Gladiatoren heute und damals: Von der Arena in unser Fernsehprogramm!

Der moderne TV-Gladiator kämpft zwar nicht um Leben und Tod, will sich jedoch ebenfalls vor einem Publikum in sportlichen Disziplinen beweisen

Der moderne TV-Gladiator kämpft zwar nicht um Leben und Tod, will sich jedoch ebenfalls vor einem Publikum in sportlichen Disziplinen beweisen

Zu Zeiten Julius Cäsars lieferten sich Gladiatoren erbarmungslose Kämpfe auf Leben und Tod. Das Prinzip dieser Duelle wurde im Mittelalter bei den Rittern übernommen und auch heute noch gelten solche Zweikämpfe beispielsweise im Wrestling als „Entertainment“. Sport-Actionshows wie ‚WipeOut‘ oder ‚Ninja Warrior‘ übernehmen etliche dieser Grundelemente und erreichen im Fernsehen ein gigantisches Publikum. Wir verraten Ihnen, was die Faszination dieses eigenständigen Genres ausmacht!

Nach dem Prinzip „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ entschied man bereits zu Zeiten der Gladiatorenspiele über Leben und Tod – die ersten belegten fanden übrigens in Rom 264 v. Chr. statt. Als die Beliebtheit dieser erbarmungslosen Kämpfe beim römischen Volk stieg, und es als Recht anerkannt wurde, auf diese Weise unterhalten zu werden, wurden die Spiele prächtiger und größer inszeniert. In Folge wurden die Arenen und Amphitheater mit Sitztribünen ausgestattet und das „Entertainment“ wurde um Streitwagenrennen und Tierhetzen erweitert. Gladiatoren genossen in der damaligen Gesellschaft einen ähnlichen Ruf wie heutige Popstars. Ironischerweise befinden wir uns in den sozialen Medien heute in ähnlicher Position wie seinerzeit Julius Cäsar: Daumen hoch oder Daumen runter – wer ist der Star von morgen auf Facebook und Co?

Arenakämpfe auf Leben und Tod begeistern seit jeher ein breites Publikum: Weniger dramatisch, aber nicht minder gefährlich geht es bei diversen Film-Adaptionen und TV-Spieleshows zu!

Arenakämpfe funktionieren heute als TV-Format

Im Mittelalter gab es das „gerichtliche“ Duell als Gottesurteil, bei dem zwei eines Verbrechens beschuldigte Männer gegeneinander kämpften. Die Niederlage war der Schuldbeweis: Starb der Unterlegene nicht bereits im Kampf, so wurde er anschließend hingerichtet. Gleichfalls dem Mittelalter zuzurechnen ist der ritterliche Zweikampf, bei dem häufig genug ebenfalls einer der Beteiligten starb. Vom 16. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts tritt das Duell in Erscheinung, das ebenfalls nach strengen Ritualen abläuft, und der neuzeitliche Boxkampf oder das Wrestling zielt zwar nicht auf die Tötung des Gegners ab, die Faszination, die er auf die Zuschauer ausübt, ist aber nicht unähnlich der, die ein Gladiatorenkampf auf die damaligen Zuschauer hatte.


In den sozialen Medien dürfen wir Cäsar spielen: Daumen hoch oder Daumen runter?

Auch in Filmen kommen die Elemente der Arenakämpfe und Todesduelle immer wieder gerne zum Tragen. Sei es nun in ‚Ben Hur‘ (1959; mit Charlton Heston), ‚Frankensteins Todesrennen‘ (1975; mit Sylvester Stallone), ‚Running Man‘ (1987; mit Arnold Schwarzenegger), ‚Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger‘ (2002) oder ‚Gamer‘ (2009; mit Gerard Butler).

Auch in ‚Star Wars II‘ sollen Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und Senatorin Amidala hingerichtet werden: Auf Leben und Tod müssen sie in einer Arena kämpfen!

Das Prinzip der ritualisierten Zweikämpfe besteht bis heute, und nicht nur Hollywood-Schauspieler kommen in den Genuss, sich den nervenaufreibenden Herausforderungen zu stellen. Sogenannte TV-Actionshows verbinden Thrill und Comedy mit sportlichen Hindernisparcours, und jeder, der sich für fit oder wagemutig genug hält, sich vor laufenden Kameras den Aufgaben der mit Fallen gespickten Arenen zu stellen, kann mitmachen.

Wenn für die Quote Knochen splittern müssen!

Während japanische Spieleshows wie ‚Takeshi’s Castle‘ Anfang der 90er vorrangig auf den Spaß-Faktor setzten, müssen die Teilnehmer bei ‚WipeOut‘ oder ‚Ninja Warrior‘ tatsächlich mit geschärften Sinnen und aufgepumpten Muskeln antanzen, um die gestellten Aufgaben zu bewältigen. Die besten Formate wollen wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal ins Gedächtnis rufen.

Takeshi’s Castle

‚Takeshi’s Castle‘ gilt als Mutter der Actionshows: Spaß stand im Vordergrund, doch auch der Sportsgeist kam nicht zu kurz, denn die Kandidaten wollten die gemeinen Aufgaben um jeden Preis lösen

Was war das für ein Spaß! Im Jahr 1999 strahlte der Sportsender DSF erstmals synchronisierte Folgen der japanischen Kult-Show aus. 2007 sollte die Sendung auf RTL II ihr Dasein fristen. Ziel des Spiels war es, die Burg des Generals Takeshi einzunehmen. Episode für Episode stellten sich an die 150 Kandidaten der Challenge und huschten von Spielstation zu Spielstation. Dabei galt es zu Beginn einfach nur, einen kleinen Teich zu überwinden, der mit teils festmontierten, teils wackeligen Steinplatten ausgestattet war. Doch die Aufgaben wurden schwieriger: Ein Labyrinth durchqueren, in dem sich böse Schergen des Generals befanden, die einen vom Spielfeld zu drängen versuchten, oder eine Wand erklimmen, während von oben überdimensionierte Schaumstoff-Felsen auf die Kandidaten herunterregneten. Zu guter Letzt folgte legendäre Lasertag-Duell mit Takeshi höchstpersönlich. In Amerika gab es von 2003 bis 2007 unter dem Titel ‚MXC‘ einen Neuzusammenschnitt der originalen Folgen, in dem auch neue Figuren zum Tragen kamen.

Unschlagbare Banzuke

Die Aufgabe sieht simpel aus, doch wer die Show verfolgte, weiß, dass nicht viele die Aufgabe „Seesaw 60“ bezwingen konnten

Vom Prinzip ähnlich wie ‚Takeshi’s Castle‘, wurde ‚Unschlagbare Banzuke‘ im deutschsprachigen Raum auf RTL II ausgestrahlt. Aus einem Pool aus 20 Hindernisparcours und Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen mussten die Teilnehmer wählen. Während bei ‚Takeshi’s Castle‘ jedoch der Fun-Faktor großgeschrieben wurde, zählte bei ‚Kinniku Banzuke‘ (so der Originaltitel, Anm.) auch sportliche Leistung. So mussten die Kandidaten beispielsweise auf einer Wippe stehen und binnen 60 Sekunden ein 10-Kilo-Fass von einer Seite zur anderen bewegen, ohne dass die Wippe dabei auf dem Boden aufsetzte. Hier war nicht nur Muskelkraft, sondern vor allem Körperbeherrschung der ausschlaggebende Faktor.

WipeOut – Heul nicht, lauf!

Wer bei einer ‚WipeOut‘-Aufgabe scheiterte, landete beim Großteil der Etappen in einem Wasserbecken – zu unschönen Verrenkungen der Halswirbelsäule kam es jedoch leider immer wieder!

Endemol produzierte diese Spieleshow, ausgestrahlt wurde sie ab 10. März 2009 auf ProSieben. Die 24 Kandidaten mussten einen Parcours überwinden – bei dem jedoch nicht jedes Hindernis tatsächlich bewältigt werden musste. Im K.o.-System stiegen die Probanden Runde für Runde auf, Highlight war zweifelsohne der „Sweeper“ – ein rotierender Arm, der verbliebene Teilnehmer von einer kleinen Plattform in ein Wasserbecken zu schleudern versucht. Leider gab es davon bisher nur eine Staffel zu acht Folgen. Vorbild war die US-amerikanische Show ‚Wipeout‘, die von 2008 bis 2014 lief und sieben Staffeln hatte.

Entern oder Kentern

In der ersten Folge von ‚Entern oder Kentern‘ war neben Axel Schulz auch Miriam Pielhau mit von der Partie

Ebenfalls basierend auf dem Spaß-Prinzip, das von japanischen Formaten etabliert wurde, gab es 2007 die RTL-Show ‚Entern oder Kentern‘. Drei Teams traten im von ‚Fluch der Karibik‘ inspirierten Piraten-Szenario gegeneinander an. Ziel war es, dem Piratenkapitän Raff (dargestellt von Götz Otto) einen Schatz abzuluchsen. Um das Ziel zu erreichen, mussten Spiele absolviert und Aufgaben gelöst werden. Ein Twist bei der Show: Bereits ausgeschiedene Teamkollegen konnten wieder ins aktive Spiel zurückgeholt werden. Neben Extremsportfans wagten sich auch Promis wie Toni Polster, Erkan und Stefan oder Daniel Küblböck an die Challenges.

Ninja Warrior

Ab 9. Juli stellen sich bei ‚Ninja Warrior Germany‘ auf RTL Kandidaten aus Deutschland und Österreich den herausfordernden Aufgaben der Arena

Aktuell am Boomen ist das Format ‚Ninja Warrior‘. Neben einer amerikanischen (‚American Ninja Warrior‘) und japanischen Ausgabe (‚Sasuke‘), gibt es auch eine indonesische (‚Sasuke Ninja Warrior Indonesia‘) und deutsche Variante – letztere wird unter dem Titel ‚Ninja Warrior Germany‘ ab 9. Juli um 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt. Spaß macht auch dieses Format, doch der Sportsgeist steht klar im Vordergrund. Über 7000 Teilnehmer haben sich für den RTL-Ableger beworben, darunter auch zahlreiche Österreicher – zwei davon sehen wir bald schon an ihr Limit gehen. Ziel der Sendung ist es, innerhalb eines Zeitfensters eine Arena zu durchqueren. Diese ist mit allerlei fiesen Fallen ausgestattet und kann nur mit einer gesunden Mischung aus Ausdauer, Kraft und Balance bezwungen werden. Scheitert ein Kandidat an einer Etappe, ist er raus!

Brot und Spiele, aber die Toten bleiben aus

Dass es bei all diesen Sendungen (trotz entsprechender Sicherheitsvorkehrungen durch Matten und Auffangbecken mit Wasser) immer wieder zu ernsthaften Verletzungen kommt, gehört zum Adrenalinkick der Formate dazu. Tote, wie damals bei den Gladiatorenkämpfen, mussten zum Glück noch nie beklagt werden, jedoch reicht die Bandbreite der Unfälle über Abschürfungen und Prellungen hin zu Knochenbrüchen und Gehirnerschütterungen – aber das ist wohl Teil des „Entertainment“.

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