Marketing-Kampagne zu ‚Ghost in the Shell‘ geht gewaltig nach hinten los!

Marketing-Kampagne zu ‚Ghost in the Shell‘ geht gewaltig nach hinten los!

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Stimmt, allerdings gehen in viraler Hinsicht vor allem die Kombination von Bild und Text einher und bringen in Form von sogenannten „Memes“ ungeheure Klickzahlen in den sozialen Medien. Mit einem solchen Tool wollte Paramount Pictures seinen Fans eigentlich ein Geschenk machen, die nutzen die Möglichkeit nun aber, um dem Filmstudio ihren Frust über die absolute Fehlbesetzung von Hauptdarstellerin Scarlett Johansson kundzutun.

Dass ein Projekt wie ‚Ghost in the Shell‘ erst jetzt auf dem Radar von Hollywood aufscheint, könnte man fast schon als Frevel bezeichnen. Immerhin hat das Werk 1989 in Manga-Buchform das Licht der Welt erblickt, wurde 1995 erstmals als eigenständiger Anime verfilmt (zudem folgten zwei Fortsetzungen), bekam später eine Serie auf den Leib geschneidert, und inspirierte auch die Wachowski-Geschwister maßgeblich zu ihrem Evergreen ‚The Matrix‘ (1999).

22 Jahre alter Kult-Anime bekommt neuen Anstrich

Zum Inhalt: Anno 2029 ist es für Menschen gang und gäbe, Körperteile – und sogar das Gehirn! – gegen bionische Bestandteile ersetzen zu lassen. Durch die Straßen wandeln in dieser Sci-Fi-Welt also genau genommen Cyborgs, im Mittelpunkt der japanischen Cyberpunk-Dystopie steht Motoko Kusanagi. Diese bläst zum Halali auf eine Hacker-Gruppe, die es bewerkstelligt hat, sich Zugriff zu eben diesen sensiblen Neo-Körperregionen zu verschaffen. Mittels vorgegaukelten falschen Erinnerungen können die sogenannten „Puppenspieler“ den betroffenen Menschen in den Wahnsinn treiben, oder durch geschickte Manipulation auch zu etlichen Verbrechen anstiften.

1995 erschien ‚Ghost in the Shell‘ erstmals in Form eines Anime

1995 erschien ‚Ghost in the Shell‘ erstmals in Form eines Anime

Auch wenn der Film schon 22 Jahre auf dem Buckel hat, wollen wir an dieser Stelle nicht weiter spoilern, denn es wird wohl auch in der kommenden US-Adaption an einigen Stellen zu Überschneidungen mit dieser Geschichte kommen.

Whitewashing wird zum Aufreger

Als vor rund zwei Jahren der Cast zum Hollywood-Remake bekannt gegeben wurde, gingen die Wogen hoch: Als Hauptdarstellerin wurde Scarlett Johansson angekündigt, die mit blondem Haar und blauen Augen optisch wohl kaum weiter entfernt von der Originalheldin sein kann. Zu Recht wurde der Traumfabrik wieder einmal Whitewashing vorgehalten, was soviel bedeutet wie eine/n weißen Schauspieler/in für eine Rolle zu casten, die in der zugrunde liegenden Vorlage eindeutig anderer Abstammung ist.

Im Falle von Motoko Kusanagi haben sich Fans oftmals gegen US-Starlet Johansson und für die japanischstämmige Schauspielerin Rinko Kikuchi (‚Pacific Rim‘) ausgesprochen, geändert hat das an den Plänen von Regisseur Rupert Sanders aber nichts.

Filmstudio schießt sich mit viraler Kampagne selbst ins Knie

Knapp eine Woche vor Filmstart hat sich Paramount Pictures nun einen lustigen PR-Coup überlegt. Mit Hilfe eines Bild-&-Text-Generators können User auf der eigens dafür ins Leben gerufenen Webseite iammajor.me ab sofort ihrer Fantasie freien Lauf lassen, und das Motto des Films „I am Major“ (zu deutsch etwa „Ich bin bedeutsam“ – eine Anspielung darauf, dass Menschen gegenüber Cyborgs immer noch die Oberhand haben sollten) über ein x-beliebiges Bild klatschen und sogar noch ein paar eigene Zeilen dazuformulieren. Die Idee dahinter zielt klar darauf ab, dass die Leute diese Kreation anschließend als Profilbild für Facebook und Co verwenden, und damit unterschwellig Werbung für den Film machen. Doch die Fans lassen sich nicht so einfach übers Ohr hauen.

Anstatt das Tool so zu benutzen, wie es die Macher eigentlich vorgesehen hatten, wird die Whitewashing-Affäre erneut aufgerollt und mit Hilfe der „I am Major“-Kampagne zum absoluten Klick-Hit auf Twitter. Eifrige User teilen dort ihre besten Entwürfe mit der Web-Gemeinde, und lassen die Macher spüren, dass sie immer noch nicht vergessen haben. Zwar ist der Effekt nicht ganz der erhoffte, für ausreichend PR sorgt aber auch diese Aktion allemal.

‚Ghost in the Shell‘ läuft am 30. März in den österreichischen Kinos an.

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