Zu Besuch in Wien: ‚The Blind Side‘-Star Quinton Aaron im exklusiven Interview

Zu Besuch in Wien: ‚The Blind Side‘-Star Quinton Aaron im exklusiven Interview

Wenn Hollywoodstars einen Kurztrip nach Wien planen, bleibt das nicht lange geheim. Im Fall von Quinton Aaron (‚The Blind Side‘) wurde aber ganze Arbeit geleistet, und nur TV-MEDIA durfte im Vorfeld des Wiener Filmballs – dort wird der 32-Jährige heute Abend übrigens einen Preis entgegennehmen! – mit dem sympathischen New Yorker plaudern.

Den heute 32-jährigen New Yorker Schauspieler Quinton Aaron kennen in Österreich wahrscheinlich nicht (mehr) viele. Dabei hat uns der zwei Meter große Hüne im Jahr 2009 neben Sandra Bullock im Sportdrama ‚The Blind Side‘ zu Tränen gerührt – und dafür auch großes mediales Echo bekommen. Während seine Filmkollegin gar mit einem Oscar geehrt wurde, gab es für Aaron u. a. Nominierungen bei den Black Reel Awards („Breakthrough Perfrormance“) und für den NAACP Image Award. Eine Ehre, die nicht vielen in der Branche zu Teil wird! Obendrein wenn man bedenkt, dass ‚Blind Side – Die große Chance‘ (so der deutsche Titel) sein Debüt als Hauptdarsteller markierte.

Austro-Model Kerstin Lechner interviewt für TV-MEDIA

Im Zuge des diesjährigen Wiener Filmballs, hat es Aaron in die Bundeshauptstadt verschlagen. Das kommt nicht von ungefähr, denn eine langjährige Freundin von ihm – die Niederösterreicherin Kerstin Lechner, die zur Zeit als Model zwischen Österreich und Los Angeles pendelt – rekrutiert neuerdings auch die Superstars für diese Veranstaltung. Und weil Aaron sich neben seiner Schauspielkarriere auch sozial engagiert, hat sich der Weg quasi von selbst geebnet. Im Zuge seines Aufenthalts, hat TV-MEDIA bei einem exklusiven Gespräch unter vier Augen zwischen den beiden Bekannten zugehört.

Kerstin Lechner für TV-MEDIA: Sei doch so gut, und schildere den Lesern von TV-MEDIA deinen Werdegang und wie du zur Schauspielerei gekommen bist.
Quinton Aaron: Das ging bei mir eigentlich schon früh los. Ich war immer schon der Scherzbold in der Familie und habe damit meine Mama verrückt gemacht. Ich habe so getan als wäre ich Batman, oder Michelangelo von den ‚Teenage Mutant Ninja Turtles‘. Zu letzterem gibt’s auch eine lustige Geschichte: Meine Mum hatte Nunchakus daheim herumliegen – fragt mich nicht wie sie an die ran gekommen ist! (lacht) – und ich konnte die in meiner Rolle natürlich gut gebrauchen. Dazu habe ich mir ihre orangenen Strumpfhose um den Schädel gebunden, meine Turtles-Unterhose angehabt, und fertig war das Michelangelo-Kostüm.

Kerstin Lechner – Model aus NÖ, das auch in Amerika durchstartet – interviewte für TV-MEDIA ihren langjährigen Kumpel Quinton

TV-MEDIA: Das ist wirklich lustig! Der geborene Comedian also.
Aaron: Ja, ich mag es Leute zum Lachen zu bringen. Der Gedanke hinter der Schauspielerei, nämlich jemand anderes zu sein als man ist, hat mich schnell gefesselt. Nicht dass ich mit meinem tatsächlichen Leben unzufrieden wäre, aber wenn es der Unterhaltung anderer Leute dient, bin ich gerne für jeden Spaß zu haben.

TV-MEDIA: ‚The Blind Side‘ war international ein echter Erfolg – nicht viele Schauspieler haben die Chance, bei so einem Projekt ihre ersten Gehversuche zu machen. Du warst aber dabei, und hast allen die Show gestohlen. Wie kam es damals dazu?
Aaron: Ich konnte es selbst erst glauben, als die erste Klappe fiel. Meine Familie hatte es nicht immer einfach und dass mir so etwas widerfährt war schon sehr besonders. Als ich zum Casting-Recall nach Los Angeles geflogen wurde, um Regisseur John Lee Hancock zu überzeugen, war das tatsächlich das erste Mal dass ich in einem Flugzeug gesessen bin. Nachdem unser 45-minütiges Gespräch zu Ende war, wusste ich nicht wie es weitergeht, aber ich war motiviert um jeden Preis bei diesem Film mitzuwirken. Also habe ich in meine Hosentasche gegriffen, ihm meine Karte zugesteckt und gemeint ‚Falls ihr einen Security am Set braucht, ich bin euer Mann‘.


Ich gab ihnen meine Visitenkarte und meinte: ‚Falls ihr einen Job als Security für mich habt, meldet euch‘

TV-MEDIA: Was!? Du hast ihm einen Secruity-Job angeboten obwohl du für die Hauptrolle vorgesprochen hast? Ich kenne dich jetzt schon eine ganze Zeit lang, aber diese Geschichte hast du mir verschwiegen.
Aaron: Wie gesagt, ich war in einer Situation die ich bis dahin nicht kannte und wollte das Beste daraus machen. Ich habe den Job übrigens davor schon bei ‚Fighting‘ mit Channing Tatum und ‚Everybody’s Fine‘ mit Robert De Niro gemacht. Wie ich ihm Nachhinein erfahren hatte, wusste Hancock zu dem Zeitpunkt schon längst dass er mich haben will, er hat es mir damals nur noch nicht sagen können weil die Castings noch voll im Gange waren.

TV-MEDIA: Schlussendlich hat sich damit dein Leben um 180 Grad gewendet.
Aaron: Ja, plötzlich war ich meinem Ziel einen riesengroßen Schritt näher. Ich wollte Schauspieler sein und auch umgeben von diesen ganzen Top-Stars einmal eine Rolle spielen.


Die ersten Tage habe ich es gar nicht gepackt und alles heimlich mit meinem Handy fotografiert

TV-MEDIA: Und wie war es dann für dich am Set bei ‚The Blind Side‘, umringt von solchen Kalibern wie Sandra Bullock?
Aaron: In den ersten Wochen habe ich es offen gesagt einfach nicht gepackt. Ich habe heimlich Fotos mit meinem Handy gemacht, Sandra und die Crew hat das selbstverständlich auch geschnallt, fanden das aber scheinbar charmant. Ich durfte weiterknipsen, aber davon durfte natürlich nichts nach außen dringen. Sie hatte in ihrer Rolle bekanntlich blonde Haare – übrigens eine Perücke! –, zuvor kannte man sie nur als Brünette. Das war also etwas ganz besonderes für diese Produktion.

TV-MEDIA: Aber jetzt sag schon: Privat … wie ist sie so drauf?
Aaron: Sie ist so ein super Mensch, total am Boden geblieben und versteht auch richtig viel Spaß. Zur Zeit als wir ‚The Blind Side‘ gedreht hatten, kam ihr Film ‚Selbst ist die Braut‘ mit Ryan Reynolds in die Kinos. Das ganze Team ging zusammen in eine private Vorstellung. Ihre Rolle in diesem Film war tausend und eins im Vergleich zu der super-seriösen Figur die sie in ‚The Blind Side‘ verkörpern musste. Wir haben sie ein klein wenig geärgert und einen Hip-Hop-Song angestimmt, sie stand da in ihrer weißen Kleidung und dieser blonden Perücke und ist richtig cool eingestiegen und hat zu twerken begonnen. Wir lagen am Boden! Das war so lustig! (lacht)

TV-MEDIA: Nun war das damals deine erste Hauptrolle, davor hast du recht wenig Zeit vor der Kamera verbracht. Da gab es doch bestimmt das Ein oder Andere, das du bestimmt noch nicht so gut konntest wie deine Kollegen, oder?
Aaron: Oh, da gibt es noch Vieles! (lacht) Aber was z. B. sehr schwer ist, ist auf Knopfdruck weinen zu können. Sandra gab mir damals den Tipp, man solle sich vorstellen eine runtergehauen zu kriegen. Von dem Moment an haben wir uns vor jeder Szene „Fakeslap!“ zugerufen und so getan als würden wir uns wirklich eine Watschen geben – und es hat funktioniert. Oh, dazu gibt es auch eine gute Story – ihr habt eh Zeit, oder?

TV-MEDIA: Schieß einfach los, wir sind gespannt!
Aaron: Sie kam einmal zu mir rüber, rief eben „Fakeslap!“ und hat so getan als würde sie mich ohrfeigen – nur dass ihr dabei diesmal wirklich die Hand auskam! Ich war total baff und wusste nicht was abgeht. Am Set wusste niemand von unserem „Trick“ und plötzlich war es muxmäuschenstill. Mir hat das nicht weh getan, und Sandra tat das auch voll leid, wir behielten die tradition jedoch bei und ich habe ihr dann ebenfalls eine Angedeute entgegengeschleudert, sie hat grandios reagiert und es muss für Außenstehende wohl so ausgesehen haben als würden wir uns da gerade umbringen. Na jedenfalls kamen die Securities zu uns gelaufen und es gab Rambazamba – bis wir das Missverständnis aufgeklärt haben. (lacht)


Ich habe den echten Michael Oher erst im Nachhinein kennengelernt – was vielleicht auch gar nicht so schlecht war

TV-MEDIA: Das hört sich unglaublich schräg an. Wenn es davon nur Videomaterial gäbe! Hast du den echten Michael Oher – den Footballspieler den du im Film porträtierst – eigentlich auch kennengelernt, um seine Persönlichkeit besser darstellen zu können?
Aaron: Im Nachhinein ja. Ich musste ja quasi seinen Werdegang nachspielen, wie er von der Straße bei Leigh Ann (eben Sandra Bullock) und ihrer Familie unterkommt und erstmals Geborgenheit bekommt. Ehrlich gesagt, ich kannte Oher zu diesem Zeitpunkt nicht, aber ich habe mir dieses Gefühl einfach vorstellen können. Scheinbar war das genau das richtige, denn auch Regisseur Hancock war wie weggeblasen von meiner Performance. Deswegen wollten sie auch, dass ich den echten Michael erst später kennenlerne – da sich seine Persönlichkeit im Laufe der Jahre natürlich geändert hat. Der Typ ist heute eine NFL-Legende und nicht mehr der Kerl von der Straße. Hätte ich ihn davor kennengelernt, hätte ich einen gänzlich anderen Eindruck von ihm bekommen.

TV-MEDIA: Sandra Bullock wurde für ihre Darstellung mit einem Oscar geehrt. Versteh mich nicht falsch, sie hat das grandios gemacht, tatsächlich warst aber du der Mittelpunkt des Films. Hast du so etwas wie Eifersucht empfunden, oder was ging dir durch den Kopf als sie mit dem wichtigsten Preis der Filmbranche geehrt wurde?
Aaron: Nein, also eifersüchtig war ich nicht. Sie hat ja auch im Vorfeld der Academy Awards schon einige renommierte Preise abgestaubt, es war also keine so große Überraschung mehr, dass sie auch noch einen Oscar einheimste. Sie ist ein Megastar und hat in sich wirklich verdient, ich wäre als Newcomer damals auch effektiv nicht dafür in Frage gekommen. Ich habe mich schon über meine Nominierungen (Black Reel Awards, BET Awards, Image Awards, MTV Movie Awards und Teen Choice Awards, Anm.) gefreut.

Grußbotschaft an die TV-MEDIA-Leser

TV-MEDIA: Abseits der Schauspielerei bist du ja auch sozial engagiert – erzähle doch auch ein wenig davon.
Aaron: Sehr gerne. Ich habe eine Organisation ins Leben gerufen – die Quinton Aaron Foundation – die Kindern mit Übergewicht und Mobbingopfern unter die Arme greifen soll. Tatsächlich sind diese beiden Faktoren in Amerika noch maßgeblich dafür verantwortlich, dass viele junge Menschen Selbstmord begehen, oder zu Drogen greifen, weil sie denken damit ihren Problemen entfliehen zu können. Ich setze mich dafür ein, und hoffe, auf diesem Weg auch noch viele prominente Unterstützer motivieren kann, sich mir anzuschließen.

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