‚Der Vollposten‘: Wir sprachen mit Checco Zalone über Italiens erfolgreichsten Film aller Zeiten

Der „typische Italiener“ Checco liebt sein gemütliches Beamtenleben - aber eine Kollegin verleidet es ihm

Der „typische Italiener“ Checco liebt sein gemütliches Beamtenleben - aber eine Kollegin verleidet es ihm

Die Komödie ‚Der Vollposten‘ ist offiziell der erfolgreichste italienische Film aller Zeiten. Er spielte in Italien an nur einem Wochenende 24 Millionen Euro ein. Wir trafen uns mit dem Hauptdarsteller Checco Zalone und haben ihn gefragt, wie es zu diesem unglaublichen Erfolg kommen konnte.

In der Italo-Komödie ‚Der Vollposten‘ geht es um einen Italiener, der von seiner Mutter vergöttert und bekocht wird. Er wohnt noch bei seinen Eltern, drückt sich vor der Verantwortung der Ehe und liebt seine Festanstellung auf Lebenszeit in der Landesverwaltung. Er lebt seiner Meinung nach den „Italian dream“. Durch eine Verwaltungsreform verändert sich alles, es kommt zu Personalkürzungen. Checco muss sich zwischen einer Versetzung oder einer Kündigung entscheiden. Eine Kündigung kommt für ihn allerdings nicht in Frage, sein Leben darf sich bloß nicht verändern. Die Beamtin Sironi will ihn jedoch loswerden, also lässt sie ihn, in der Hoffnung er würde doch kündigen, die verrücktesten Jobs machen. Er muss an den Nordpol und Wissenschaftler vor Eisbären beschützen. Kurz bevor er kapituliert, taucht die schöne Wissenschaftlerin Valeria auf. Er entdeckt mit ihr eine neue Welt und ist bereit sich für sie zum Positiven zu verändern.

Wir trafen einen entspannten (und lustigen) Checco Zalone in Wien zum Interview

Wir trafen einen entspannten (und lustigen) Checco Zalone in Wien zum Interview

‚Vollposten‘-Hauptdarsteller Checco Zalone wurde als Luca Pasquale Medici in Bari geboren. Sein Künstlername Checco Zalone bedeutet im barischen Dialekt „Was für ein Prolet“. Er ist Schauspieler, Comedian, Produzent und Musiker. Den Höhepunkt seiner Karriere hat er mit ‚Der Vollposten‘ (Original: ‚Quo Vado‘) erreicht. Der Film, der mit einem Gesamtbudget von 10 Millionen Euro produziert wurde, spielte in den ersten drei Tagen ganze 24 Millionen Euro ein - ‚Der Vollposten‘ ist damit der erfolgreichste italienische Film aller Zeiten. Ungefähr 11 Millionen Menschen stürmten die italienischen Kinos, um sich die Komödie anzusehen. Am 23. September startet der Film bei uns in den Kinos - wir trafen Checco im Rahmen seiner Promo-Tour in Wien zu einer launigen Conversazione.

Interview mit Checco Zalone über Pizza in Wien, Italiener und Paul McCartney

TV-MEDIA: Wie gefällt Ihnen Wien und wie finden Sie die Wiener?
Checco Zalone: Es gefällt mir sehr gut hier. Es ist wirklich so schön, wie ich es mir vorgestellt habe. Für mich ist die schönste Sehenswürdigkeit bestimmt die Sachertorte. Zu den Leuten: Ich war gestern drei Stunden lang auf der Straße unterwegs und habe kein einziges Mal ein Auto hupen gehört. So ein schlechtes Benehmen! (lacht)

TV-MEDIA: Haben Sie in Wien schon italienisches Essen probiert? Wenn Ja, wie finden Sie es?
Checco Zalone: Ja, ich habe heute Pizza gegessen und ich muss zugeben, dass sie sehr gut war. Sehr dünner Teig, so wie ich ihn mag. Allerdings muss ich eine Sache bemängeln: Es scheint wohl ein Gesetz zu geben, das hier ordentlichen Mozzarella verbietet. Ich hoffe dieses Gesetz wird bald abgeschafft!


In Österreich gibt es wohl ein Gesetzt, das ordentlichen Mozarella verbietet!

TV-MEDIA: Für den Film waren Sie in Norwegen und in Afrika unterwegs. Wie fanden Sie es dort im Vergleich zu Ihrer Heimat Italien?
Checco Zalone: Wir wollten im Film eigentlich keine Klischees von anderen Ländern bestätigen. Wir haben gehofft, dass wir etwas erzählen können, das nicht der allgemeinen Vorstellung entspricht. Dann sind wir vor Ort gewesen und haben die ganzen Klischees wirklich vorgefunden – vor allem in Norwegen. Wir haben festgestellt, dass tatsächlich alles einwandfrei funktioniert, zum Beispiel der Sozialstaat. Die Gesetze werden eingehalten. Die Leute sind sehr höflich und auch dort hupt keiner. Wir haben aber in Norwegen tatsächlich sehr viele traurige Gesichter gesehen und diese Eindrücke letztlich auch im Film verarbeitet.

TV-MEDIA: Wie sind Sie eigentlich Schauspieler? Gab es jemals einen Plan B?
Checco Zalone: Ich würde mich selbst nicht wirklich als Schauspieler definieren, ich sehe mich eher als Musiker. Mein Werdegang hat mit der italienischen TV-Sendung ‚Zelig‘ begonnen. Das ist eine Sendung, bei der mehrere Comedians auftreten - in Italien sehr bekannt- und dort habe ich mich beworben und wurde auch wahrgenommen. Das war der Anfang meiner Karriere. Ich hatte sehr viel Glück. Mein Plan B wäre ein Job als Anwalt gewesen. Ich habe Jus studiert, das betone ich bei Interviews auch immer sehr gerne, weil meine Mama sehr viel Geld in mein Studium reingesteckt hat. Aber Gott sei Dank kam dann alles anders und ich bin nicht Anwalt geworden.

TV-MEDIA: Auf was könnten Sie eher verzichten, wenn sie müssten? Die Schauspielerei oder die Musik?
Checco Zalone: Ich würde sagen, dass diese beiden Elemente gleich wichtig für mich sind. Ich habe mich immer als Musiker gesehen, aber ich bin auch Komiker. Ich finde Komik besteht auch aus einer Art Musik. Bei der Komik ist der Rhythmus sehr wichtig. Meine Ambitionen als Jazz-Musiker Karriere zu machen, sind längst vergangen. Meine Eitelkeit ist dahin und ich mache mir da keine Hoffnungen mehr. Selbst wenn ich mich hin und wieder vor Leuten an das Piano wage und vielleicht ein Stück von Gershwin spiele, erwarten alle, dass ich irgendeinen Scheiß mache, weil ich eben Komiker bin. Offensichtlich kann man mich da nicht mehr ernst nehmen oder es fehlt mir einfach das nötige Talent. Aber ich komponiere auch ziemlich viel fürs Fernsehen.

TV-MEDIA: Wie erklären Sie sich den Erfolg von ‚Der Vollposten‘?
Checco Zalone: Naja, wahrscheinlich war er so erfolgreich, weil es einfach extrem viele ignorante Menschen in Italien gibt, die sich diesen Film angeschaut haben. (lacht) Das war ein Witz! Also Ja, ich habe schon erwartet, dass es ein sehr erfolgreicher Film wird, weil die letzten drei Filme von mir es auch waren. Dass es so extrem wird, hätte ich mir allerdings nie erträumt. Aber ich kann nicht zu hundert Prozent erklären, wie sich dieser große Erfolg ergeben hat. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Leute viel Vertrauen in mich und Checco, diese Kunstfigur, die ich erschaffen habe, haben. Möglicherweise auch, weil ich eine gewisse Integrität und eine Ethik habe, die ich mit meinen öffentlichen Auftritten und dieser Kunstfigur verfolge. Ich mache zum Beispiel keine Werbung für irgendwelche Unternehmen. Das merkt mein Publikum auch. Ich mache vielleicht wenige Auftritte, dafür sind sie aber gut. Dass es dann in letzter Instanz wirklich so gut gelaufen ist, könnte vielleicht ein Soziologe viel besser erklären.


Leonardo DiCaprio ist nach mir sicher der zweitbeste Schauspieler der Welt ;-)

TV-MEDIA: Welche Szene aus dem Film haben Sie am liebsten gedreht?
Checco Zalone: Meine Lieblingsszene ist wahrscheinlich die, die wir auf den Svalbard-Inseln gemacht haben. Checco wird von der Wissenschaftlerin gefragt, warum er denn hierher gekommen sei. Checco antwortet: „Weil ich meinen Posten retten wollte.“ Sie versteht es jedoch akustisch falsch und glaubt, dass ich „die Pole“ retten wollte. Diese Szene steht für die tiefere Moral des Film. Es gibt Menschen, die sich als Weltbürger sehen und sich engagieren und es gibt Menschen, die egoistisch sind und nur auf den eigenen Vorteil bedacht leben. Obwohl es ein spaßiger Film ist, hat er diese tiefe Moral, die uns sehr wichtig war. Wenn wir den Stoff entwickeln, steht am Anfang immer ein wichtiges Konzept, ein philosophischer Ansatz. Diesen versuchen wir dann im Film auszuführen. Es zeigt sich in den Hauptfiguren. Checco ist der kleine Egoist und sein Gegenstück ist diese engagierte Frau, die sich für die Welt einsetzt.

TV-MEDIA: Wie reagieren die Leute in Italien, wenn sie Sie auf der Straße sehen?
Checco Zalone: Es ist ein bisschen wie die Beziehung zwischen weiblichen Fans und Brad Pitt oder Tom Cruise, aber mit mir gehen sie leider nicht ins Bett. (lacht)

TV-MEDIA: Was ist Ihr absoluter Lieblingsfilm?
Checco Zalone: Puh, schwere Frage. Ein Film, der mir wahnsinnig gut gefallen hat war ‚The Wolf of Wallstreet‘ mit Leonardo DiCaprio. Ich finde, dass er der zweitbeste Schauspieler der Welt ist. (lacht)

Comedian Checco bewies beim Interview Humor und ließ sich mit unserer Praktikantin Semsa snappen

TV-MEDIA: Wer ist Ihr persönliches Vorbild?
Checco Zalone: Paul McCartney. Zum einen ist er dünn (lacht), zweitens ist er der beste Musiker der letzten 50 Jahre und drittens habe ich ein Konzert von ihm gesehen. Er singt jetzt noch viel besser als in seinen jüngeren Jahren. Ich habe eigentlich gedacht, dass er schlechter geworden ist, so wie Spitzensportler oder andere Musiker. Er ist aber tatsächlich noch besser geworden und ich wäre sehr gerne so wie er, aber leider ist das nicht der Fall.

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