„Kränk di ned" wegen 65 Jahren: Martha Butbul alias Jazz Gitti feiert Geburtstag

Sie ist gern gesehener Gast bei Society-Veranstaltungen, hat wahrscheinlich beinahe jede Bühne in Österreich bereits bespielt und gilt spätestens seit ihrem Solo-Debüt mit dem Album "A Wunda" 1990 als Fixpunkt der heimischen Unterhaltungsmusik: Martha Butbul - oder besser bekannt Jazz Gitti. Jetzt feiert die Sängerin ihren 65. Geburtstag.

Butbul kann auf eine abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Um die Sängerin, die am Freitag (13. Mai) ihren 65. Geburtstag feiert, ist es dabei keineswegs ruhiger geworden, hat sie doch erst vor wenigen Wochen ihr mittlerweile zwölftes Soloalbum veröffentlicht, das sie gewohnt selbstbewusst "Männertraum" betitelt hat.

Wiener Schmäh brachte sie weit

Dieses Selbstbewusstsein spiegelte sich auch 2009 wieder, als ihr das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen wurde. Anlässlich der Auszeichnung habe sie sich zunächst gefragt, wieso sie diese erhalte. "Aber dann hab ich mir gedacht: Eigentlich hab i mir's verdient", scherzte die Sängerin bei der Verleihung vor zwei Jahren. Mit ihrem Wiener Schmäh tanzt die füllige Musikerin und Entertainerin auf vielen Hochzeiten: Neben ihren eigenen Konzerten ist sie immer wieder bei kleineren Theaterstücken mit von der Partie und auch im heimischen Fernsehen präsent.
Am 13. Mai 1946 wurde Jazz Gitti als Martha Bohdal in Wien geboren und gewann bereits mit 16 Jahren einen Jugendwettbewerb mit dem Lied "Lulila". Ein Album war in Planung, allerdings kam ein Verwandtenbesuch in Israel und die Liebe dazwischen. Die Sängerin heiratete und lebte bis 1971 in Haifa, wo sie 1965 auch ihre Tochter Shlomit zur Welt brachte. Nach der Rückkehr nach Österreich arbeitete sie zunächst als Kellnerin in einem Jazz-Club, bevor sie selbst als Gastronomin tätig wurde und 1973 das "Cafe Zuckerl" gründete. Zwei Jahre später sollte der erste Wiener Jazz-Heurige folgen, dem sie auch ihren damaligen Spitz- und heutigen Künstlernamen zu verdanken hat.

„Hey du“ - nichts für den Song Contest

Erste musikalische Schritte in der heimischen Konzertlandschaft unternahm sie Anfang der 1980er Jahre mit den österreichischen Bühnen-Berserkern von Drahdiwaberl, mit ihrer eigenen Band, "Jazz Gitti & her Discokillers", mit der sie bis heute unterwegs ist, tourte sie in den darauffolgenden Jahren mit einer Mischung aus Jazz-und Blues-Standards sowie Schlager-Songs durch Österreich und Deutschland. Auch der Song Contest war vor Jazz Gitti nicht sicher, mit dem Lied "Hey Du" scheiterte sie 1984 allerdings in der heimischen Vorausscheidung.

Durchbruch mit „Wunda“

1990 folgte schließlich das "Wunda" und der Durchbruch, für 190.000 verkaufte Exemplare der Hitsingle "Kränk die net" erhielt sie u.a. 1991 einen "World Music Award". Bis heute hat sie insgesamt zwölf Studioalben veröffentlicht, die teils Gold- und Platin-Status erlangten. Obwohl die Musik das fixe Standbein der stattlichen Sängerin ist, wagte Jazz Gitti immer wieder auch kleinere Ausflüge ins Theaterfach, trat in Musicals auf und war Anfang der 1990er Jahre Teil des ORF-Satireformats "Tohuwabohu". Ebenfalls Fernsehauftritte bescherten ihr eine Rolle im "Kaisermühlen Blues" oder das Ratequiz "Was gibt es Neues".

Live voll da

Mitte April kam "Männertraum" auf den Markt, auf dem es "um die Liebe" geht, wie die Musikerin im Pressetext zitiert wird. "Unterm Strich bleibt: Jeder Mensch hat jemanden der einen liebt und der ist dann für die- oder denjenigen der personifizierte Traum." Möglichkeiten, das neue Album live zu genießen, gibt es für Fans der Jazz Gitti reichlich in diesem Jahr. Nach einem Muttertags-Konzert im Wiener Schutzhaus Zukunft am vergangenen Sonntag folgen Auftritte etwa am 15. Mai im niederösterreichischen Weinburg, am 21. Mai mit einem "Best of Hits"-Programm in Pistorf oder am 12. Juni in Wien mit ihren "Discokillers".

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