Netflix-Serie der Woche: Mindhunter

Der junge FBI-Agent Holden Ford stöbert gemeinsam mit dem alten FBI-Hasen Bill Tench im Hirn von Serienkillern

Der junge FBI-Agent Holden Ford stöbert gemeinsam mit dem alten FBI-Hasen Bill Tench im Hirn von Serienkillern

Coole 70er-Jahre-Optik, dazu die passende Musik und FBI-Agenten, die in den Kinderschuhen stecken, was das Thema Serienkiller angeht. In David Finchers Netflix-Serie ‚Mindhunter‘ geht es darum, was im Kopf von echten Serienkillern vorgeht.

Kult-Regisseur David Fincher (‚Gone Girl‘, ‚Sieben‘ ‚Zodiac‘) ist voll in seinem Element: Grauslichkeiten, Psycho-Spielchen und ein Ermittlerteam, das sich perfekt ergänzt.

Keine spaßige Angelegenheit: Wer sich mit der Psyche von Killern befassen will, muss sie im Gefängnis besuchen, was Holden Ford auch tut

Serienkiller hießen beim FBI am Anfang Sequenzmörder

1977 steckt die Kriminalpsychologie in den USA nicht einmal in den Kinderschuhen. Mörder werden, wenn sie nicht am elektrischen Stuhl landen, lebenslang weggesperrt, den Begriff Serienkiller gibt es nicht, und was Gewaltverbrecher zu ihren Taten bewegt hat, schert niemanden.

Die Soziologin Debbie Mitford hilft bei der Einordnung der Killertypen

Fast niemanden: Der junge FBI-Agent Holden Ford (Jonathan Groff), Verhandlungsführer bei Geiselnahmen, will wissen, was in den Köpfen der Täter vorgeht, erst recht, nachdem sich ein Geiselnehmer vor seinen Augen erschossen hat. Gemeinsam mit dem alten FBI-Hasen Bill Tench (Holt McCallany) beginnt er, inhaftierte Mehrfachmörder zu befragen, um ihre Psyche zu ergründen und herauszufinden, warum sie zu Mördern wurden.

Manche Serienkiller leben heute immer noch

Die Soziologin Debbie Mitford (Anna Torv) schließt sich den beiden an Geschliffene Dialoge. Regie-Schwergewicht David Fincher ist mit ‚Mindhunter‘ ein großer Wurf gelungen, dabei wird in zehn Folgen fast ausschließlich geredet. Doch die geschliffenen Dialoge - untereinander oder zwischen FBIlern und Killern (die es wirklich gab und die teils noch leben) - fesseln mehr als mancher Actionthriller.

Ed Kemper ist einer der Psychokiller, um die es in ‚Mindhunter‘ geht

Fincher, der sich am Buch ‚Die Seele des Mörders‘ von John Douglas und Mark Olshaker orientierte, lässt das Seelenleben der Ermittler nicht zu kurz kommen und zudem die nikotinhaltigen 1970er grandios auferstehen. Weiteres Plus: eine Top-Besetzung! Schade, dass wir auf Staffel 2 bis 2018 warten müssen!

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