro. Klingt einleuchtend. ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ lehrt einen diese Situationen jedoch nicht, sondern zeigt an, welche Attacke und welcher Typ, gegen welchen Widersacher effektiv ist. Wer also einmal gegen ein bestimmtes Pokémon gekämpft hat, bekommt ab diesem Moment angezeigt, welche Attacke die sinnvollste Wahl ist. Hier fühlt man sich leider ein wenig bevormundet, aber theoretisch muss man die Vorschläge ja auch nicht annehmen ;-)

Redakteur Bernhard Steiner wurde in der Alola-Region empfangen und hat die neuen Starter-Pokémon Bauz, Robball und Flamiau kennengelernt

Redakteur Bernhard Steiner wurde in der Alola-Region empfangen und hat die neuen Starter-Pokémon Bauz, Robball und Flamiau kennengelernt

Was weiters auffällt, ist die Größe des Spielumfangs. Nach gut anderthalb Stunden Spielzeit ist man endlich an dem Punkt, wo es beginnt Spaß zu machen – und letztlich hat man hier gerade einmal die nähere Umgebung seines Wohnortes besucht. Lässt darauf schließen, dass man mit ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ mehr Zeit verbringen wird, als mit bisherigen Titeln. Dazu kommt, dass die Pokémon auch in Tamagotchi-Manier gehegt und gepflegt werden können. War zwar in Minispielen auch in den Vorgängerteilen möglich, doch nun ist es essenziell für das Spiel, da man ein paralysiertes Monster z. B. dadurch heilen kann, indem man es nach dem Kampf medizinisch versorgt und streichelt. Ganz liebe Sache, aber es zehrt bereits nach wenigen Kämpfen an den Nerven und wird mühsam. Kleine Prognose: Sollte man in den neuen Editionen tatsächlich nur dadurch weiterkommen, dass man seine Viecher alle drei Kämpfe streichelt, frisiert und füttert, wird das die Spielzeit zwar künstlich ins unermessliche steigern, Nintendo darf aber mit dem Verlust der alten Zielgruppe rechnen, denn die will möglichst schnell ein Duell nach dem anderen absolvieren.

Mehr Spaß mit Freunden

Ein wichtiger Faktor der ‚Pokémon‘-Spiele war es immer schon, die unterschiedlichen Kreaturen mit Freunden zu tauschen und auch hier gegeneinander zum virtuellen Kräftemessen in den Ring zu schicken. Kann man freilich auch in ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ – und zwar besser als je zuvor! Im Menü ‚Festival-Plaza‘ kann man die Abbilder seiner 3DS-Freunde treffen, chatten und Spaß haben. Überhaupt scheint Nintendo diesmal dem Online-Faktor einen vergleichsweise großen Fokus gewidmet zu haben. Trifft man z. B. auf fremde Figuren, kann man auch diese ansprechen, obwohl man die Bekanntschaft der Person im echten Leben noch nicht gemacht hat. Schafft man es, sich das Vertrauen der Figuren zu erschleichen, wird man mit Credits belohnt und die Plaza wird aufgestockt. In Folge kann man neue Kleidung für seine Spielfigur kaufen oder Futter für die Pokémon. Auch hier lässt sich abseits der Haupthandlung viel Zeit verbringen.

Globale Events laden zum Online-Spielen ein

Alles in allem hat ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ das Pokémon-Franchise in ein neues Licht gerückt. Auch an anderen Stellen wurden Hebel in Bewegung gesetzt: So steuert sich die Spielfigur nicht mehr aus der Iso-Perspektive, sondern man bekommt dynamische Kamerafahrten aufgewartet und fühlt sich dadurch noch mehr im Geschehen. Die Anpassungsmöglichkeiten des Charakters erlauben nicht nur unterschiedliche Hautfarben (welch Fortschritt!) sondern auch unterschiedliche Kleidungsstücke, Rucksäcke, Kappen und weitere Accessoires.

Pokémon Sonne und Pokémon Mond erscheinen Ende 2016!

Den verheißungsvollsten Faktor habe ich mir in dieser Preview jedoch für den Schluss aufgehoben: die sogenannten „Globalen Spektakel“. Ähnlich wie bei einem MMO der Marke ‚World of WarCraft‘ oder ‚Final Fantasy XIV‘, gibt es in der Reihe erstmals Raids, also Missionen, die man gemeinsam mit anderen Spielern bestreiten muss. Es gilt, beispielsweise eine Region abzugrasen oder ein überstarkes Pokémon zu besiegen – jedoch gelingt dies nur mit Zusammenhalt und Kommunikation. Spezielle Belohnungen sollen diese Events schmackhaft machen, aber ganz ehrlich: das ist es doch, worauf Langzeitfans am Meisten gewartet haben.

Abschließend lässt sich das Fazit abgeben, dass ‚Pokémon Sonne‘ und ‚Pokémon Mond‘ für langersehnte Abwechslung sorgt. Profis, die sich durch die Story gamblen möchten, müssen zwar speziell zu Beginn in den sauren Apfel beißen und das enorm träge Pacing hinnehmen, was widerum Anfängern sehr zu Gute kommt. Auch das Wiedersehen mit bereits bekannten Pokémon in neuen Variationen (den sogenannten Alola-Formen) sorgt für nostalgisches Flair, und die musikalische Untermalung war noch in keinem der Spiele besser als diesmal. Auch Mega-Entwicklungen und sogenannte Z-Fähigkeiten (besonders starke Kampfmanöver, die man aktivieren kann, wenn die Bindung zwischen Pokémon und Trainer entsprechend groß ist, Anm.) sind mit von der Partie und werten das Kampfsystem um coole Extrafeatures auf.

Qual der Wahl: ‚Pokémon Sonne‘ und ‚Pokémon Mond‘ warten teils unterschiedliche Monster auf – entweder man kauft sich beide Editionen, oder man tauscht mit Freunden!

Qual der Wahl: ‚Pokémon Sonne‘ und ‚Pokémon Mond‘ warten teils unterschiedliche Monster auf – entweder man kauft sich beide Editionen, oder man tauscht mit Freunden!

Bis 23. November habt ihr noch Zeit euch zu überlegen, ob Ihr lieber ‚Sonne‘ oder ‚Mond‘ (oder beide Editionen?) euer Eigen nennen wollt. Nicht vergessen: es gibt in jeder Ausführung ein paar wenige Pokémon, die nur in der jeweiligen Edition verfügbar sind – tauschen mit Freunden ist also unerlässlich. Wer sich bereits vorab ein Bild machen möchte, kann sich ab 18. Oktober eine Demo im eShop des Nintendo 3DS herunterladen.

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