Nia wird 50: Wir gratulieren dem Publikumsliebling mit einem Best-of!

Michael „Nia“ Niavarani feiert seinen 50er – der ORF feiert mit

Michael „Nia“ Niavarani feiert seinen 50er – der ORF feiert mit

Der liebste Unterhalter der Österreicher wird am 29. April 50 Jahre alt. Der ORF würdigt den Star mit einem Hauptabendporträt am Samstag

Der Mann weiß, wie man Pointen setzt - entweder gut und lange aufgebaut, bis der finale Gag den erlösenden Lacher bringt. Das nennt man Komik.

1992/1993 zusammen mit Ossy Kolmann

Oder aus der Hüfte geschossen, ansatzlos, und trotzdem ins Schwarze. Das nennt man in Wien Schmäh, und beides beherrscht Michael Niavarani, der am 29. April 1968 in Wien als Sohn einer österreichischen Mutter und eines persischen Vaters auf die Welt kam, perfekt.

1993 im Simpl

Diese auf der Bühne, im Film, in Büchern oder in Shows immer bewiesene Doppelfertigkeit hat Nia, wie ihn seine Kollegen gerne nennen, in der Publikumsgunst in zweieinhalb Jahrzehnten aufsteigen lassen wie einen Andenkondor, der in der Thermik am Berg ewige, mühelose Kreise zieht. Dabei war dem Schulabbrecher einst das professionelle Lachen-Machen suspekt.

1996 in Kaisermühlen Blues

Er wollte Theater spielen, schon mit 14 war er in Max Frisch-Stücken am Gymnasium dabei, das er zwei Jahre später verlassen sollte. Mit Mitstreitern gründete er das Graumann-Theater, und will man an diesen oft sehr mageren Zeiten heute etwas Witziges finden, dann ist es die Vorstellung, dass Niavarani, jetzt der von ihm selbst gepflegte Inbegriff des handwerklichen Nulltalents, dort eigenhändig Böden verlegt haben soll.

2000 mit Hanno Pöschl, Marianne Mendt, Andreas Vitásek & Co in La Dolce Vita & Co

Doch das Lachen holte ihn quasi ab - in Gestalt von Simpl-Chef Martin Flossmann, für ein Jahr an dessen Bühne, ehe Nia wieder zurückflüchtet ins Graumann-Ensemble.

2005: Blödeln mit Vitásek in Novotny & Maroudi

„Kabarett interessierte mich zu diesem Zeitpunkt nicht, ich wollte Theater spielen, Schauspieler sein. Damals dachte ich, das eine schließt das andere aus." Schlussendlich siegte der Humor.

2009: Großartig in Salami Aleikum

Wieder das Simpl, erste (heute eher skurrile) TV-Shows wie ‚Wer lacht, gewinnt‘ an der Seite von Ossy Kolmann, Rollen in ‚Kaisermühlen Blues‘, Filmen und schließlich die Serie ‚Dolce Vita & Co‘ - die zum Leidwesen aller Beteiligten vom ORF nach zwei Staffeln eingestellt wird. Gemeinsam mit Andreas Vitásek blödelt er in der Serie ‚Novotny & Maroudi - Zahngötter in Weiß‘. Seine Solo-Programme oder die gemeinsam mit Kollegen (etwa mit Viktor Gernot) werden zu absoluten Publikumsrennern. Wo Niavarani dabei ist, da ist vorne.

2009: Lacherfolg Das Perfekte Disaster Dinner im Stadttheater Berndorf

Und doch trägt der Komödiant Ballast mit sich: Er langweilt sich so schrecklich schnell. Auch wenn der Erfolg noch so groß ist, die andauernde Wiederholung ist ein Gräuel für den sensiblen Halb-Perser, dessen orientalisches Erbe ihm verbietet, nein zu sagen. Lieber weicht er aus oder bleibt unverbindlich, um dann im Moment der Wahrheit nicht erreichbar zu sein.

2011 im Publikumsrenner Zwei Musterknaben gemeinsam mit Viktor Gernot

Am liebsten in seinem Fast-schon-Zweitwohnsitz in London, wo er (fast) unerkannt sein kann. Trotzdem entwickelt er sich weiter, zurück zu den Wurzeln, zur Bühne. Er stellt gemeinsam mit seinem Manager Georg Hoanzl in Wien St. Marx das Globe Theater auf, wird zu einem Shakespeare-Besessenen und spielt die Klassiker, freilich komödiantisch verbrämt.

2011: Der frühe Wurm hat eine Vogel – „Ein Romanchen und andere Geschichten und Gedanken aus der Wurmperspektive, teils autobiografisch, teils erfunden“

Wo Nia draufsteht, muss Lachen drin sein. Darum gründet er auch einen Verlag für heitere Bühnenstücke, schreibt Bücher, deren Verkaufszahlen alle arrivierten Kollegen weit, weit hinter sich lassen. Und trotzdem, wer genau hinsieht, erkennt die Sensibilität und die Melancholie in den dunklen Augen des Mannes, der so viele zum Lachen bringt und auch selbst brav lacht, wenn Kollegen einen Witz machen.

2016: Lustiger als Die unglaubliche Tragödie von Richard III ist Shakespeare nie gewesen

Etwa darüber, dass er immer weit älter aussah, als er ist. Als er vor Jahren Andreas Vitásek fragte, ob er in ‚Salami Aleikum‘ einen Sechzigjährigen spielen könnte, war die Antwort: „Wenn sie dich jünger schminken." Tief drin hat es ihm wohl wehgetan. Darum, ganz ohne Schmäh: Happy Birthday!

TV-TIPP zu Nias 50. Geburtstag

SA 29.4. ORF EINS 20.1: ‚Michael Niavarani ist 50 - Viel Lärm um Nichts‘ Erinnerungen und Ausschnitte aus Erfolgs-Momenten des Austro-Entertainers

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