‚Marvel’s The Defenders‘: Lahmer Auftakt für das neue Superhelden-Ensemble!

‚Marvel’s The Defenders‘: Lahmer Auftakt für das neue Superhelden-Ensemble!

Seit gestern können sich Comic-Fans auf Netflix über die neue Marvel-Serie ‚The Defenders‘ zu Gemüte führen. Ob der Auftakt gelungen ist, und wie die vier Superhelden Jessica Jones (Krysten Ritter), Luke Cage (Mike Colter), Daredevil (Charlie Cox) und Iron Fist (Finn Jones) zusammenspielen, lesen Sie hier.

Die Kooperation von Netflix und der Disney Company war in der Vergangenheit ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg des beliebten Streaming-Riesen. Spätestens 2019, wenn diese Partnerschaft beendet wird (TV-MEDIA berichtete), könnte Netflix jedoch ein großes Problem bekommen. Denn: Bleiben beim VoD-Anbieter die beliebten Tick- und Animationsfilme der Mausfabrik, sowie Produktionen der Tochterunternehmen Marvel (‚The Avengers‘) sowie Lucasfilm (‚Star Wars‘) aus, gehen mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Abonnentenzahlen zurück. Bis es soweit ist läuft aber noch viel Wasser die Donau hinunter – und ob auch tatsächlich die vom Publikum und Kritikern hochgelobten Marvel-Serien betroffen sind, ist noch in der Schwebe.

Ende der Disney-Partnerschaft wäre Katastrophe für Netflix

Zu eben jenen zählen ‚Daredevil‘, ‚Jessica Jones‘, ‚Luke Cage‘ und ‚Iron Fist‘. Deren einzelne Erzählstränge für einen Laien aufzuschlüsseln würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, kurz gesagt handelt es sich bei diesen Vieren aber um Menschen mit Superkräften, die anders als ihre Kollegen Iron Man, Captain America und Co jedoch ziemlich mit ihrem Schicksal hadern. Während sich die Heroes der ‚Avengers‘-Filme mit grellen Spezialeffekten von Szene zu Szene fetzen, sind diese Typen auf dem Boden geblieben, das Ambiente eher düster und die Geschichten psychologisch wertvoll gehalten. Nachdem das Erfolgsrezept für die einzelnen Figuren (mit Ausnahme von ‚Iron Fist‘) bereits voll aufging, passierte zuletzt der einzig nachvollziehbare Schritt: die Serien wurden unter dem Titel ‚The Defenders‘ zusammengelegt.

‚Marvel’s The Defenders‘ – Offizieller Trailer

Auftakt der neuen Marvel-Ensemble-Serie

Seit gestern, 17. August, gibt es also eine weitere Serie im Repertoire von Comic-Verlagshaus Marvel; die komplette erste Staffel zu acht Episoden steht zum Ansehen auf Netflix bereit. Wir haben natürlich bereits reingeschaut, und wollen an dieser Stelle eine spoilerfreie Kritik abgeben. Vorweg: Ja, es ist möglich die ‚Defenders‘ zu sehen, ohne dafür die Vorgängerserien zu kennen. Warum? Weil man selbst als Kenner überfordert ist, der wirren Erzählstruktur und der Zusammenführung der Protagonisten zu folgen.

Los geht’s: ein lahmer Fehlstart

Als Bindeglied halten zwar überdeutliche Szenenwechsel in Form von schnell geschnittenen Zugaufnahmen, separate Soundtracks oder kolorierte Zwischensequenzen her (jeder Held hat seine „eigene“ Farbe; z. B. Rot bei Daredevil oder Grün für Iron Fist), bis die Figuren aber tatsächlich zusammenfinden fühlt sich ‚Defenders‘ an, als würde man zwischen den Einzelserien hin- und herzappen. Ab dem Moment des Zusammentreffens geht allerdings die Post ab: Die Harmonie zwischen den Charakteren passt hervorragend und so unterschiedlich die Motive der Hauptfiguren anfangs auch sind, werden Diskrepanzen spätestens dann beiseite gelegt, wenn sie zum ersten Mal als Team auftreten. In erster Linie wurde natürlich genau dieser Punkt, der auch bereits die ‚Avengers‘ so besonders macht, von Fans der Originalcomics gewünscht, warum sich die Macher bis dahin allerdings so viel Zeit lassen und die erste Folge mit öden Belanglosigkeiten ausschmücken, bleibt ein Rätsel. Wichtig: Nicht abschrecken lassen und dranbleiben!

Jetzt geht’s los: uuund Action!

Den Fehlstart kann man spätestens ab der ersten richtigen Actionsequenz verzeihen. Natürlich handelt es sich dabei um einen für Marvel-Serien typischen und bereits in den Trailern angekündigten Flurkampf, bei dem sich die Defenders durch eine Schar von Gegnern prügeln. Zugegeben, wir haben schon bessere Hallway-Fights gesehen (Keanu Reeves Action-Überraschungshit ‚John Wick‘ ist letztendlich solch eine 100-minütige Szene am Stück!), aber wir gehen fest davon aus, dass die bösen Buben noch etliche Male verdroschen werden müssen – und die richtigen Moneyshots erst im Laufe der Serie kommen. Sympathisch macht diese Sequenz unserer Ansicht nach die augenscheinlich verhunzte Choreographie: Natürlich haben nicht alle dieser Helden (bzw. deren Schauspieler und Stuntmen) dieselben Voraussetzungen, die eine ist schneller, der andere stärker. Wer auf abgepasste Stunteinlagen hofft, sollte beim Synchronturmspringen einschalten oder Jackie-Chan-Filme gucken.

Großartiger Schachzug: Sigourney Weaver als Bösewicht

Die Figurendynamik macht diese Serie ganz besonders reizvoll und ab der Einführung von Ober-Widersacherin Alexandra (‚Alien‘-Heldin Sigourney Weaver) springt vermutlich jedem Cineasten das Herz im Dreieck. Anstatt die große Antagonistin als mächtige Figur einzuführen, wird sie im Moment ihrer größten Schwäche gezeigt. Ein Schritt, der natürlich fatal nach hinten losgehen könnte, sich in diesem Fall aber als schlichtweg genial entpuppt. Als Zuschauer hegt man gleichermaßen Sympathie wie Hass für diesen Charakter und die Bösewichtorganisation „The Hand“. Für Kenner der Prequel-Serien lüftet sich hier auch ein nebulöser Schleier.

Comic-Freunde die mit Serien wie ‚Gotham‘ oder ‚Agents of S.H.I.E.L.D.‘ durch sind, sollten den ‚Defenders‘ auf jeden Fall eine Chance geben. Für den vollen Genuss ist es zwar naheliegend, sich vorab über ‚Jessica Jones‘, ‚Luke Cage‘, ‚Daredevil‘ und ‚Iron Fist‘ schlau zu machen, notwendig ist es aber nicht.

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