Wie Disney den Streaming-Markt erobern will

Wie Disney den Streaming-Markt erobern will

Disney gegen Netflix: Der Mauskonzern macht sich für die Zukunft fit – jetzt gibt es erste Details zum neuen Streamingdienst.

Disneyflix – so nennt man in Hollywoods Filmbranche jenes Projekt, mit dem sich der zweitgrößte Medienkonzern der Welt (nach Googles Muttergesellschaft Alphabet) für die Zukunft und für den Kampf gegen die Streaming-Vorherrschaft von Netflix und Amazon rüstet (TV-MEDIA berichtete). Und der Disneykonzern hat seit der 71,3 Milliarden Dollar schweren Übernahme von 21st Century Fox wahrlich gute Karten in der Hand …

Vergangene Woche gab die Disney-Spitze rund um CEO Bob Iger Finanzinvestoren nun erstmals Einblick in die Pläne für die konzerneigene Streamingplattform, die schon Ende nächsten Jahres starten könnte. Hintergrund: In den USA nimmt die Zahl der „Cord-Cutters“, also der Menschen, die ihre Kabel-und Sat-Anschlüsse kündigen, dramatisch zu. 33 Millionen werden es dieses Jahr sein, eine Zunahme von einem Drittel gegenüber 2017. Auf gut Deutsch: Die klassischen Abspielkanäle für Disney-Content verlieren massiv an Bedeutung. Eine neue (internetbasierte) Plattform muss her. Und so soll „Disneyflix“ strategisch und inhaltlich aufgestellt werden:

  • In den kommenden Jahren sollen Hunderte Millionen Dollar in Eigenproduktionen gesteckt werden, allen voran steht das schon sehr konkrete Projekt einer zehnteiligen ‚Star Wars‘-Serie, die insgesamt 100 Millionen Dollar verschlingen wird.
  • In „Disneyflix“ soll der Content aller anderen Unternehmenstöchter einfließen, heißen sie nun Pixar, Lucasfilm – oder Marvel!
  • Der Streamingdienst hat – disneylike – vor allem die Zielgruppe der Familien im Visier (es wird keinen nicht-jugendfreien Content geben).
  • Als Plattformen, an die man sich quasi dranhängt, um mehr Marketingschub zu bekommen, sind der Sportkanal (bzw. die App von) ESPN und natürlich Hulu geplant. An dem in den USA bei Älteren sehr erfolgreichen Streamingdienst hält Disney nach dem Fox-Deal 60 Prozent.
  • Ein wichtiger und logischer Schritt ist die konsequente Verwertung von eigenen Filmen und Serien exklusiv auf eigenen Kanälen. Beginnend mit ‚Captain Marvel‘ im März nächsten Jahres werden alle Filme der Walt-Disney-Studios auf der hauseigenen Plattform und nicht mehr bei Netflix zu sehen sein, was den Konkurrenten klarerweise schwächt.
  • In Sachen non-fiktionaler Content – die Dokus werden auch bei Netflix immer besser – darf man sich am Disney-Hauptsitz in Burbank, Kalifornien, über Familienzuwachs durch National Geographic TV freuen – auch das ein Resultat der Fox-Übernahme.
  • Neben der ‚Star Wars‘-Serie wurden weitere konkrete Film-und Serienprojekte angekündigt. So sind bereits neun Movies in Produktion, darunter ein Remake von ‚Drei Männer und ein Baby‘, eine Realverfilmung von ‚Dumbo‘ und der nächste ‚Avengers‘-Hit. Bei den Serien wiederum sollen die Eigenmarken ‚High School Musical‘ und ‚Monster AG‘ wiederbelebt werden. Zudem warten 5.000 Serienfolgen in den Archiven.
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