„Ich wünsche mir einen schönen Tod“ – Interview mit Sansa Stark

„Ich wünsche mir einen schönen Tod“ – Interview mit Sansa Stark

Sophie Turners Debüt vor der Kamera war die Rolle der Sansa Stark in ‚Game of Thrones‘ – mit 13 Jahren. Nun kommt die siebente ‚GoT‘-Staffel, Turner ist inzwischen routiniert. Doch wie ist es, so eine Rolle zu spielen? Und was kommt nach ‚Game of Thrones‘? Wir trafen Sophie Turner zum Interview.

TV-MEDIA: Sie waren 13 Jahre jung, als Sie in die Show eingestiegen sind. Es war Ihre erste professionelle Rolle und gleich ein großer Erfolg.
Sophie Turner: Als ich die Rolle bekommen habe, kannte ich ‚Game of Thrones‘ noch nicht. Ich hatte keine Ahnung, auf was ich mich da eingelassen hatte. Es war nur klar, dass es eine ernste Rolle sein würde. Nach der ersten Staffel wussten wir nicht, ob es eine zweite geben würde. Dann setzte ein Schneeball-Effekt ein, und ‚Game of Thrones‘ wurde von Staffel zu Staffel zu einem größeren Phänomen. Für mich war es anfangs einschüchternd, am Set mit Schauspiel-Kapazundern wie Sean Bean oder Peter Dinklage zu stehen. Ich war 13 Jahre alt und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich habe meine Rolle quasi mit Sansa gelernt. Wir mussten uns beide in dieser neuen Welt zurechtfinden und schnell anpassen.

TV-MEDIA: Was dürfen Sie uns über die neue Staffel und Ihre Rolle darin verraten?
Sophie Turner: Sansa muss sich mit den neuen Verhältnissen vertraut machen. Sie hat jetzt zwar Macht, aber eben nicht jene, die sie gerne hätte. Jon wurde zum König des Nordens ausgerufen. Sansa hat keinerlei Anerkennung in diese Richtung bekommen. Das macht ihr zu schaffen. Sie weiß nicht, ob die Leute in Winterfell sie hier haben wollen. Sie muss lernen, wem sie trauen kann.

TV-MEDIA: Es gibt Gerüchte, dass die Stark-Geschwister, Sansa, Arya und Bran, in der siebten Staffel ein Wiedersehen feiern. Allerdings soll die Stimmung etwas angespannt sein.
Sophie Turner: Ich werde auf keinen Fall etwas spoilern. Es wäre natürlich schön für Arya, Bran und mich, wenn wir uns endlich wiedersehen könnten. Aber wäre das nicht ein zu großer Glücksmoment für eine Serie wie ‚Game of Thrones‘? Falls wir tatsächlich zusammenfinden, sollte es ein schöner Moment sein – trotz Aryas und Sansas Konflikt in der ersten Staffel. Sansas Motivation in den letzten acht Jahren war es, am Leben zu bleiben, um eines Tages ihre Familie wiederzusehen. Daher glaube ich, dass alle einfach nur glücklich wären, wenn sie sich wieder in die Arme schließen könnten.

TV-MEDIA: Sansa hat am Ende der 6. Staffel zum ersten Mal jemanden getötet und es scheinbar genossen. Wie gefährlich ist Sansa in Staffel 7?
Sophie Turner: Die Szene war großartig, nicht wahr? Sansa lächelt am Schluss und man wird das Gefühl nicht los, dass sie Lust am Töten gefunden hat. Ich glaube, für sie war es vor allem Rache. Sie will den Menschen wehtun, die ihre Familie verraten haben. Und plötzlich hat sie die Macht dazu. Es könnte durchaus sein, dass Sansa ein wenig zur dunklen Seite neigt. Aber sie ist keine kaltblütige Mörderin wie Cersei oder die White Walker. Sie hat noch immer die Moral des Hauses Stark in sich injiziert. Aber für diejenigen, die sie betrogen haben, stellt sie eine schwer kalkulierbare Bedrohung dar.

TV-MEDIA: Wird Sansa jemals zu ihrem ursprünglichen Wunsch – zu heiraten und eine Familie zu gründen – zurückkehren?
Sophie Turner: Für sie gibt es mittlerweile erstrebenswertere Ziele, als zu heiraten und Kinder zu bekommen. Sie fühlt sich alleine am sichersten. Sie weiß, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen kann. Ihr Vertrauen wurde zu oft missbraucht. Sie hat so viel Zeit mit Littlefinger verbracht, glaubte, nur mit ihm stark zu sein. In der letzten Staffel hat sie ihn dann gewissermaßen verstoßen. Das war eine bewusste Entscheidung. Seither fühlt sie sich stärker. Aber das ist meine persönliche Interpretation. Ich glaube, ihr einziges Ziel ist es, ihre Familie wieder zurückzubekommen – oder was davon noch übrig ist.

TV-MEDIA: Nach dieser Staffel wird es nur noch eine Staffel geben. Wie sollte ‚Game of Thrones‘ Ihrer Meinung nach enden?
Sophie Turner: Für mich, also Sansa, wünsche ich mir eine tolle Todesszene. Das wäre fein. In einer perfekten Welt würde Sansa ihre Feinde beseitigen, sich mit ihrer Familie wiedervereinigen, nur um dann durch die Hand von jemandem, den sie liebt, zu sterben.

TV-MEDIA: Das klingt nach einem klassischen Shakespeare-Finale.
Sophie Turner: Wäre das nicht wunderbar? Aber wahrscheinlich wird es nicht passieren. Was die Serie betrifft, fände ich persönlich es wunderbar, wenn Cersei am Ende am Eisernen Thron Platz nimmt. Ich liebe es, Lena Headey (spielt Cersei) zuzusehen, wenn sie Cerseis dunkle Seiten auslebt. Sie ist so wunderbar sadistisch. Cersei am Thron wäre mein ideales Ende. Aber wer weiß schon, wie ‚Game of Thrones‘ endet? Alles ist möglich.


Cersei ist so wunderbar sadistisch

TV-MEDIA: Sie wünschen sich, dass Sansa von jemandem, den sie liebt, umgebracht wird? Das klingt nach einer sehr speziellen Version von Romantik.
Sophie Turner: Ich will keine Romantik. Ein Familienmitglied sollte Sansa umbringen. Das wäre perfekt. Ich wünsche mir für Sansa nicht, dass sie sich nochmals verliebt. Für mich hat sie mit dem Thema Beziehung und Partnerschaft abgeschlossen. Jemand aus ihrer Familie, dem sie vertraut, sollte sie dahinmeucheln. Das wäre das perfekte Ende für meine Figur.

TV-MEDIA: Die größte Überraschung wäre es, wenn am Ende von ‚Game of Thrones‘ ein großes Happy End steht.
Sophie Turner: Das stimmt wohl. Alle erwarten sich ein schreckliches Ende. Insofern wäre es lustig, wenn George R. R. Martin (der Autor) uns mit einem versöhnlichen Ende überraschen würde. Vielleicht sitzt am Ende Daenerys am Thron? Oder Jon Snow? Oder jemand, den wir seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen haben? Es gibt im ‚GOT‘-Universum so viele interessante Charaktere. Es ist unmöglich, vorherzusagen, wer am Ende den Thron besteigt. Vielleicht gibt es am Ende den Thron ja auch gar nicht mehr (lacht).

TV-MEDIA: Der englische Popstar Ed Sheeran hat eine kleine Gastrolle in der siebten Staffel. Haben Sie ihn am Set getroffen?
Sophie Turner: Nein, leider nicht. Aber ich habe gehört, dass die Episode, in der er mitspielt, sehr gut geworden ist. Ich finde es generell toll, dass wir so viele Cameos in unserer Serie haben. Wir hatten schon Sigur Rós, den Schlagzeuger von Coldplay, und Gary Lightbody, den Sänger von Snow Patrol. Es macht Spaß, mit unseren Musik-Gästen vor der Kamera zu stehen.

TV-MEDIA: ‚Game of Thrones‘ endet nach der 8. Staffel. Werden Sie es vermissen, oder sind Sie froh, dass Sie ab dann mehr Zeit für andere Projekte haben?
Sophie Turner: Ich glaube, ich werde es furchtbar vermissen. Natürlich ist es nett, wenn man endlich wieder Sommerurlaub machen kann. Ein bisschen Bräune wäre toll. Ich habe langsam genug von der noblen Blässe Winterfells. Andererseits geht mit dem Aus von ‚GOT‘ auch meine finanzielle Sicherheit flöten. Zudem werde ich meine Serien-Familie vermissen, die ich die letzten acht Jahre immer um mich hatte. Außerdem habe ich von Jahr zu Jahr als Schauspielerin dazugelernt – und als Mensch. Wer weiß, vielleicht ist ‚Game of Thrones‘ ja auch mein letzter großer Job gewesen. Es ist also spannend und erschreckend zugleich, wenn ich ans Ende denke.

TV-MEDIA: Sansa wurde in der Serie übel mitgespielt. Sie wurde physisch und mental missbraucht. Wie anstrengend war die Rolle für Sie? War es überhaupt möglich, auch Spaß zu haben?
Sophie Turner: Oh ja! Ich glaube, ich hatte den meisten Spaß am Set von ‚Game of Thrones‘. Vielleicht genau deshalb, weil Sansas Rolle eben so düster ist. Umso ausgelassener waren wir hinter den Kulissen. Es war wohl auch eine Art Kompensation. Unser Ensemble und die Crew sind meine besten Freunde geworden. Wir geben vielleicht sogar mehr Gas, als wir sollten.


Ich hatte den meisten Spaß am Set von ‚Game of Thrones‘

TV-MEDIA: Haben Sie eine Lieblingslocation in Nordirland?
Sophie Turner: Ich stehe die meiste Zeit im Studio in Belfast vor der Kamera. Aber mein Lieblingsset war das von Godswood mit dem wunderschönen roten Lebensbaum. Ich glaube, ich war zum ersten Mal dort, als wir Sansas und Ramsays Hochzeitsszene gedreht haben. Ich habe damals so viele Fotos gemacht, denn trotz der traurigen Rahmenbedingungen war es das schönste Set, auf dem ich je war. Dort fühlte ich mich zu Hause.

TV-MEDIA: Es wird gerade eifrig an möglichen Spin-offs gebastelt. Man munkelt, es werde an 4 bis 5 Drehbuchkonzepten gearbeitet. Werden Sie involviert sein?
Sophie Turner: Bis jetzt gibt es keine fertigen Drehbücher. Es könnte kein einziges Spin-off kommen oder eines, zwei, drei, vier. Zum momentanen Zeitpunkt weiß das niemand. Was ich aber weiß, ist, dass es keine klassischen Spin-offs, sondern Prequels werden würden.

TV-MEDIA: Wenn Sie bei einem Spin-off dabei wären, welche Geschichte würden Sie sich wünschen? Wie wär’s mit einem Sansa-Arya-Roadtrip?
Sophie Turner: Das würde mir Spaß machen. Gute Idee. Maisie und ich wieder gemeinsam am Set. Ich bin für einen Sansa-und-Arya-Roadtrip inklusive jeder Menge Karaokebar-Abenteuer. Ich bin dabei.

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