Medienenquete 2018: Diskussion über Österreichs Medienzukunft

Gerhard Zeiler, Chef von Turner International, bei seinem Vortrag

Gerhard Zeiler, Chef von Turner International, bei seinem Vortrag

Zwei Tage wurde über Österreichs Medienzukunft und die des ORF diskutiert. Am einprägsamsten: Gerhard Zeilers Rede.

Wie soll sich Österreichs Medienlandschaft in Zukunft aufstellen und ihr Überleben finanzieren bzw. sich gegen die globalen Player á la Facebook, Google und Amazon durchsetzen? Keine kleinen Fragen, die da vergangene Woche während zwei Tagen im Wiener Museumsquartier diskutiert wurden. Einberufen wurde dieser „Mediengipfel“ von der VP-/FP-Regierung, wie viele vermuten, allein zum Zweck, den ORF umzuorganisieren und an die neuen Machtverhältnisse im Land anzupassen. So weit kam es dann doch nicht bei der Medienenquete: Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war über weite Strecken außer Streit gestellt, die Begehrlichkeiten der Privat-Sender am Gebührenkuchen waren dennoch deutlich hörbar. Entscheiden wird sich all das mit einem neuen ORF-Gesetz, dessen erste Teile schon dieses Jahr beschlossen werden sollen …

Bedrohungsszenario

Den großen Bogen spannte freilich ein anderer: Ex-ORF-und RTL-Chef Gerhard Zeiler, 62, Präsident des TV-Konzerns Turner Broadcasting International, der Sender wie TNT, Cartoon network oder CNN betreibt. In seiner Auftaktrede sah Zeiler eine „sich signifikant verändernde Medienlandschaft“ – und das weltweit. Seine Belege dafür: In den USA streamen oder downloaden bereits mehr Menschen unter 45 Jahren TV-Programm, als es sich im klassischen linearen TV anzusehen. Der Anteil der Kabel-TV-User geht stark zurück (von 92 auf 80 Prozent in den vergangenen sechs Jahren), E-Commerce-Giganten wie Amazon fokussieren immer mehr aufs Kerngeschäft der Konkurrenz, also den TV-Content. Und das mit enormer Finanzkraft. Die sogenannte Marktkapitalisierung etwa von Netflix ist mittlerweile höher als jene des größten Medienkonzerns weltweit (Disney). Trotz deutlich schlechterer Geschäftszahlen. Sprich: Dieses Business hat klar mehr Fantasie für die Anleger …

Wie aber diesem Megatrend begegnen, der dem User plattformunabhängigen (digitalen) Konsum genau jener Programme ermöglicht, die er tatsächlich haben will, „und“, so Zeiler, „nicht nur der besten aller ungewollten Möglichkeiten“? – Seine Antwort: Jedes Medium müsse ein klares Alleinstellungsmerkmal für seine Zielgruppe haben – und dieses möglichst exklusiv. Plus: Der jeweilige Content müsse via Multiplattformstrategie, also über alle möglichen Medien ausgespielt werden …

„ … dann ist man Staatsfunk“

Und was bedeutet das übersetzt für den ORF, der – bedroht durch die aktuellen Regierungspläne – um sein Selbstverständnis ringt? Zeiler verlangt – neben einem Österreich-Fokus und Programmen „für alle Seher“ – vor allem „journalistischen Mut“ und auch „Mut des Managements“ gegenüber der Politik. „Ohne diesen Mut nimmt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk das Recht, sich öffentlich-rechtlich zu nennen. Dann ist man Staatsfunk.“

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