Kann ‚Breaking Bad‘ als Film tatsächlich gut gehen?

Kann ‚Breaking Bad‘ als Film tatsächlich gut gehen?

Zwei eifrige Filmschneider aus Frankreich haben die Neo-Kultserie ‚Breaking Bad‘ (62 Episoden in 5 Staffeln) zu einem zweistündigen Film verpackt. Kann so ein Experiment gut gehen?

Bryan Cranston sorgte als Drogenbaron in der Serie ‚Breaking Bad‘ für ordentlich Gesprächsstoff, nicht selten las man in den Medien von der „besten Serie aller Zeiten“. Dass letztere Anerkennung spätestens alle drei Jahre einem neuen Projekt zu Teil wird, beweisen Formate wie ‚Game of Thrones‘ oder ‚Westworld‘, doch das TV-Drama um den krebskranken Chemielehrer Walter White hat sich diesen Titel wirklich verdient. Immerhin: Zwei Golden Globes und 16 Emmys konnte die Serie von 2008 bis 2013 abstauben.

Fünf Staffeln in zweistündigen Film komprimiert

Fünf Staffeln zu 62 Folgen umfasst die AMC-Produktion, und erzählt vom Aufstieg und Fall eines Spießbürgers, der in einer ausweglosen Situation seine Liebe zum Methkochen entdeckt. Besonders prägend ist dabei das Zusammenspiel von Walter (Cranston) und seinem Kompagnon Jesse (Aaron Paul), aber natürlich auch private Schicksalsschläge mit Ehefrau Skyler (Anna Gunn) und dem Drogenfahnder-Schwager Hank (Dean Norris). Erlebnisse mit anderen Gangsterbossen (wie z. B. mit Giancarlo Esposito als Gus Fring) und dem „Saubermacher“ Mike (Jonathan Banks) runden das Geschehen ab, schleifen die Hauptfigur aber nicht unwesentlich zu dem Mann, den die sozialen Netzwerke vor zehn Jahren beinahe täglich zitierten („I’m the One who knocks“).

Ob der Werdegang von Walter aka „Heisenberg“ auch mit weniger Zeitaufwand nachempfunden werden kann, wollten zwei französische Filmemacher herausfinden. Was einst als Studienprojekt begann, hat nach zwei Jahren harter Arbeit endlich ein Ergebnis hervorgebracht: Lucas Stoll und Gaylor Morestin haben die Serie zu einem Spielfilm zusammengeschnitten. So wurden aus etwa 50 Stunden Binge-Watching im Serienformat, etwas mehr als zwei Stunden Filmgenuss.

Das Ergebnis würden wir Ihnen an dieser Stelle gerne präsentieren, leider wurde der Zusammenschnitt – natürlich auf Grund von Urheberrechtsklagen – bis auf weiteres von YouTube und Vimeo entfernt. Sobald der Streifen wieder online ist, werden Sie ihn hier zu sehen bekommen!

Logiklöcher und zu wenig Tiefe

Wer es bisher verabsäumt hat, sich dieses Monstrum von einer Serie zu Gemüte zu führen, bekommt mit diesem Supercut eine schöne Zusammenfassung aufgetischt. Mehr aber auch nicht. Tatsächlich braucht es Figuren wie beispielsweise Gus (Giancarlo Esposito), Gale (David Costabile) und Jane (Krysten Ritter), um zu Verstehen, warum die beiden Hauptfiguren so geworden sind, wie sie am Ende der Serie dastehen. Viele solcher Zusammentreffen gehen teilweise komplett verloren, oder reißen von einer Szene auf die andere ohne Begründung ab.

Für einen kurzen Moment scheint es für Jesse (Aaron Paul) bergauf zu gehen, dann verliert er seine Freundin Jane (Krysten Ritter) an eine Überdosis Heroin – ein Erlebnis, das in der „Filmfassung“ zur Gänze verloren geht

Für einen kurzen Moment scheint es für Jesse (Aaron Paul) bergauf zu gehen, dann verliert er seine Freundin Jane (Krysten Ritter) an eine Überdosis Heroin – ein Erlebnis, das in der „Filmfassung“ zur Gänze verloren geht

Hier beweist das Format Serie seinen womöglich größten Vorteil gegenüber dem Film: Der Zuseher kann sich über lange Zeit hinweg mit einem Charakter zu identifizieren versuchen, und durchlebt mit ihm quasi sein TV-Leben. Ein so komplexes Werk wie ‚Breaking Bad‘ einzig und allein auf die Tatsache zu reduzieren, dass ein Krebskranker zum Drogenchef mutiert und dabei Hilfe von einem Kleinkriminellen bekommt, ist schlichtweg zu wenig. Schade, aber der Versuch war gut gemeint.

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