Meissnitzer & Knauß im Doppelinterview: Ex-Skistars sind nun ORF-Kommentatoren

In ihrer aktiven Laufbahn holten sie 21 Weltcupsiege, fünf WM- und vier Olympiamedaillen für Österreich, jetzt bereichern Alexandra Meissnitzer und Hans Knauß durch ihr geballtes Skiwissen die Alpinübertragungen des ORF. TV-MEDIA traf unsere Exskiasse vor der Abreise nach Nordamerika auf der steirischen Reiteralm zum Interview. Gut gelaunt erzählte das Duo dort über den Job hinterm ORF-Mikro - und verriet, dass man bzw. frau auch bei der Fahrt mit der TV-Kamera nicht auf die Bremse tritt.

TV-MEDIA: Können Sie sich noch an Ihr "erstes Mal" hinter ORF-Mikro erinnern?
Alexandra Meissnitzer: So spektakulär war's bei mir nicht. Ich hatte voriges Jahr ein paar ORF-Probeeinsätze. Mein erster war in St. Moritz - dabei habe ich einfach zu viel geredet (lacht)...
Hans Knauß: Ja, sehr genau. Das war in Lake Louise. Der Robert Seeger hat mich eingewiesen und gemeint: Setz dich hin, das machen wir schon irgendwie. Zuerst wusste ich nicht, was ich sagen soll, aber dann hab ich mich voll auf die Sache konzentriert - und schon ist es dahingegangen. Allerdings sind während der ersten zehn Läufer noch die Arbeiter über uns gekraxelt und haben Leitungen verlegt (lacht). Rückblickend habe ich mich in der Kabine trotzdem sehr wohl gefühlt.

TV-MEDIA: Wie kann man sich die Arbeit in der Kommentatorenkabine vorstellen? Wer bestimmt, wer was wann wie sagt?
Hans Knauß: Ich kommentiere die meisten Rennen mit Oliver Polzer, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Drum wissen wir genau, wie lange jeder redet und wie lange er für seine Sätze braucht. Zum Timing: Das meiste wird ja vom Rennen selbst vorgegeben. Start, Zwischenzeit und Lauftzeit gehören dem "Chef", in meinem Fall also Oliver Polzer. Der "Ko", also ich, hat die Zeit dazwischen, in der er zum Beispiel Fahrfehler analysiert.
Alexandra Meissnitzer: Es gibt auch die Fahrzeit zu Orientierung. Dadurch weiß ich genau, wie viel Redezeit ich habe. Die größte Herausforderung für mich ist, alles unter einen Hut zu bringen: die Zeiten dem Kommentator zu überlassen und selbst sachliche Informationen zu liefern - und das zum richtigen Zeitpunkt. Gar nicht leicht, denn ich bin eine ziemliche Plaudertauscht (lacht)!

TV-MEDIA: Wie wird man auf den Job vorbereitet? Bekommt man Tipps, wie man richtig spricht, wann man bestimmte Wörter vermeidet, etc.?
Hans Knauß: Was mich betrifft: nein!
Alexandra Meissnitzer: Der Hintergedanke dabei ist, authentisch zu bleiben. Der ORF will weder den Hans noch mich hochdeutsch sprechend, weil dann sind wir ja nicht mehr die Meisi und der Hans.
Knauß: Allein unseren Jargon ins Hochdeutsche zu übersetzen wäre furchtbar schwer und würde sehr lange dauern.

TV-MEDIA: Haben Sie Vorbilder?
Alexandra Meissnitzer: Nicht direkt, obwohl ich schon darauf achte, was meine Kollegen machen. Aber ich muss für mich selbst herausfinden, was gut ist, meine Arbeit soll ja auch natürlich wirken. Die Kamerafahrten vom Hans finde ich trotzdem genial!
Hans Knauß: Deine zweite Kamerafahrt in Zauchensee habe ich übrigens gesehen. Die war super!
Alexandra Meissnitzer: Ich hatte Angst, weil die Strecke so lang ist (lacht).

TV-MEDIA: Im Ernst: Sind Kamerafahrten eine große Herausforderung?
Hans Knauß:
Alexandra Meissnitzer: Bei meiner ersten Probekamerafahrt habe ich irgendwann komplett den Faden verloren. Was ich total unterschätzt habe, war, dass man schon ganz früh zu reden beginnen muss, um eine bestimmte Passage zu erklären. Als ich im Ziel war, habe ich dann an das gedacht, was Hans mir geraten hat: Du musst am Start schon wissen, was du wo sagst. Am nächsten Tag hat es dann überraschend gut funktioniert.

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