Körpersprache-Experte Stefan Verra analysiert ORF-Anchorman Armin Wolf

Körpersprache-Experte Stefan Verra analysiert ORF-Anchorman Armin Wolf

Armin Wolfs ‚ZiB 2‘-Interview mit Erwin Pröll wurde zum landesweiten Aufreger. TV-MEDIA hat den Körpersprache-Experten Stefan Verra für eine Analyse in die Redaktion gebeten. Unser Video gibt Aufschluss und verrät: „Vergleiche mit Verhören oder einer Anklagebank sind fehl am Platz, dennoch ist Wolf nicht unbeteiligt, wenn sich manche Interviewpartner vorgeführt fühlen.“

Die ‚ZiB 2‘ als „Anklagebank“ für Politiker, Armin Wolf-Interviews als „Verhöre“. – Aussagen von ORF-Online-Chef Thomas Prantner, die vergangene Woche zu einer heftigen Diskussion auch über den Interviewstil von Armin Wolf führten (im Hintergrund standen freilich Küniglberg-interne Polit-Stellungsspiele).

TV-MEDIA nahm die Diskussion – in deren Verlauf sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz spät, aber doch hinter seinen Anchorman stellte – zum Anlass und bat den Körpersprache-Experten Stefan Verra um eine Analyse von Armin Wolfs Mimik und Gestik: Ist die ihm oft zugeschriebene Arroganz körpersprachlich sichtbar? Wie aggressiv geht er zu Werke? Verra zog dazu jenes Interview heran, das zuletzt für die größte Aufregung sorgte: Wolfs ZiB 2-Gespräch mit dem scheidenden NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll vom 27. März.

Sehen Sie hier die Live-Analyse von Stefan Verra

Stift in der Hand, obwohl nichts geschrieben wird

Vorweg: Wolf, so analysiert der Experte, habe eine sehr sanfte Stimme. „Er geht mit der Stimme nach oben, was sehr harmonisch wirkt. Und er nimmt am Anfang eine stark asymmetrische Haltung ein, ist ganz durchgebogen. Das wirkt sehr unkonfrontativ, eigentlich eine Unterwürfigkeitshaltung.“ Allerdings: „Er dreht sich auch weg vom Gesprächspartner und gibt die rechte Hand mit dem Stift vor die Brust - wenn ein Mensch mit einem ihm lieben Partner spricht, hält er die Hand sicher nicht so vor sich.“ Der Stift, den viele News-Moderatoren verwenden, habe dabei eine ganz spezielle Funktion. Verra: „Er macht mich größer. Man zeigt, man hat das Heft in der Hand.“

Wolf „hämmert“ seine Fragen nach

Im Laufe des Interviews wird die Körpersprache bei beiden Kontrahenten intensiver. Verra: „Wolf beginnt in seiner typischen Art nachzubohren. Stimmlich bleibt er ruhig, aber körpersprachlich beginnt er seine Nachrichten quasi mit der Faust nachzuhämmern.“ Spannend sei, „wie er es macht. Mit einem Kommunikationsringerl – er nimmt nur die Spitzen von Daumen und Zeigefinger zusammen. Das kommt eigentlich von der Faust. Früher im Urwald haben wir mit ihr das Ungeziefer erschlagen.“ – Und später wird's noch konfrontativer: „Wolf beginnt mit den Handkanten zu schlagen. Man merkt, das ist kein ruhiges Gespräch mehr.“

Fingerspitzen als „Stichwaffen“

Inhaltlich ist man mittlerweile bei der umstrittenen Erwin-Pröll-Privatstiftung angelangt, der Ton wird rauer – und auch die Körpersprache. Verra: „Wolf kommt mit der Stichwaffe, seinem Zeigefinger, Pröll reagiert mit dem eigenen Zeigefinger, sie bohren sich gegenseitig an.“ Wolf hält den Stift zudem oft mit der Faust, die Sache wird tonischer, angespannter. Gegen Ende hin (es geht immer noch um die Privatstiftung), gibt es laut Verra nur mehr ganz wenig Blickkontakt von Wolf, er sieht Pröll nur mehr selten an, Wolfs Körper dreht sich immer mehr nach rechts weg. „Die beiden sind sich gar nicht mehr grün.“

Das Finale: Pröll droht Wolf mit dessen „Chef“ Alexander Wrabetz und fährt seinerseits die „Stichwaffe“ aus. Verras Resümee: Vergleiche mit Verhören oder einer Anklagebank seien völlig fehl am Platz, vermessen und gefährlich. Im Gegenteil: „In Deutschland sehnt man sich nach einem Interviewer wie Armin Wolf, der als Advokat des Volkes hart nachfragt.“ Umgekehrt sei Wolf aber nicht unbeteiligt, wenn sich manche Interviewpartner vorgeführt fühlen. Sein Tipp an die Seher: einfach mal den Ton beim TV-Gerät ausschalten …

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