Plopp! Zwei TV-MEDIA-Leser erinnern sich an 1, 2 oder 3

Plopp - das heißt Stop!

Plopp - das heißt Stop!

Zeitreise: Von zwei Österreichern, die an der Kultrateshow 1,2 oder 3 teilnahmen

Ploppen! Was der Duden als „leicht knallendes Geräusch erzeugen“ umschreibt, ist für diejenigen, die in den 70ern und 80ern aufgewachsen sind, vor allem eine Kindheitserinnerung. Von 1977 bis 1985 moderierte Michael Schanze die Kinder-Rateshow ‚1,2 oder 3‘, jede Spielrunde wurde mit einem Plopp beendet (Finger in den Mund, an der Mundhöhle vorbei schnell wieder hinaus!).

Stefan Ramoser war mit zehn Jahren 1981 bei Michael Schanze!

Nur bei Michael Schanze wurde geploppt

Nur bei Schanze wurde geploppt, danach hieß es ‚1,2 oder 3 -letzte Chance vorbei‘. Nach 40 Jahren läuft der Kids-TV-Klassiker weiterhin im Fernsehen, am 22. Juli wird die tausendste Episode als große Primetime-Show ausgestrahlt. Aber zurück zum Plopp: Stefan Ramoser aus Niederösterreich beherrscht ihn noch. 1981, im zarten Alter von 10 Jahren, war nämlich auch er Kandidat bei Schanze. Der Nachbar seines Klassenlehrers hatte den Kontakt zum ORF hergestellt, die Schüler mussten daraufhin einen schriftlicher Allgemeinbildungs-Test ausfüllen, und die drei, die am besten abschnitten, durften zur Aufzeichnung nach Hamburg.

Stefan Ramoser – ganz links mit seinen Schulkameraden und den Geschenken der Sendung

Stefan Ramoser aus Österreich war mit zehn bei ‚1, 2 oder 3' – heute ist er bei ORF

Ramoser war einer der Auserwählten: „Wir waren drei Tage in Hamburg. Hafenrundfahrt, Stadtrundfahrt, das war für mich als Zehnjähriger alles sehr spannend. Und dann das TV-Studio mit den vielen Kameras und Lichtern.“ Ein prägendes Erlebnis für den kleinen Stefan Ramoser. Dass sein rot-weiß-rotes Team damals den Sieg holte, war für ihn nicht entscheidend, er träumte fortan davon, fürs Fernsehen zu arbeiten: „Die Technik im TV-Studio hat mich total fasziniert.“ Träume soll man leben: Ramoser ist heute beim niederösterreichischen ORF-Landesstudio angestellt.

Rollschuhe und eine kleine Kamera von der Geschenkewand

Manch Erinnerung an damals ist zwar verblasst, der Vater zweier Töchter weiß aber noch, dass es in der Sendung ums Thema Wasser ging, Schanze sich mit Gewand in eine Badewanne setzte und ein echter Seehund im Studio Tricks zeigte. Schanze war „total nett“, als Geschenke (für in der Sendung gesammelte Punkte) suchte sich Ramoser Rollschuhe und eine kleine Kamera aus, die er immer noch besitzt. Sein Schulkollege holte damals den Gesamtsieg, er durfte sich das Fußball-Länderspiel Österreich gegen Deutschland im Praterstadion in der Nähe der Trainerbank ansehen, Ramoser begleitete ihn: „Ich weiß aber nicht mehr, wie es ausging. Wir haben ziemlich sicher verloren.“

Der kleine Michael mit dem damaligen Moderator Gregor Steinbrenner - mit gelbem T-Shirt, rechts vom Moderator

Michael Rab – Er nahm 1995 für Österreich teil

Die Erfindung der Chips. 1995, also vierzehn Jahre später nahm Michael Rab an ‚1,2 oder 3‘ für Österreich teil. Der Wiener musste damals keinen Test ausfüllen, es kam vielmehr eine deutsche TV-Produzentin in seine Klasse und bat die Schüler, Fragen zu stellen. Rab zu TV-MEDIA: „Ich hab mir gedacht, ich stelle einfach so viele Fragen wie möglich, um aufzufallen.“ Das zahlte sich aus. Mit zwei Mädchen trat er die Reise nach Deutschland an, wo sich ihnen ein gewisser Gregor Steinbrenner vorstellte. Er war damals neuer Moderator der Sendung und löste die Schanze-Nachfolgerin Biggi Lechtermann ab. „Ziemlich nervös war er“, erinnert sich Rab, „aber furchtbar nett.“


Dass das Nürnberger Ei die erste Taschenuhr war, weiß ich erst seit 1, 2 oder 3

Im Gegensatz zu Stefan Ramoser war Rab vom TV-Studio nicht so begeistert: „Der Vulkan, der Bälle ausspuckt, sah im Fernsehen zwei Meter groß aus. Im Studio war er natürlich deutlich kleiner. Das war ein bisschen enttäuschend. Außerdem trat eine Band auf, die mit ihrem Lied siebenmal von Neuem anfangen musste, was ziemlich lähmend war.“ Mit den deutschen Kandidaten wurde er auch nicht warm: „Wir wurden uns kurz vorgestellt, dann haben sie sich abgeseilt und sind schwimmen gefahren. Wir haben den Nachmittag mit den Schweizern verbracht.“ Auch etwas enttäuschend: Im Vorfeld der Sendung wurde jedes Kind nach einem Wunsch gefragt, den man nicht mit Geld kaufen kann, der Tagessieger würde ihn erfüllt bekommen (im Fall obiger Sendung aus dem Jahr 1981 war es das Fußball-Länderspiel).

Michael Rab, 32, bekam 1995 ein Riesen-T-Shirt, das ihm heute noch steht!

Kurz vor der Aufzeichnung dann die ernüchternde Beichte der Macher: Kein einziger Wunsch würde realisiert werden können, egal, wer den Tagessieg holt. Was hatte sich Rab gewünscht? „Einmal mit der Admira mittrainieren zu dürfen oder ein Treffen mit Wolfgang Ambros.“ So unmöglich klingt das nicht, aber gut, Rab wurde ohnehin nicht Tagessieger, staubte aber ein Lego-Schiff, ein Modellauto und Zauberstifte ab. Und: Zumindest zwei Fakten aus der Kategorie unnützes Wissen wird er nie vergessen: „Dass das Nürnberger Ei die erste Taschenuhr war, weiß ich erst seit der Sendung. Außerdem, wie die Chips entstanden sind, das hat damals keiner der Kandidaten gewusst.“ Wie sind sie denn entstanden? „In einem US-Restaurant hatte sich einst ein Gast mehrmals über die Erdäpfel beschwert, woraufhin der Koch so wütend war, dass er sie absichtlich dünn schnitt und hart frittierte. Jetzt war der Gast begeistert, die Chips waren erfunden.“ Wieder etwas dazugelernt. Auf die nächsten 40 Jahre 1,2 oder 3!

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