Oscars 2017: Hinter den Kulissen der Academy Awards

Oscars 2017: Hinter den Kulissen der Academy Awards

In einer Woche werden in Los Angeles die jährlichen Academy Awards verliehen. Während die Oscar-Nominierten auf ihre heißbegehrten Trophäen hoffen, haben wir einen Blick hinter den roten Samtvorhang geworfen und verraten, was im und um das Dolby Theatre am 26. Februar passiert.

So alles nach Plan verläuft, finden am 26. Februar die 89. Academy Awards (sprich die Oscar-Verleihung) in Los Angeles statt. Zwar berichten sämtliche Magazine Jahr für Jahr über den Ausgang des „wichtigsten Preises der Filmbranche“, wie der jedoch hinter den Kulissen abläuft, das wissen nur wenige. TV-MEDIA hat wieder einmal etwas tiefer gegraben.

Etliche Monate Vorbereitungszeit, tausende Mitarbeiter und ein zweistelliges Millionen-Budget: Die Oscar-Chose verschlingt Jahr für Jahr Unmengen an Ressourcen. Klar, die Live-Show soll ja auch möglichst pannenfrei über die Bühne gehen und ist bis ins kleinste Detail geplant. Folgende Fakten sollen verdeutlichen, in welchen Dimensionen hier eine Nacht lang gefeiert wird.

Ein teurer Spaß

Die Academy Awards verschlingen jede Menge Geld. 2014 betrugen die Gesamtkosten für die Oscar-Preisverleihung stolze 40 Millionen US-Dollar. 260.000 Dollar allein verschlangen im wahrsten Sinne die Nominierten – der Betrag wurde allein für deren Verköstigung ausgegeben. Die goldenen Trophäen kosteten 25.000 US-Dollar, auf genauso viel kam der rote Teppich.

Die Verköstigung der Nominierten lassen sich die Veranstalter einiges kosten!

Die Verköstigung der Nominierten lassen sich die Veranstalter einiges kosten!

Üben, üben, üben

Am Tag vor der Preisverleihung gibt es eine große Probe. Dazu kommen Tänzer, Sänger, Stars und Moderatoren – also alle, die bei den Oscars einen Auftritt haben. Extra für die Probe gibt es Umschläge, in denen die Namen von allen möglichen Preisträgern und die Worte „Der Oscar geht an, aber nur für diese Probe ...“ stehen.
Die Kuverts werden gemischt und zufällig verteilt. Zudem gibt es Oscar-Trophäen. Am Tag der Oscar-Verleihung findet zu Mittag eine weitere Probe statt – dabei tragen alle schon die Kostüme der Show am Abend, allerdings: Die Stars müssen an dieser Übung nicht mehr teilnehmen.

Auch die Umschläge müssen zur Generalprobe!

Auch die Umschläge müssen zur Generalprobe!

Der Oscar: 4 Kilo Bronze mit Gold-Überzug

Die goldene Oscar-Statuette ist fast 35 Zentimeter groß und wiegt rund vier Kilo. Die Trophäe besteht aus massiver Bronze und ist mit einer 24-karätigen Goldschicht überzogen. Die begehrten Figuren werden von der New Yorker Firma Polich Tallix hergestellt, die drei Monate für die 50 Oscars braucht. Diese werden in Styropor-Containern nach Los Angeles transportiert. Sobald alle Preise ausgepackt sind, wird das Styropor zwecks Kopierschutz zerstört. Während der Verleihung werden die Oscars von einem Academy-Mitarbeiter mit weißen Handschuhen bewacht, der jeden einzelnen Oscar noch einmal poliert, bevor er auf der Bühne verliehen wird.

Rohling: Ohne den goldenen Überzug sieht die Bronze-Trophäe natürlich nur halb so edel aus

Rohling: Ohne den goldenen Überzug sieht die Bronze-Trophäe natürlich nur halb so edel aus

Roter Teppich legt halb Hollywood lahm

Er ist insgesamt 150 Meter lang und 10 Meter breit: Der berühmte rote Teppich. Bereits Tage vor der Oscar-Preisverleihung wird er ausgerollt, was aber nicht geht, ohne den Hollywood Boulevard abzusperren. Am Oscar-Tag müssen übrigens die Geschäfte geschlossen bleiben – unter anderem aus Sicherheitsgründen. Ist Regen ins Sicht, wird ein Pavillon aufgebaut. Der rote Teppich ist in der Mitte durch eine Samtkordel getrennt. Grund: Die Hollywoodstars sollen auf der linken Seite mit der Presse sprechen, die „normalen“ Gäste betreten auf der rechten Seite das Dolby Theatre. Das sollen sie übrigens zügig tun und die Nominierten nicht ansprechen.

Red Carpet: Auf 150 x 10 Metern haben auch ausladende Roben genug Platz!

Red Carpet: Auf 150 x 10 Metern haben auch ausladende Roben genug Platz!

Das Dolby Theatre und die sanitären Anlagen

Bis 2012 hieß das Dolby Theatre noch Kodak Theatre, seit 2002 findet die Oscar-Verleihung dort statt. Die Location – mit einer der größten Bühnen der USA – wurde speziell für die Academy Awards gebaut und 2001 eröffnet. Bis zu 3.400 Menschen haben hier Platz, wer nominiert ist, bekommt zwei Plätze.
Nach der Rede müssen die Gewinner die Bühne rechts verlassen, dort führt der Winners Walk in einen Raum, in dem die Presse bereits wartet. Regie und Produktion sind nicht im Theater, sondern in einem Ü-Wagen vor dem Gebäude untergebracht. Kaum vorstellbar: Hinter der Bühne gibt es nur zwei WCs, vor denen nicht selten die Stars Schlange stehen. Vor der Bühne gibt es eine Bar, die vor der Show kostenlos Alkohol ausschenkt, sobald die Preisverleihung allerdings gestartet ist, muss jeder selber zahlen.

Das 2001 gebaute Kodak Theatre heißt heute Dolby Theatre

Das 2001 gebaute Kodak Theatre heißt heute Dolby Theatre

Geschenke für alle!

Alle Nominierten bekommen am Oscar-Abend ein Sackerl, in dem sich allerlei kostbare Geschenke befinden. Diese sogenannte Swag-Bag („Stuff we all get“) wird von Sponsoren verteilt. 2015 hatte eine Swag-Bag den Wert von rund 125.000 US-Dollar. Im Überraschungssackerl waren damals etwa Reisen in die Toskana und die Rocky Mountains, Schmuck, Kosmetik, Buffet- und Wellness-Gutscheine sowie Vibratoren.

Im Gabensack der Academy Awards 2016 befanden sich u. a. auch Flugtickets um 55.000 Dollar für eine 10-tägige Israel-Reise

Im Gabensack der Academy Awards 2016 befanden sich u. a. auch Flugtickets um 55.000 Dollar für eine 10-tägige Israel-Reise

2 Millionen Dollar für einen Werbespot

Die Live-Show wird in den USA von der American Broadcasting Company (ABC) übertragen, sie wurde 1996 von Disney übernommen. Als Moderatorin Ellen DeGeneres 2014 das berühmte Oscar-Selfie machte, saßen in den USA 44 Millionen Zuschauer vor den TV-Bildschirmen und somit so viele wie schon seit 2000 nicht mehr. 2015 schalteten 37 Millionen Menschen ein, trotzdem konnte Disney seine Werbeeinnahmen erhöhen. Kein Wunder, der Preis für einen 30 Sekunden langen Spot betrug satte 2,2 Millionen US-Dollar. Die größten Sponsoren sind unter anderem McDonalds, Netflix, Samsung, Coca Cola und Pepsi.

Den Luxus einer Werbeeinschaltung während der Oscar-Übertragung können sich nur Multikonzerne wie z. B. McDonald’s leisten

Den Luxus einer Werbeeinschaltung während der Oscar-Übertragung können sich nur Multikonzerne wie z. B. McDonald’s leisten

Auch „Normalos“ dürfen zu den Oscars

Während der mehrstündigen Zeremonie müssen auch Stars mal aufs WC. Damit aber während der Live-Show immer jeder Sitzplatz besetzt ist, gibt es Seat Fillers. Sie setzen sich in Sekundenschnelle auf den leeren Platz. Manchmal nur für eine kurze WC-Pause, manchmal auch für den Rest der Show. Seat Fillers wird man, wenn ein Familienmitglied bei der Academy arbeitet oder wenn man bei der Auszählungs-Firma PricewaterhouseCoopers angestellt ist. Die Glücklichen müssen um 10 Uhr (Vormittag) in Abendgarderobe im Dolby Theatre erscheinen und dann mehrere Stunden auf die große Gelegenheit warten. Sprechen ist natürlich streng verboten.

Oscar-Moderator Neil Patrick Harris machte 2015 ganz besonders auf den Job der „Seat Fillers“ aufmerksam, und bat u. a. die bis dahin unbekannte Dame rechts neben ihm im Bild zu einem Mini-Interview

Oscar-Moderator Neil Patrick Harris machte 2015 ganz besonders auf den Job der „Seat Fillers“ aufmerksam, und bat u. a. die bis dahin unbekannte Dame rechts neben ihm im Bild zu einem Mini-Interview

Geheimniskrämerei um die Oscar-Umschläge

Nachdem die über 6000 wahlberechtigten Academy-Mitglieder in einem ziemlich komplizierten Prozedere entschieden haben, übernimmt die Auszählungs-Firma PricewaterhouseCoopers die Organisation der finalen Wahl. Dazu werden Wahlkarten aus Papier oder Online-Formulare verwendet. Vor der Preisverleihung werden zwei Stapel mit Umschlägen vorbereitet und versiegelt, in denen sich die Namen aller potentiellen Gewinner in jeder Kategorie befinden. Nur zwei PWC-Mitarbeiter kennen vor der Live-Show die Gewinner und sortieren die dementsprechenden Kuverts aus.
Die Umschläge mit den Namen von Stars, die nicht gewinnen, werden direkt vernichtet. Während der Show stehen zwei Mitarbeiter mit den Umschlägen neben der Bühne und für den Fall der Fälle lernen diese beiden Personen alle Gewinner in jeder Kategorie auswendig und können jederzeit auf die Bühne gehen, falls irgendetwas schiefgeht.

Die Kuverts mit den Namen der Gewinner werden mindestens so gut bewacht wie die Trophäen selbst

Die Kuverts mit den Namen der Gewinner werden mindestens so gut bewacht wie die Trophäen selbst

Vor der Party ist nach der Party

Wer seinen Namen auf der Statuette sucht, der sucht vergebens! Auf der Bühne erhalten die Gewinner nur eine Blanko-Trophäe – davon hat auch Leonardo DiCaprio nichts gewusst und guckte letztes Jahr verdutzt auf seinen Goldjungen. Bis 2010 mussten die Hollywoodstars ihren Oscar im Anschluss an die Preisverleihung noch einmal einschicken, um sich ihren Namen eingravieren zu lassen. Seit sieben Jahren wird das aber am Governors Ball, der einzigen offiziellen Oscar-Party, direkt im Anschluss an die Show, erledigt.

Die Gewinner bekommen eine Blanko-Trophäe überreicht, den Namen muss der jeweilige Schauspieler im Anschluss an die Show eingravieren lassen

Die Gewinner bekommen eine Blanko-Trophäe überreicht, den Namen muss der jeweilige Schauspieler im Anschluss an die Show eingravieren lassen

Die vollständige Liste aller Oscar-Nominierungen 2017 finden sie hier.

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