Interview mit TV-Legende Michael Schanze

Von 1977 bis 1985 moderierte Schanze das ZDF-Kinderquiz 1, 2 oder 3 – sein „Plopp“ ist ein Stück Fernsehgeschichte

Von 1977 bis 1985 moderierte Schanze das ZDF-Kinderquiz 1, 2 oder 3 – sein „Plopp“ ist ein Stück Fernsehgeschichte

Zum Start seines Heidi-Musicals trafen wir den ehemaligen Fernseh- und Schlagerstar Michael Schanze (1, 2 oder 3) zum Interview. Plus: Für die Online-Community von TV-MEDIA hat die TV-Legende auch eine Video-Botschaft hinterlassen!

Plattenvertrag mit Anfang 20, in den 70ern (Hätten Sie heut’ Zeit für mich?), 80ern (1, 2 oder 3) und 90ern (Flitterabend, Kinderquatsch mit Michael) eine große Nummer im deutschen TV und seit gut 15 Jahren auf Theaterbühnen unterwegs – Michael Schanze hat in seiner 50-jährigen Karriere eine Menge erlebt. Nun feiert sein zweites Musical ausgerechnet in Wien Premiere: Heidi, u. a. mit Uwe Kröger, Alfons Haider und Maya Hakvoort. TV-MEDIA nutzte die Gelegenheit und bat Schanze am Rande der Heidi-Proben zum Interview.

TV-MEDIA: Verraten Sie uns, wie es zum Heidi-Musical kam?
Michael Schanze: Der Grund dafür ist Wien, denn hier waren wir ja 2015 sehr erfolgreich mit Scrooge, meinem ersten Musical, das demnächst wieder im Museumsquartier läuft in einer ganz neuen Inszenierung (22.–30. 12.). Die Scrooge-Verantwortlichen fragten mich, ob ich nicht Lust hätte, ein Bambi-Musical zu schreiben. Ich war schon fast fertig, da kam der Anruf aus Berlin, ich solle alles liegen und stehen lassen – wegen Heidi. Das ist ungefähr zweieinhalb Jahre her, aber es hat die Zeit gebraucht, weil ich selbst auf der Bühne stehe – aktuell in Kiss Me Kate in Bonn, wo ich einen schleimigen Wiener Ganoven spiele. Dort geht das durch. (lacht)

TV-MEDIA: Sie haben vor mehr als 15 Jahren freiwillig die TV- mit der Theaterbühne getauscht …
Schanze: Ich habe selbst erlebt, wie die Zeit vor Fernsehsendungen über die Jahre immer knapper geworden ist, und gehofft, dass das beim Theater ein anderes Arbeiten ist. Außerdem fragte ich mich schon Ende der 80er-Jahre: Will ich ein Leben lang die Showtreppe herunterkommen? Als Ende der 90er meine Ehe in die Brüche ging, war das der letzte Anstoß für mich, dass ich was ändern muss. Auch wenn es dann noch ein bisschen gedauert hat. Heute darf ich die unterschiedlichsten Rollen spielen, und das als Späteinsteiger in meinem fünften Leben. (lacht)


Ich hatte damals noch nicht das Rückgrat, zu sagen: Ich möchte lieber meins machen!

TV-MEDIA: Dabei haben Sie von 1967 bis 1970 an der neuen Hochschule für Fernsehen und Film München studiert …
Schanze: Ja, in der ersten Klasse – u. a. mit Wim Wenders, Hajo Gies, Hartmut Griesmayr. Wobei ich „nur“ Unterhaltung gemacht habe.

TV-MEDIA: Ist Ihnen damals schon eine Schauspielkarriere vorgeschwebt?
Schanze: Eigentlich nicht, aber ich habe schon früh gespürt, dass da etwas Raum haben wollte. Weil ich im Fernsehen nur ein vergleichsweise kleines Segment von mir gehabt habe.

TV-MEDIA: Immerhin drehten Sie in den 70ern öfter mit Franz Antel …
Schanze: Zum Beispiel das 27. Remake von Krambambuli mit Paul Hörbiger, Heinz Reincke. Ich weiß noch, dass ich mir für 600 Mark einen auberginefarbenen Lederanzug kaufte, und weil ich wollte, dass mich der Hund beweint, rieb ich ihn mit Fleischlaberl ein. (lacht)

1, 2 oder 3 mit „Plopp“

TV-MEDIA: Als Sänger deutscher Schlager waren Sie schon ab den späten 60ern erfolgreich …
Schanze: Ich will nicht undankbar sein, aber als junger Spund hätte ich lieber was anderes gemacht, spielte ja mit meiner Band Lieder von Dean Martin oder Andy Williams. Nur: Dann kriegst du als junger Mann 300.000 oder 400.00 Mark für deine Unterschrift unter einen Schallplattenvertrag, und man sagt dir, dass Erfolgskomponisten Lieder für dich schreiben. Ich hatte damals noch nicht das Rückgrat, zu sagen: Ich möchte lieber meins machen!

TV-MEDIA: Auf welche Ihrer alten TV-Sendungen werden Sie am häufigsten angesprochen?
Schanze: Sicher 1, 2 oder 3. (steckt den Finger in den Mund und macht „Plopp“)

Video-Botschaft von Michael Schanze

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