Poier: Hetze gegen Muslime

Song.Null.Fünf. Hetze statt Spaß: Alf Poier schießt sich in seinem Song-Contest-Lied auf Muslime ein. Das Interview.

Weil sich Mohammed so gut vermehrte, singt in Rom schon bald der Muezzin“ – mit diesen zwei Zeilen aus dem Lied Good Old Europe Is Dying beleidigt Kabarettist Alf Poier alle Muslime. Doch damit nicht genug: Am 25. Februar will Poier mit diesem Lied in der ORF-Show song.null.fünf antreten, um das Ticket zum Song Contest nach Kiew zu ergattern.

Empörte Muslime

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Anas Shakfeh, zeigt sich im Talk mit TV-MEDIA betroffen: „Der Liedtext vergiftet die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den zwei größten Religionsgemeinschaften unserer Welt. Er dient nicht der friedlichen Koexistenz der Kulturkreise, sondern schürt Ängste und suggeriert fiktive Gefahren. Zudem ist er bestens geeignet, die unheilvolle Prophezeiung vom Zusammenstoß der Zivilisationen einen Schritt weiter in die Realität zu bringen.“

Poier im Talk

Im TV-MEDIA-Interview nimmt Alf Poier Stellung zu seinem Skandalsong.

TV-MEDIA: Ihr Song Good Old Europe Is Dying könnte nicht zuletzt aufgrund der Zeilen „Weil sich Mohammed so gut vermehrte, singt schon bald in Rom der Muezzin“ für Empörung sorgen. Meinen Sie diesen Text tatsächlich ernst?
Alf Poier: Das Lied ist nichts weiter als eine Bestandsaufnahme. Schließlich ist es ja eine Tatsache, dass sich der Islam stärker vermehrt als das Christentum. Wie die Menschen das Lied aufnehmen werden, hängt von der jeweiligen Sichtweise des Zuhörers ab. Ich jedenfalls habe versucht, möglichst nicht zu werten. Dass man den Text nicht zu ernst nehmen darf, versteht sich bei mir von selbst.

TV-MEDIA: Für dieses Lied könnten Sie auch Zuspruch von der politischen (extremen) Rechten bekommen. Wäre es Ihnen nicht unangenehm, von dieser vereinnahmt zu werden?
Alf Poier: Grundsätzlich will ich von niemandem vereinnahmt werden. Jeder, der versucht, dieses Lied in welche Richtung auch immer zu interpretieren, muss geistig noch ziemlich weit wachsen. Denn dann legt er in den Text nur seine eigene, kleine Gedankenwelt hinein und vergisst dabei den gesamtheitlichen Weltblick. Als ich das erste Mal beim Song Contest angetreten bin, habe ich zum Beispiel Morddrohungen von den Rechten bekommen. Weil ich mit meinem Dreckslied ihr Vaterland vertreten habe. Da sieht man, dass es egal ist, was man macht. Wenn einer geistig nicht einzuordnen ist, hat er immer Feinde.

TV-MEDIA: Sollte der ORF eine Modifikation des Liedtextes verlangen, würden Sie dann Änderungen vornehmen?
Alf Poier: Es wird keine Änderungen geben, da der Text bereits vom ORF abgenommen wurde. Wer sich provoziert fühlt, tut dies nur aufgrund seiner eigenen Vorstellung. Denn das Lied wertet nicht.

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