Ruth Moschner im Interview: „Ich bin ein schrecklich positiver Mensch“

Wir sprachen mit Frohnatur Ruth Moschner über Steffen Henssler, ihren Job und ihre Verbindung zu Wien

Wir sprachen mit Frohnatur Ruth Moschner über Steffen Henssler, ihren Job und ihre Verbindung zu Wien

Ruth Moschner gehört zum deutschen TV-Inventar. 2000 enterte die gebürtige Münchnerin die große Fernsehbühne als Moderatorin der Comedyshow ‚Freitag Nacht News‘ und hat sie seither nicht mehr verlassen. ‚Big Brother‘, ‚Das Supertalent‘, ‚River Boat‘, zuletzt ‚Ewige Helden‘. Wir baten die quirlige Blondine mit der sympathisch frechen Schnauze zum Interview.

Am Sonntag, 31. Juli, ist Ruth Moschner beim finalen Sommer-Special der Kochshow ‚Grill den Henssler‘ im Einsatz, im Herbst kommt eine neue reguläre Staffel – und ebenfalls im Herbst startet die 40-Jährige mit der eigenen SAT.1-Panelshow ‚So tickt der Mensch‘. Über die spricht sie im TV-MEDIA-Interview noch nicht, dafür über ‚Grill den Henssler‘, Beziehungsklatsch, den Ruf, eine Frohnatur zu sein, sowie ihre österreichischen Wurzeln.

TV-MEDIA: Sie moderieren seit der zweiten Staffel ‚Grill den Henssler‘: Was macht den Reiz der Sendung aus?

Ruth Moschner: Die Sendung macht einfach wahnsinnig viel Spaß, weil man vorher nie weiß, was passiert. Natürlich gibt es einen Rahmen: die Spiele sind festgelegt, die Regeln, die Promis und ich kennen die Gerichte – aber wie die unterschiedlichen Komponenten aufeinander reagieren, kann man eben nicht planen. Es ist ein bisschen wie beim Babysitten. Man weiß zwar, dass das Kind gefüttert werden soll, aber es besteht durchaus die Gefahr, dass der Babybrei auch an der Wand landet und das Kleine einfach nur auf den Arm möchte. (lacht)


‚Grill den Henssler‘ ist ein bisschen wie Babysitten

TV-MEDIA: Von Verona Pooth bis Jürgen Drews, von Jimi Blue Ochsenknecht bis Thorsten Legat – die Promi-Mischung bei ‚Grill den Henssler‘ ist bunt. Gibt’s Sendungen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Moschner: Ich werde niemals die Sendung vergessen, in der Steffen mit verbundenen Augen gegen Oliver Wnuk angetreten ist, der ebenfalls nichts sehen konnte. Es gab Crêpes, eine Riesensauerei und am nächsten Tag Bauchmuskelkater vom vielen Lachen. Traumatisiert bin ich immer noch, als Steffen ein rosa Tutu anzog und wie ein Wilder damit durchs Studio sprang. Er hat es übrigens nicht angezogen weil er musste, nein, denn die Wette gegen Detlef Steves hatte er gewonnen. Nein, er trug es, weil er es wollte und das, obwohl er – sorry, dass ich das hier so sagen muss – nicht wirklich die Beine dafür hat. Und ich erzähle immer wieder gerne von Mieze Katz, der bezaubernden Frontfrau der Band Mia, die sich im Vorfeld nicht nur perfekt auf ihren Kochgang vorbereitete, sondern ihren Freund in meine Rolle schlüpfen ließ, der sie beim Üben interviewte, damit sie während der Zubereitung auch charmant mit mir plaudern konnte. Ein wahrer Showprofi!

Eingespieltes Duo: Seit der zweiten Staffel moderiert Ruth Moschner ‚Grill den Henssler‘

Eingespieltes Duo: Seit der zweiten Staffel moderiert Ruth Moschner ‚Grill den Henssler‘

TV-MEDIA: Hat sich Ihre eigene Einstellung zum Grillen durch die Show verändert, oder werden Sie immer der Typ „Vorbereiterin“ bleiben, als die Sie sich unlängst in einem Interview bezeichnet haben?

Moschner: Nein, innerhalb von zwei Wochen ändert sich sowas nicht.

TV-MEDIA: Noch ein Wort zu Steffen Henssler. Liegt’s an seinem Ehrgeiz, dass sich die Zahl der Kandidatensiege an den Fingern einer Hand abzählen lässt. Und hat er da vielleicht ein bisschen was von Stefan Raab?


Steffen hat mittlerweile eine eigene Marke besetzt und muss nicht mehr mit anderen verglichen werden.

Moschner: Na ja, also so schlimm ist es nun auch wieder nicht, Steffen Henssler wird durchaus öfter gegrillt - aber er lässt sich eben nicht mehr so leicht eine komplette Sendung abnehmen. Das war früher anders. Er ist aber natürlich stärker denn je, bis aufs Zahnfleisch ehrgeizig. Ich finde jedoch solche Vergleiche nicht besonders schmeichelhaft. Ich bin eine große Verehrerin von Stefan Raab und durfte mit ihm auch das eine oder andere Mal zusammenarbeiten. Er ist einer der besten Entertainer ever! Aber Steffen hat mittlerweile schon eine eigene Marke besetzt und muss nicht mehr mit anderen verglichen werden. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht ein Kompliment wäre. Es wird Zeit, dass man andere mit Steffen vergleicht.

TV-MEDIA: Sie kennen Steffen Henssler ja mittlerweile genau. Welche Ingredienzien braucht es denn, um ihn zu schlagen?

Moschner: Das verrate ich nur gegen einen sehr hohen Preis. Oder man schaut sich die Sendung einfach ganz genau an. Eigentlich ist es doch relativ offensichtlich, wie man ihn kriegt.

Am 12. November 2015 gewann Moschner den Publikums-Bambi für ‚Grill den Henssler‘

Am 12. November 2015 gewann Moschner den Publikums-Bambi für ‚Grill den Henssler‘

TV-MEDIA: Und noch einmal Henssler! „Läuft da etwa was zwischen den beiden hinter der Kamera?“, fragte ein Magazin im Herbst. Erheitert oder genervt, wenn über Ihr Liebesleben medial spekuliert wird?

Moschner: Ich habe das Glück, dass mein Partner solche Berichte genauso wenig ernst nimmt wie ich. Irgendwie ist es ja auch niedlich, dass es immer noch Journalisten gibt, die ihre romantische Seite über unsere Sendung ausleben können. Das ehrt uns. Für viele sind wir halt nicht nur eine Kochshow, sondern auch der „Rosamunde-Pilcher“-Film von VOX.

TV-MEDIA: Wie schaffen Sie es eigentlich, Ihr Privatleben weitgehend aus den Boulevard-Medien herauszuhalten?

Moschner: Das ist jetzt nicht sooo schwer! Ich spreche einfach nicht darüber, das ist alles. Es gibt ja noch genug andere spannende Themen. Es ist ja auch nicht so, dass ich nie was Persönliches erzähle. Auf meinen Social-Media-Kanälen lasse ich die Fans durchaus an meinem Leben teilhaben. Aber was die Persönlichkeitsrechte von Privatpersonen angeht, da bleibe ich voller Respekt.


Ich bin ein schrecklich positiver Mensch und sehe meistens das Glas halb voll.

TV-MEDIA: Sie kommen im TV als personifizierte Frohnatur rüber. Sind Sie privat auch so?

Moschner: Ja, ich bin ein schrecklich positiver Mensch und sehe meistens das Glas halb voll. Zumindest ist es das, was mir meine Freunde immer wieder sagen. Einem selber fällt das ja nicht so auf. Aber ich kann natürlich auch ernst sein.

TV-MEDIA: Apropos ernst: Hat der 40. Geburtstag heuer auf Ihre positive Stimmung gedrückt?

Moschner: Nein, sollte er? Irgendwie hatte ich bei den Interviewanfragen zu dem Thema immer das Gefühl, mich entschuldigen zu müssen, dass man in so einem hohen Alter überhaupt noch öffentlich stattfindet. Aber keine Sorge, mit Ende 70 werde ich wahrscheinlich nicht mehr mit hohen Schuhen und bunten Kleidchen durchs TV-Studio stöckeln. Dann mache ich das nur noch privat. (lacht)


Ich hoffe ja immer noch auf das Angebot, endlich mal als weiblicher James Bond durchzustarten!

TV-MEDIA: Wo soll denn die berufliche Reise in den nächsten Jahren hingehen? Wird der Moderatoren-Job im Vordergrund stehen, oder würde Sie auch wieder echte Comedy wie zu Ihren TV-Anfängen reizen, oder die Schauspielerei?

Moschner: Ich bin ein großer Fan der ZDF-‚heute-show‘! Die führen das weiter, was wir mit den ‚Freitag Nacht News‘ (lief von 1999 bis 2006 bei RTL, Anm.) angefangen haben. Viele Autoren von damals sind dort untergekommen, und ich freue mich wahnsinnig über den Erfolg. Die Show kann man nicht besser machen! Ich bin mit meiner Funktion als Moderatorin von Unterhaltungsfernsehen aktuell sehr zufrieden und dankbar, dass ich all diese tollen Sendungen präsentieren darf. Die Schauspielerei ist ja mehr Hobby. Aber ich freue mich immer sehr, wenn sich eine kleine Rolle mit meinem Terminkalender vereinbaren lässt. Leider muss ich die meisten Angebote für Fiction ablehnen, weil es zeitlich zu aufwendig wäre. Aber ich freue mich wirklich über jede Anfrage und hoffe ja immer noch auf das Angebot, endlich mal als weiblicher James Bond durchzustarten!

TV-MEDIA: Etwas Ernstes: Vor zwei Jahren haben Sie in einem Interview mit der BUNTEN gesagt, wie betroffen Sie die damaligen Ereignisse in Israel (voller militärischen Auseinandersetzungen, Anm.) gemacht hätten und von Erlebnissen bei einem Ihrer Israel-Besuche erzählt, Stichwort: Raketen. Dazu ein Zitat von Ihnen: „Ernsthafte Probleme gibt es bei uns in Deutschland doch gar nicht. Es ist ein derartiges Privileg, in einer friedvollen Umgebung leben zu dürfen.“ Wie sehen Sie denn heute die Situation in Ihrem Land und in Europa?

Moschner: Ich glaube nach wie vor fest daran, dass unsere Kanzlerin und ihr Team Deutschland so führen, dass wir auch weiterhin in Frieden leben dürfen. Aber auch wir selbst sind doch dafür verantwortlich, unser Leben lebenswert zu gestalten, freundlich zu unseren Nachbarn zu sein, und wenn es nur ein nettes „Hallo, wie geht’s?“ ist. Integration wird ein immer wichtigeres Thema werden. Ich glaube, darin liegt der Schlüssel zu fast allen Problemen, die uns gerade herausfordern. Ich habe viele Freunde mit Migrationshintergrund, Ärzte, Wissenschaftler, Unternehmer, kluge Menschen, die in Deutschland angekommen sind. Wieso soll man denen, die heute um Hilfe bitten, diese Chance verwehren? Ein Freund von mir konnte anfangs auch unsere Sprache nicht, heute rettet er Menschenleben. Mehr gibt es doch dazu nicht zu sagen.


Ich könnte mir auch gut vorstellen, eine Zeitlang in Wien zu leben.

TV-MEDIA: Etwas ganz anderes zum Schluss: Haben Sie irgendeinen Bezug zu Österreich?

Moschner: Mein Großvater ist österreichich-ungarischer Abstammung, ein Teil meiner Familie lebt immer noch in Wien. Daher kenne ich die Stadt natürlich seit meiner Kindheit. Mit meiner Großtante bin ich immer zum Meinl ins Kaffeehaus. Über Instagram habe ich einen der dortigen Patissiers, Jürgen Vsetecka, kennengelernt, der hat mir erst kürzlich einen Einblick in die Backstube ermöglicht. Ein Traum! Man möchte dort sofort einziehen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, eine Zeitlang in Wien zu leben. Inzwischen habe ich auch einige gute Freunde dort. Und ich bin immer wieder neu verliebt in die herrliche Architektur und die charmanten Menschen im Allgemeinen. Allerdings würde ich extrem zunehmen, weil wirklich jedes Gasthaus hervorragende Küche bietet. Schrecklich, alles ist so lecker. (lacht)

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