Hollywood baut auf LEGO: Über die Stellung einer Spielzeugfirma in der großen weiten Filmbranche

Nachdem die dänischen Spielzeugmaxerl weltweit bereits die Kinderzimmer erobert haben, nehmen sie jetzt Hollywood in Angriff

Nachdem die dänischen Spielzeugmaxerl weltweit bereits die Kinderzimmer erobert haben, nehmen sie jetzt Hollywood in Angriff

Mit ‚The LEGO Movie‘ ist dem Regie-Duo Phil Lord und Chris Miller 2014 ein Geniestreich geglückt, diese Woche folgt mit ‚The LEGO Batman Movie‘ das erste Quasi-Spin-off. Während Bausteinfans dem Wiedersehen mit dem Dunklen Rächer entgegenblicken, sind im Hintergrund die Bauarbeiten an einem weiteren Streifen bereits vorangeschritten. Wir analysieren die Stellung der weltbekannten Spielzeugfirma in der Filmbranche und werfen einen ersten Blick auf ‚The LEGO Ninjago Movie‘.

Rund 470 Millionen Dollar hat das ‚LEGO Movie‘ (2014) international in die Kinokassen gespült – vergleichsweise „läppische“ 60 Mio. hat die Produktion des 100-minütigen Werbespots für den dänischen Multikonzern verschlungen. Man kann also sagen, dass der PR-Coup geglückt ist. Den hätte es zwar nicht zwingend gebraucht, immerhin ist die LEGO-Gruppe das erfolgreichste Spielzeugunternehmen der Welt (drei Millionen Bausteine werden stündlich produziert, Anm.), aber der Einstieg in die Filmbranche konnte bestimmt nicht schaden.

Der große Kampf ums Kinderzimmer

Mit einer wohldurchdachten Mischung aus schrillem Witz, liebevoller Animation und einer herzensguten Message haben es die Filmemacher Phil Lord und Chris Miller (drehen gerade das ‚Star Wars‘-Spin-off rund um das Solo-Abenteuer von Han Solo) bewerkstelligt, dieser ohnehin schon supererfolgreichen Firma den Weg nach Hollywood zu ebnen. Dass sich im Endeffekt hunderttausende Kinogeher dafür bereit erklärt haben, für diese neue Art von Werbeformat zu blechen, kann man nur als Win-Situation für die jeweiligen Branchen betrachten. Klar also, dass dieses Konzept fortgeführt wird. Bisweilen zwar nicht von Konkurrenten wie etwa Playmobil, aber insgeheim weiß jeder, dass LEGO den Kampf um die Kinderzimmer bereits in den 2000er-Jahren für sich entschieden hat – und gegenwärtig auch die Machtübernahme in den Wohnzimmern anstrebt.

Denn: LEGO hat sich vom Plastikbausatz für Kinder zum Sammelobjekt junger Erwachsener etabliert (vom Preis der Produkte ganz abgesehen). Neben zahlreichen lizenzierten Sets (von ‚Harry Potter‘ und ‚Ghostbusters‘ über ‚Fluch der Karibik‘ bis hin zu ‚The Big Bang Theory‘) und ausgeklügelter Multimedia-Kooperationen wie etwa mit Disney und Marvel, können die bunten Steinchen anno 2017 weitaus mehr, als sich nur übereinanderstapeln zu lassen. In dazupassenden Videospielen kann man die Kontrolle von Superhelden übernehmen, die Kreationen lassen sich via Apps und Computersoftware zum Leben erwecken, und im TV funktionieren Formate wie ‚Ninjago‘ und ‚Nexo Knights‘. Den Erfolg der hauseigenen Freizeitparks lassen wir an dieser Stelle außen vor. Wo man hinschaut, blickt man in die Gesichter der gelben Kult-Maxerl.

Einen ehrlicheren Batman kann selbst Hollywood nicht bringen!

Mit ‚The LEGO Movie‘ haben die Dänen jetzt ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt – und beginnen bereits fleißig, dieses auszuschlachten. Kommenden Freitag, 10. Februar, läuft mit ‚The LEGO Batman Movie‘ die erste Quasi-Fortsetzung des Überraschungshits von 2014 an. Inhaltlich beschränkt man sich diesmal zwar auf ein quirliges Abenteuer rund um den DC-Comichelden Batman (Originalstimme: Will Arnett), nachdem Superheroes vom Publikum momentan aber (noch) gut aufgenommen werden, könnte der Zeitpunkt nicht besser gewählt sein.

Während Streifen wie ‚Suicide Squad‘ oder ‚Batman v Superman: Dawn of Justice‘ fast schon langweilig daherkommen, sorgt der Animationsfilm aus dem Hause LEGO für den nötigen frischen Wind in den Segeln dieses Genres. Der bekannte selbstironische Witz wird auch diesmal wieder bis an die Grenzen getrieben – und offen gestanden: Einen ehrlicheren Bruce Wayne kann selbst Hollywood nicht bringen! Wer den Vorgängerfilm mochte, und den Flattermann aus Gotham zu seinen Favoriten zählt, wird mit diesem Flick seine Freude haben. Für die Regie zeichnet diesmal übrigens Chris McKay (‚Robot Chicken‘) verantwortlich, ein Ohrwurm wie seinerzeit ‚Everything is Awesome!!!‘ (das Lied wurde tatsächlich für einen Oscar nominiert!) bleibt diesmal jedoch aus.

Reise in das ferne Land Ninjago!

Dem aber nicht genug. Während hierzulande noch nicht einmal das ‚LEGO Batman Movie‘ offiziell über die Leinwand flimmert, wird im Hintergrund bereits an einem weiteren Featurefilm gebastelt. Thematisch wagen die Dänen und Produktionsfirma Warner Bros. einen zugegeben mutigen Schritt, denn angesiedelt ist der dritte Output in der Themenwelt ‚Ninjago‘. Hierbei handelt es sich um eine von LEGO erschaffene Produktlinie, die von asiatischer (Bau-)Kultur, den Mythen um Ninjas und Samurai, sowie Martial-Arts-Filmen wie ‚Karate Kid‘ inspiriert wurde.

Die coole Ninjago-Truppe mitsamt ihren Synchronsprechern

Die coole Ninjago-Truppe mitsamt ihren Synchronsprechern

Die Spielzeugsets zählen zu den momentanen Bestsellern im Sortiment, was sogar eine eigene TV-Serie zur Folge hatte. ‚Lego Ninjago: Masters of Spinjitzu‘ lief in unseren Breitengraden auf Super RTL, ist aktuell aber nur auf Cartoon Network zu sehen. Sechs Staffeln sowie ein TV-Special gibt es bereits, jetzt wird das hauseigene Franchise um einen Langfilm ergänzt. Als Vorbild nimmt man sich hierfür natürlich ‚The LEGO Movie‘ sowie ‚The LEGO Batman Movie‘ und bedient sich auch an selbigem Animationsstil. Wer also Angst hat, dass hier auf den „billig wirkenden“ Look der Fernsehserie zurückgegriffen wird, der irrt!

Jackie Chan spricht einen Plastik-Ninja

Dass sich LEGO für das kommende Kinoprojekt auch prominente Synchronsprecher ins Boot holt, spricht für die Wichtigkeit der Marke ‚Ninjago‘. Niemand Geringerer als die chinesische Film- und Kampfsport-Legende Jackie Chan wird beispielsweise die Sprechrolle des ehrwürdigen Lehrmeisters Wu übernehmen. Die Titelhelden werden u. a. von Dave Franco (‚Nerve‘), Michael Peña (‚Dirty Cops‘), Abbi Jacobson (‚Broad City‘), Kumail Nanjiani und Zach Woods (beide bekannt aus ‚Silicon Valley‘) sowie Fred Armisen (‚Unbreakable Kimmy Schmidt‘) synchronisiert. Die Rolle von Bösewicht Lord Garmadon übernimmt Universaltalent Justin Theroux.

Der ‚Ninjago‘-Bösewicht erinnert optisch schon ein wenig an Lord Business aus ‚The LEGO Movie‘

Der ‚Ninjago‘-Bösewicht erinnert optisch schon ein wenig an Lord Business aus ‚The LEGO Movie‘

Zumal man davon ausgehen darf, dass auch dieser Ableger ein voller Erfolg wird, kann man sich von Charme und Witz bereits in einem ersten Teaser überzeugen. Darin nimmt es der tollpatschige Meister Wu mit einem Hendl auf – hört sich simpel an, ist aber wirklich witzig und macht Lust auf mehr.

‚The LEGO Ninjago Movie‘ (Teaser Trailer)

Einen noch größeren Einblick bietet der grandiose erste Trailer:

‚The LEGO NINJAGO Movie‘ - Trailer 1

Geplanter Start in den österreichischen Kinos ist der 22. September 2017.

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