Countdown zum Ball: Ein Tag im Leben der Opernball-Crew

Das Opernball-Team des ORF bei der Arbeit

Das Opernball-Team des ORF bei der Arbeit

Wie stressig ist es eigentlich am Tag des Opernballs? Wir wollten von der Regisseurin und den ORF-Moderatoren wissen, wie ihr Tagesablauf vor dem Staatsball ausschaut ...

Prunkvolle Roben, Herren im Frack, stimmungsvolle Musik und rhythmische Tänze: Am 23. Februar heißt es aus der Wiener Staatsoper wieder „Alles Walzer“! Damit der Opernball reibungslos abläuft, braucht es ein eingespieltes Team: Die ORF-Moderatoren Mirjam Weichselbraun, Alfons Haider und Barbara Rett führen durch den Abend und interviewen am Red Carpet und in den Logen Promis wie Goldie Hawn und Jonas Kaufmann. Für launige Kommentare sorgen mal wieder Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz. Für die Übertragung ist Regisseurin Heidelinde Haschek verantwortlich. Mit 19 Kameras (Funk-, Schwenkkopf-, Minikameras, stationäre Kameras, mobile Kamerateams und ein Kamerakran) und um die 100 Mitarbeitern präsentiert sie den TV-Zuschauern den Wiener Opernball in stimmigen Bildern.

Doch wie bereiten sich die Profis auf den Ball der Bälle vor? Wann stehen sie auf, wann beginnen die Vorbereitungen und wann schwingen sie das Tanzbein? Wir haben nachgefragt und präsentieren den Tagesablauf der Menschen, die den Opernball für Zuschauer daheim in Szene setzen:

8 Uhr: Frühstück und Sport

Der Tag beginnt für Alfons Haider mit Obst und Tee. Das braucht er, um in die Gänge zu kommen. Für Barbara Rett darf 's mehr sein: Sie startet mit einem üppigen Frühstück in den Tag. Mirjam Weichselbraun wiederum macht morgens Sport: „Ich fühle mich dann einfach den ganzen Tag über fitter.“

10 Uhr: Telefonieren und den Ablauf durchgehen

Heidelinde Haschek telefoniert den ganzen Vormittag mit ihrem Team. Sie geht etwaige Ablaufänderungen durch und versucht, falls nötig, Ersatz für kranke Mitarbeiter zu finden: „Da muss man blitzschnell reagieren, weil Frackzwang ist. Für Damen ist es leicht, schnell in ein Kleid zu schlüpfen, für Männer ist es ein großes Problem, einen Frack aufzutreiben.“ Arbeit ist auch bei den ORF-Moderatoren angesagt, sie gehen - getrennt voneinander - die Fragen und den Ablauf durch. Rett: „Ich bin ein visueller Mensch und muss die Texte auf den Karten selber mit der Hand schreiben.“

ORF-Regisseurin Heidelinde Haschek ist verantwortlich für die Übertragung des Opernballs, Barbara Rett führt durch den Abend

12 Uhr: Suppe von der Mama und Powernapping

Mittags fährt Weichselbraun zu Haider: „Da gibt es Suppe von meiner Mama, und dann gehen wir alle Fragen nochmals gemeinsam durch.“ Danach ist bei Haider eine halbe Stunde Powernapping angesagt.

14 Uhr: Kleidung und Maske

Für Heidi Haschek wird es langsam ernst, sie überlegt sich, was sie abends tragen soll, denn „es soll ja trotz Abendkleid bequem sein.“ Um 15.00 Uhr ist dann auch schon der Termin beim Maskenbildner, danach „bin ich eigentlich ununterbrochen in der Oper unterwegs.“

Vor der Moderation geht Mirjam Weichselbraun sorgfältig alles durch

16 Uhr: Krapfen, Schminke und Ü-Wagen

Alfons Haider muss um ca. 16.30 Uhr in die Maske, also lässt er sich mit dem Taxi zum Hintereingang der Oper kutschieren, während Weichselbraun zu Fuß kommt. Rett: „Alfons wird wahrscheinlich wieder ein Tablett mit Krapfen bringen. Bei all dem Stress kommt das Blödeln nicht zu kurz.“ Haschek hat inzwischen im Übertragungswagen eine Sitzung mit Technikern und Regieassistenten. Um 17.00 Uhr folgt die große Besprechung im Ballsaal: „Da treffen sich alle, weil da gehe ich den gesamten Ablauf des Abends noch mal durch.“

Die Ruhe vor dem Ball

18 Uhr: Anziehen und los gehts:

Mirjam Weichselbraun macht sich fit fürs TV („Ich versuche mich immer so spät wie möglich anzuziehen.“), während sich Haider noch einen kleinen Snack gönnt und Goldie Hawn in ihrer Robe für die Presse fotografiert wird. Dann geht's auch schon los: Erste Voraufzeichnungen oder Live-Einstiege in eine ZiB-Sendung werden gedreht. Heidi Haschek beruhigt noch schnell ihre Nerven: „Ich stoße mit der Ü-Wagen-Partie, das sind so 15 bis 20 Leute, vor der Übertragung an - das ist schon ein Ritual geworden.“

Erste Voraufzeichnungen und Live-Einstiege

20 Uhr

Um 20.15 Uhr, kurz vor dem Start der ORF-Doku zum Ball, ist der erste Live-Einstieg ins Ballgeschehen. Jetzt müssen Haider, Weichselbraun und Rett auch schon auf den Roten Teppich. Weichselbraun: „Das ist immer eine große Herausforderung, weil man das wirklich nicht planen kann. Man muss spontan auf die Gäste, die kommen, reagieren, darf aber nicht zu viele Fragen stellen, weil da einfach nie viel Zeit ist.“ Gegen 21.15 Uhr trudelt auch Lugner-Gast und Hollywood-Star Goldie Hawn am Roten Teppich ein. Weichselbraun: „Ich bin ein großer Fan von Goldie Hawn. Mit ein bisschen Glück darf ich ihr auch ein paar Fragen stellen.“

Bei den Moderatoren ist Spontaneität gefragt

22 Uhr

Punkt 22.00 Uhr wird der Opernball eröffnet. Heidi Haschek ist voll in ihrem Element, aber: „Man muss sich die Toilettenpausen sehr gut einteilen. Die Zeit ist knapp, also nur nicht zu viel trinken.“ Nach der Eröffnung beginnen die Interviews in den Logen. Weichselbraun: „Ich liebe es, von der Mittelloge aus zwischen meinen Interviews den Besuchern beim Tanzen zuzuschauen. Also ich habe, auch während der Sendung, meine privaten Momente, die ich sehr genieße.“

Ob Alexander van der Bellen wohl auch so fürsorglich sein wird?

0 Uhr

Rund um Mitternacht wird's ernst für den Hollywood-Star Hawn: Ein Tanz mit Richard Lugner steht am Programm. Ob Goldie sich traut? Für die ORFler heißt es indes aufatmen, die Arbeit ist getan. Haschek: „Wir treffen uns alle in der Oper, wo Redaktion, Maske und Garderobe sitzen.“ Dort folgt eine kleine interne „Feier“ mit Sekt und Brötchen, bei der auch Alexander Wrabetz oder Kathi Zechner vorbeischauen. Haider macht danach noch eine kleine Runde durch die Oper: „Ich beschließe den Ball mit einem Paar Sacherwürstel und einem kleinen Bier.“

Arbeitsplatz Opernball

2 Uhr

Ob Heidi Haschek um 2.00 Uhr schon daheim im Bett liegt, steht noch in den Sternen: „Manchmal gehe ich nach der ORF-Feier nach Hause, manchmal besuche ich ein paar Logengäste. Das kommt auf die Laune an.“ Barbara Rett aber macht die Nacht zum Tag und gibt Gas: „Ich bleibe bis zum Schluss. Ich ziehe ein altes Kleid an, wo nichts passieren kann, gehe mit den Jungen in die Disko und tanze die Vier-Uhr-Quadrille.“

Barbara Rett freut sich schon auf die Vier-Uhr-Quadrille

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