Ossy Kolmann: Ein großer Spaßettler ist von der Bühne gegangen

Ossy Kolman war ein Spaßmacher, wie er im Buche steht - aber auch begabtes Multitalent

Ossy Kolman war ein Spaßmacher, wie er im Buche steht - aber auch begabtes Multitalent

Wenn er die Bühne betrat lachte das Publikum noch bevor er einen Witz machte. Er war einfach lustig. Viele begleitet Kolmann schon seit Kindestagen - ob als Oskar Straub im Lottostudio, in ‚Pension Schöller' oder als dauerbeschwipster Kerzl in ‚Hallo – Hotel Sacher … Portier!‘. Nun ist Ossy Kolmann mit 88 Jahren endgültig von der Bühne gegangen. Österreich trauert um einen großen Komiker und talentierten Schauspieler.

Ob er denn die Lottozahlen wüsste, fragten ihn die Menschen auf der Straße. Seine Antwort: „Wenn ich die wüsste, müsste ich schon längst nicht mehr den Oskar Straub spielen.“ Die Rolle des Obers im Lottostudio Straub war Ossy Kolmans letzte große im Fernsehen. Sein künstlerisches Leben war aber mehr als ein Kellnerjob.

Schön war er ja nie - aber lustig

Kolmann war immer ehrlich: Er fand sich nicht schön und sagte von sich selbst, dass er schon sehr früh ein verlebtes Gesicht hatte. Aber er liebte sein Publikum und das Publikum liebte ihn. Der gelernte Fernmeldetechniker ging durch eine harte Schule. Kein Geringerer als Karl Farkas war sein Mentor, 1958 stieß Kolmann zum legendären Simpl-Ensemble, zuvor debütierte Kolmann 1951 mit dem Kabarett ‚Wiener Werkel‘. Die Schauspiel-Ausbildung genoß er übrigens in der Schauspielschule der Gewerkschaft. Damals fanden auch seine ersten TV-Auftritte im Rahmen der Sendung ‚Bilanz des Monats' statt. Farkas, so Kolmann, ließ jeden, der kein Talent hatte, einfach links lieben. Da gab es kein gut oder schlecht, für Farkas galt nur Talent. Kolmann konnte dieses vorweisen und lernte viel vom großen österreichischen Kabarettisten Karl Farkas. Schnell fand sich Kolmann im Kreis erlesener österreichischer Künstler, darunter Maxi Böhm (Stichwort: Legendäre Sketches), Elfriede Ott, Fritz Muliar, Susi Nicoletti oder Ernst Waldbrunn.

Seit den 50er-Jahren war Kolmann Kollege großer österreichischer Schauspieler wie Maxi Böhm

Seit den 50er-Jahren war Kolmann Kollege großer österreichischer Schauspieler wie Maxi Böhm

Nestroy, Raimund, Operette: Kolmann, das Multitalent

Kabarettist, Theaterschauspieler, Sänger, all das war Ossy Kolmann. Nach Gastspielen am Opernhaus Hamburg und am Theater an der Wien, glänzte er als Nestroy- und Raimunddarsteller, er spielte am Volkstheater, am Raimundtheater und war seit 1973 Mitglied des Volksopernensembles, wo er beinahe das gesamte Operettenrepertoire seines Faches abdeckte. Ab 1993 trat er im Theater ,In der Josefstadt´ auf, in dem er 1998 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Auch wirkte er in seiner Laufbahn in weit über 1.000 Fernsehproduktionen mit. Im Radio gab er in der Sendung Autofahrer unterwegs den Herrn Montag. Am Sonntag ging er gerne mit seinem Hund am Wiener Kahlenberg spazieren.


Na die werden lachen in Teplitz - Ossy Kolmann (Pension Schöller)

Ein Mann der großen Bühnen und des Fernsehens

1975 wurde er mit der ,Goldenen Kamera´, der Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold im Jahre 1984 und dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse 1999 ausgezeichnet. Doch es ist ruhig geworden um den beliebten Volksschauspieler. Die Parkinson-Krankheit beendete seine Schauspieltätigkeit. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2003, als ihm der Titel „Kammerschauspieler“ verliehen wurde. Nun ist er 88-jährig in Wien verstorben.

Ossy Kolmann und Fritz Eckhardt in ‚Hallo - Hotel Sacher ... Portier!‘. Kolmann gab den dauerbetrunkenen Hotelgast und Maler Kerzl

Ossy Kolmann und Fritz Eckhardt in ‚Hallo - Hotel Sacher ... Portier!‘. Kolmann gab den dauerbetrunkenen Hotelgast und Maler Kerzl

In memoriam: Die Programmänderung anlässlich des Todes von Ossy Kolmann

In memoriam Ossy Kolmann ändert der ORF sein Programm und zeigt am Sonntag, dem 24. Juli 2016, um 14.00 Uhr in ORF 2 das TV-Porträt ‚Ossy Kolmann – Abgeschminkt‘. Die Dokumentation von Otto Schwarz gibt mit bekannten und weniger bekannten Ausschnitten und einem berührenden Gespräch mit Ossy Kolmann aus dem Jahre 2008 Einblicke in die Vergangenheit des österreichischen Publikumslieblings. Anschließend um 14.30 Uhr steht mit ‚Der keusche Lebemann‘ eine Komödie von Franz Arnold und Ernst Bach nach einer Inszenierung von Thaddäus Podgorski auf dem Programm von ORF 2. Ossy Kolmann spielt darin den paternalistischen Chef Julius Seibold, gezeigt wird eine Aufzeichnung aus den Wiener Kammerspielen aus dem Jahr 2002.
ORF III Kultur und Information zeigt u. a. am Sonntag, dem 24. Juli, um 17.25 Uhr einen der größten Publikumshits Kolmanns – ‚Pension Schöller‘ – als Aufzeichnung aus den Kammerspielen aus dem Jahr 1994 mit u. a. Helmuth Lohner. Regie: Heinz Marecek. Danach steht um 19.00 Uhr das Porträt ‚Ossy Kolmann – Abgeschminkt‘ auf dem Programm.

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