Der Kaiser als Sacher-Portier: Robert Palfrader über seine neue Filmrolle

Ein Portier, wie er im Buche steht: Robert Palfrader als diskreter Sacher-Concierge Sebastian Mayr

Ein Portier, wie er im Buche steht: Robert Palfrader als diskreter Sacher-Concierge Sebastian Mayr

Wir trafen den Kabarettisten und Schauspieler am Set, wo er mit uns über die Fußball-EM, Norbert Hofer, Sachertorten, Ferialjobs sowie ‚Hallo – Hotel Sacher … Portier!‘-Legende Fritz Eckhardt sprach

Todernster Blick, seriöse Haltung, tipptopp gekämmt und korrekt gekleidet: So treffen wir Robert Palfrader bei den Dreharbeiten zum ORF-Film ‚Das Sacher‘. Vom kaiserlichen Komödianten ist nicht viel zu sehen, wenn er den Portier Sebastian Mayr mimt – umso interessanter ist die Unterhaltung, die wir mit dem 47-jährigen Hotelierssohn (!) haben.

Kein Platz für Komödie: Palfrader spielt einen ernsthaften Sebastian Mayr

Kein Platz für Komödie: Palfrader spielt einen ernsthaften Sebastian Mayr

TV-MEDIA: Der von Ihnen gespielte Portier Sebastian Mayr ist im Gegensatz zu vielen anderen Sacher-Protagonisten eine fiktive Figur. Wie legt man so eine Rolle an?
Robert Palfrader: Ich entstamme einer Hoteliersfamilie, und mein erster Arbeitsplatz war in einem Hotel, im Marriott. Außerdem habe ich schon als Jugendlicher in den Ferien hinter der Rezeption des Hotels meiner Tante gearbeitet. Ich kenne den Job also, seit ich 15, 16 bin, das ist nichts Neues für mich.


Wie man Durchlauchten richtig anredet und den Plural richtig bildet, weiß ich!

TV-MEDIA: Und welche Rolle spielt Ihr Charakter im Film?
Robert Palfrader: Eine nebensächliche. Er ist mehr oder weniger die rechte Hand von Anna Sacher, ihr treuer Weggefährte und willfähriger Büttel ihrer Macht.

TV-MEDIA: Und einer, der natürlich alles mitkriegt, was im Hotel passiert ...
Robert Palfrader: Wie ein guter Portier das halt macht: Er weiß viel und sagt nix. Er führt quasi durch den Film, weil alles oder vieles, was im Hotel passiert, an der Rezeption vorbei muss.

Der Herr Sebastian in würdevoller und anmutiger Gesellschaft: Ursula Strauss spielt Anna Sacher, Francesca von Habsburg eine Diplomaten-Frau

Der Herr Sebastian in würdevoller und anmutiger Gesellschaft: Ursula Strauss spielt Anna Sacher, Francesca von Habsburg eine Diplomaten-Frau

TV-MEDIA: Macht es einen Unterschied bei der Vorbereitung, dass es sich hier um einen historischen Stoff handelt?
Robert Palfrader: Eigentlich nicht, weil ich glaube nicht, dass sich die Arbeit eines Bediensteten in einem Hotel groß geändert hat. Vielleicht sind die Arbeitszeiten angenehmer geworden, und ist die Bezahlung angemessener. Die Historie hat allenfalls eine Relevanz, weil die Sprache ein bisschen verschrobener, komischer ist. Aber das ist mir aus ‚Wir sind Kaiser‘ durchaus geläufig. Dass man mit Titeln zu jonglieren hat und wie man Durchlauchten richtig anredet und den Plural richtig bildet, weiß ich (lacht) .

TV-MEDIA: ‚Das Sacher‘ ist eine ernsthafte Angelegenheit. Gibt’s irgendeine komödiantische Note, die Sie reinbringen?
Robert Palfrader: Nicht ich, aber die Drehbuchautorin. Es gibt die eine oder andere witzige Situation, aber das ist auch den realen Vorbildern geschuldet. Zum Beispiel Anna Sacher, die meinte, wenn sie einen ihrer Hunde für depressiv hielt, müsse man ihm Marillenmarmelade geben. Was übrigens der Code war für: „Gebt’s ihm einen Kaviar!“ Sie hat also ihre Hunde mehr verwöhnt als Menschen. So etwas finde ich witzig, wobei ich selbst meine Figur überhaupt nicht ins Komische überzeichne. Das war weder gewünscht noch meine Intention.


Mit Sachertorte kann man mich jagen! Ich brauch sie mein Lebtag nicht mehr

TV-MEDIA: Bei uns verbindet man Fernsehen und Hotel Sacher vor allem mit der 70er-Serie mit Fritz Eckhardt ...
Robert Palfrader: Ich muss gestehen: Ich habe keine einzige Minute davon gesehen! Der einzige Bezug, den ich zum Hotel Sacher habe, ist, dass mein Onkel dort 34 Jahre gearbeitet hat, die letzten 17 als Direktor des Hauses. Und ich weiß, dass es bei jeder Familienfeier Sachertorte gegeben hat und sie mir schon bei den Ohren rausgestaubt ist (lacht) . Mit 16, 17 hab ich das Zeug nicht einmal mehr mit einer Portion Schlagobers runtergekriegt. Alle sollen sie essen, ein tolles Produkt, nur ich brauch sie mein Lebtag nicht mehr. Damit kann man mich jagen!

In ‚Hallo – Hotel Sacher … Portier!‘ empfing Fritz Eckhardt von 1973 bis 1974 insgesamt 26 Folgen lang Hotelgäste

In ‚Hallo – Hotel Sacher … Portier!‘ empfing Fritz Eckhardt von 1973 bis 1974 insgesamt 26 Folgen lang Hotelgäste

TV-MEDIA: Im Hotel Sacher gibt’s auch ein Café. Waren Sie privat jemals dort?
Robert Palfrader: Noch nie. Ich war einmal ganz kurz im Hotel, entweder für ‚Undercover‘ oder ‚Echt fett‘, das weiß ich nicht mehr genau.

TV-MEDIA: Dabei können Sie selbst ja auf eine Zeit als Kaffeehausbetreiber zurückblicken ...
Robert Palfrader: Das ist lange her. Gekauft habe ich es vor fast 25 Jahren, und zweieinhalb Jahre hab ich es besessen.


Wenn meine Kinder jemals den Wunsch äußern würden, in die Gastronomie zu gehen, würde ich versuchen, ihnen die Arme zu brechen

TV-MEDIA: Gab’s seither Wehmut, dass Sie aufgehört haben?
Robert Palfrader: Überhaupt nicht, im Gegenteil. Wenn meine Kinder jemals den Wunsch äußern würden, in die Gastronomie zu gehen, würde ich versuchen, ihnen die Arme zu brechen (lacht) . Obwohl es eine gute Schule ist. Man muss auch unterscheiden, ob es ein Ferialjob ist oder einer, den man neben dem Studium macht, oder eine Karriere. Ich halte das für ein außerordentlich schwieriges Metier. Die Arbeitsbedingungen sind ziemlich familienfeindlich, und es ist relativ schlecht bezahlt. Ich habe Hochachtung vor jedem, der in der Gastronomie arbeitet. Vor allem in der Hotellerie: Ich weiß noch, was ich früher verdient habe und wie viel ich gearbeitet habe, und das war definitiv nicht okay.

TV-MEDIA: Haben Sie ein Stamm-Café?
Robert Palfrader: Nein. Aber ich geh wahnsinnig gerne ins Sperl, ins Prückel – aber das war es dann auch schon.

TV-MEDIA: Themenwechsel: Gibt es schon Neuigkeiten, ob es mit den ‚Metzger‘-Krimis weitergeht?
Robert Palfrader: Da müssen Sie bei der Produktionsfirma nachfragen. Mit mir hat schon länger niemand mehr darüber gesprochen, was aber nichts heißt. Bei Filmprojekten geht es ja oft wahnsinnig schnell, die Finanzierung ist plötzlich da, und dann muss das Ding innerhalb von drei Monaten stehen.

Am 7. Juni gibt's eine neue ‚Staatskünstler‘-Folge mit Robert Palfrader, Florian Scheuba und Thomas Maurer

Am 7. Juni gibt's eine neue ‚Staatskünstler‘-Folge mit Robert Palfrader, Florian Scheuba und Thomas Maurer

TV-MEDIA: Am 7. Juni läuft eine neue ‚Staatskünstler‘-Folge. Wird die aufgrund der aktuellen politischen Gegebenheiten besonders brisant?
Robert Palfrader: Sie haben die Frage praktisch schon beantwortet (lacht) . Im Ernst: Ich will jetzt keine überzogenen Erwartungen generieren, aber es wird schon ein paar lustige Sachen geben.

TV-MEDIA: Norbert Hofer ist am Bundespräsidenten-Sessel vorbeigeschrammt. Könnten Sie sich vorstellen, ihn wie vor ein paar Jahren seinen FPÖ-Freund HC Strache zu ‚Wir sind Kaiser‘ einzuladen?
Robert Palfrader:
Selbstverständlich!


Fußball-EM: Ich werde wahrscheinlich nur mit thermonuklearen Waffen vom Bildschirm wegzubekommen sein, körperliche Gewalt wird nicht ausreichen!

TV-MEDIA: Strache ist damals nicht sehr gut bei der Audienz weggekommen ...
Robert Palfrader: Das müssen andere beurteilen, kann sein, dass er mich ein bisschen unterschätzt hat und das NLP-Training noch nicht so weit fortgeschritten war. Ich glaube nicht, dass ihm der Fehler noch einmal passieren würde. Bei Hofer müsste ich mir was sehr Gefinkeltes überlegen, weil der lebt ja davon, Sprache zu manipulieren. Was eine Herausforderung wäre, der ich mich gerne stellen würde.

TV-MEDIA: Wäre es unter einem Bundespräsidenten Hofer für Sie und Ihre Kabarettisten-Kollegen eigentlich unangenehmer geworden in Österreich?
Robert Palfrader: Nein, ich glaube, da überschätzt man die Gefahr, die von so jemandem ausgeht. Selbst wenn der Herr Hofer Bundespräsident geworden wäre, hätte das nicht geheißen, dass die Rechtsgenossenschaft aufgekündigt wird und Österreich im Chaos versinkt. In so einem Fall gäbe es immer noch die österreichische Beamtenschaft, die sich mutig dazwischensetzt, und die muss man einmal bewegen. Dass das Bürgerliche Gesetzbuch in die Donau geschmissen wird, nur weil ein bestimmter Mensch einer bestimmten Couleur Präsident wird – diese Gefahr sehe ich nicht.

TV-MEDIA: Zum Schluss: Werden Sie die Fußball-EM verfolgen?
Robert Palfrader: Ich werde wahrscheinlich nur mit thermonuklearen Waffen vom Bildschirm wegzubekommen sein, körperliche Gewalt wird nicht ausreichen. Es muss zumindest eine Faustfeuerwaffe im Spiel sein, dann könnte es sein, dass ich ein Match versäume!

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