Depeche Mode-Drummer Eigner im Gespräch

Depeche Mode-Drummer Eigner im Gespräch

Der Wiener Christian Eigner ist unser Mann bei Depeche Mode, die im Februar 2014 wieder live in Wien auftreten. Im Interview mit Redakteur David Schoof spricht der 42-jährige über das neue Album „Delta Machine“, seinen Status bei Depeche Mode, und er übt Kritik an der österreichischen Musikszene.

TV-MEDIA: Die kommende Depeche-Mode-Tour findet in großen Stadien statt. Macht es einen Unterschied, ob man vor 1.000 oder 50.000 Fans spielt?
Christian Eigner: Von der Vorbereitung her ist es eigentlich egal. Der Hauptunterschied ist, dass wir in einem Club, vor wenigen Leuten, relativ „ungeschminkt“ sind, weil wir keine Produktion haben. Es sind nur wir mit unseren Instrumenten auf der Bühne. Es gibt keine riesigen Vidiwalls, keine Riesen-Stage, und du stehst ganz eng beisammen. Kleinere Konzerte sind vielleicht sogar ein bisserl intensiver, du kannst ja den Leuten in der ersten Reihe buchstäblich in die Augen schauen. Das gibt es im Stadion nicht.

TV-MEDIA: Zum neuen Album „Delta Machine“: Was ist aus Deiner Sicht der rote Faden?
Christian Eigner: Was ich sehr interessant finde: Das Album ist sehr elektronisch, stärker als die letzten. Dadurch habe ich als Schlagzeuger aber irrsinnig viel Spielraum, wenn wir jetzt live auftreten. Denn die Songs werden natürlich verändert, wenn man live spielt. Wenn du da viel „Platz“ hast für eigene Ideen, und das ist bei „Delta Machine“ der Fall, dann ist das schon sehr angenehm.

TV-MEDIA: Im Gegensatz zu den letzten beiden Alben hast Du bei „Delta Machine“ nicht an den Songs mitgeschrieben ...
Christian Eigner: Ja, aber dafür habe ich andere Sachen gemacht in der Zeit, in der das Album entstanden ist. Selber geschrieben, produziert – Projekte, die im Laufe des Jahres herauskommen werden. U. a. das Album „Atlanta“, das ich mit meinem Freund Niko Stoessl gerade in Berlin fertig gemixt habe. Ich bin ja ein „independent muscican“, kein fixes Bandmitglied, und eher zufällig ist Depeche Mode die einzige Band, mit der ich kontinuierlich arbeite. Im Prinzip ist es so, dass ich mit Depeche Mode alle drei Jahre auf Tour gehe und die Zeit dazwischen für andere Projekte nutze. So habe ich das Beste aus beiden Welten.

TV-MEDIA: Du bist seit 15 Jahren mit Depeche Mode „liiert“. Wie war es, als Du 1997 für die Arbeit am „Ultra“-Album zum ersten Mal mit echten Weltstars in Kontakt kamst?
Christian Eigner: Man hat es mir von Anfang an sehr leicht gemacht, weil das Verhältnis immer sehr familiär war. Das hat sich bis heute noch verstärkt, wir verstehen uns immer besser, und vor allem haben wir eine sehr gute musikalische Verbindung. Wir müssen über Musik gar nicht viel reden, was eine Seltenheit in dem Geschäft ist. Man kann sagen, dass ich bei Depeche Mode meinen Platz gefunden habe, wobei es natürlich schon ein Vorteil war, dass vor meiner Zeit in der Band eigentlich niemand Schlagzeug gespielt hat. Auch heute ist es so, und das schätze ich: Die Parts bei Songs, die ich spielen möchte, nehm ich mir einfach.

TV-MEDIA: Frontmann Dave Gahan hat eine wilde Vergangenheit– Stichwort Drogen. Hast Du davon auch noch was mitbekommen?
Christian Eigner: Gottseidank nicht. Ich kam in dem Moment zur Band, als sich alles normalisiert hat.

TV-MEDIA: Mittlerweile ist Gahan ein „braver“ Familienvater ...
Christian Eigner: Stimmt, das merkt man auch auf Tour. Ich bin ja mittlerweile selbst Vater, und es läuft da alles sehr normal ab. Man könnte auch sagen: fad (lacht).

TV-MEDIA: Keine After-Show-Partys mehr?
Christian Eigner: Nein, aber das ist auch etwas, was sich im Laufe der Jahre geändert hat. Außerdem muss man sich vorstellen, dass wir auf Tour relativ viele Shows innerhalb kurzer Zeit spielen – und das über einen ziemlich langen Zeitraum. Da musst du natürlich schauen, dass du fit bist. Und das bist du nicht, wenn du jeden Tag After-Show-Partys hast.

TV-MEDIA: Du hast früher auch in Österreich gespielt, u. a. mit Ostbahn Kurti. Gibt’s noch Kontakte in die Austro-Musikszene?
Christian Eigner: Eigentlich nicht, ich arbeite auch sehr wenig mit Österreichern. Wenn ich Zeit hier verbringe und im Studio arbeite, dann ist das zu 98% für Leute, die nicht von hier sind. Der Punkt ist, dass man nicht zu viel mit Österreichern arbeiten sollte, und ich bin aus heutiger Sicht auch froh, dass die musikalische Situation in Österreich so schlecht geworden ist, dass ich das Land (Mitte der 90er-Jahre, Anm.) verlassen habe. Wenn man sich heutige musikalische Entwicklungen anschaut, mit dem ganzen Casting-Mist, muss man froh sein, wenn man in einer guten Band spielen kann. Castings machen keine guten Acts, sie verhindern sie.

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