David Duchovny auf Tour: Ein Karaoke-Abend in Wien!

Haben Sie gewusst, dass David Duchovny (‚Akte-X‘) auch als Musiker durch die Weltgeschichte gondelt?

Haben Sie gewusst, dass David Duchovny (‚Akte-X‘) auch als Musiker durch die Weltgeschichte gondelt?

Gestern, am 19. Mai 2016, gastierte Hollywood-Star David Duchovny (‚Axte-X‘, ‚Californication‘) in Wien. Nicht etwa, weil der 56-Jährige heimlich nach Aliens in Österreichs Bundeshauptstadt Ausschau hielt, sondern um das Grande Finale seiner Europa-Tournee zu zelebrieren. Ja, der Gute macht auch Musik – und über diese will ich Ihnen nun etwas berichten.

Ausnahmsweise gehe ich als Redakteur bei TV-MEDIA in diesem Artikel in die Erzählperspektive – anders wäre es nicht authentisch genug, den gestrigen Abend Revue passieren zu lassen. Abseits unserer fachlichen Kompetenz als größtes TV-Magazin der Nation, sind viele von uns Schreiberlingen auch musikbegeistert. Ob es nun Kollegen sind, die auf Live-Screenings des ‚Eurovision Song Contest‘ abfahren, zu den Klängen von Helene Fischer schunkeln, oder bei AC/DC abrocken. Letztere spielten gestern Abend übrigens ebenfalls im Wiener Ernst-Happel-Stadion, während die Indie-Rock-Sensation Mumford & Sons in die Stadthalle lockte. Ein durchaus starkes Programm also und die Wahl viel wahrlich nicht leicht – zumal Guns N’Roses-Frontman Axl Rose, der aktuell als Ersatzmann für AC/DC-Sänger Brian Johnson im Einsatz ist, wirklich eine Verlockung gewesen wäre. Die (höchstwahrscheinlich) einmalige Gelegenheit, ‚Axte-X‘-Mann David Duchovny aber einmal live zu erleben, wollte ich mir dann aber doch nicht nehmen lassen. Also ab in die Arena Wien.

Bereits im Vorfeld war klar: Dieses Konzert wird „g’steckt voll“ sein. Sämtliche Tickets waren bereits nach wenigen Minuten ausverkauft, nachdem die Show Ende Jänner für das Chaya Fuera angekündigt wurde. Bookingfirma Arcadia Live zögerte nicht lange und übersiedelte knapp eine Woche später in die Arena – eine neue Charge an Karten wurden aufgelegt, auch diese gingen weg wie die warmen Semmeln. Ein Glück, dass ich hier noch rechtzeitig dazukam, andernfalls hätte ich mich wohl Grün und Blau geärgert, denn auf Auktionsplattformen im Internet kursierten die Eintrittskarten anstatt um 35 Euro auch gleich einmal ums dreifache des Originalpreises! Aber genug der Vorgeschichte.

Höschen flogen auf die Bühne!

Um 19.00 Uhr öffnete die Arena ihre Pforten, ab 20.30 Uhr konnte man David Duchovny dann endlich begutachten. Überraschend war, dass die Location zwar ziemlich voll, bei weitem aber nicht an ihr Limit gepusht war. Frei nach dem Motto „Do geht no wos“ wollten sich meine Begleiter zwar in die Menge werfen, doch wir fanden schließlich einen nahezu perfekten Stehplatz mit freiem Blick auf die Bühne im hinteren Bereich der Lokalität. Zugegeben, das fällt mir mit knapp 1.85 Metern sonst auch nicht allzu schwer, doch die etwas kleineren Kumpels hat es dann doch erfreut. Weiters hat mich verwundert, dass fast mehr Männer im Publikum standen als Frauen. Die vordersten Reihen waren zwar von den weiblichen Fans eingenommen worden (diese schossen auch in Old-School-Manier Höschen und BHs gen Bühne), doch alles in allem dominierte an diesem Abend das Testosteron im ehemaligen Schlachthaus, am Wiener Erdberg. Und trotzdem: Es war irgendwie familiär.

Zusammen mit einer sechsköpfigen Band rockte der super gelaunte David Duchovny durch die Gefilde von Pop-, Rock- und Country-Musik

Duchovny stand mit einer sechsköpfigen Band auf der Bühne, die wirklich gute Arbeit leistete. Allen voran dem Lead-Gitarristen und dem jungen Burschen am Bass will ich an dieser Stelle gratulieren, die beherrschten ihr Handwerk zum Niederknien! Eigenkompositionen aus dem Album ‚Hell Or Highwater‘ (die CD erschien im Mai 2015) siedelten sich in den Gefilden von Pop, Rock und Country an, bei Cover-Songs von David Bowie (‚Stay‘) oder Sly & The Family Stone (‚Thank You‘) konnte die Kapelle aber so richtig auftrumpfen und die Halle zum Mitsingen anstiften. Aber Halt: Wussten Sie überhaupt, dass Agent Mulder musiziert? Ich dachte ehrlich gesagt, dass nicht viele davon Bescheid wissen – genauso wie über die musikalische Leidenschaft von Hugh Laurie (‚Dr. House‘) oder Jeff Bridges (‚The Big Lebowski‘). Aber die Menschen gestern Abend schienen die Songs von Duchovny tatsächlich in- und auswenig zu kennen. Bei nahezu jeder Nummer hörte man aus irgendwelchen Ecken Stimmen lautstark mitsingen bzw. -gröhlen und am Ende jedes Stücks gab es Gekreische und Geklatsche. An einer dieser Stellen war ich jedoch stutzig.


Dieter Bohlen hätte David Duchovny nicht in den Recall gelassen

„Was wäre, wenn man David Duchovny nicht aus dem Fernsehen kennen würde?", fragte ich mich. Der 56-Jährige (ich musste es selbst gerade googeln und war etwas fassungslos, weil man ihm das Alter überhaupt nicht ansieht) ist nämlich nicht gerade das, was man einen guten Sänger nennen würde. Er hat durch ‚Axte-X‘ und ‚Californication‘ seine Fans generiert und müsste sich solch eine Aktion eigentlich nicht geben, aber es macht ihm sichtlich Spaß. Der ein oder andere Ton geht mächtig in die Hose, Dieter Bohlen hätte den Burschen garantiert nicht in den Recall gelassen. Man blickt durch die Menge, vereinzelt treffen sich in solchen skurrilen Momenten die Blicke mit völlig Fremden, man verdreht die Augen, aber lacht doch gleich wieder darüber. Wäre Duchovny nicht der TV-Star, wäre diese Halle nicht einmal mit 20 Leuten gefüllt gewesen. Man würde den Herrn nicht einmal kennen. Zitate meiner Spezis wie „Meinen Onkel kannst’ nach sieben Bier mit dem Programm auch auf jeder Hochzeit auftreten lassen“ oder „Das war jetzt mehr oder weniger eine etwas teurere Karaoke-Night“ fassten die lyrische sowie gesangliche Darbietung nahezu perfekt zusammen. Was ich jedoch ergänzen möchte: Keine Sekunde lang habe ich dort oben auf der Bühne einen David Duchovny gesehen, sondern einen Hank Moody, der mächtig viel Spaß hat und einen Scheiß darauf gibt, was andere von ihm denken.

Marathon-Mann, Dosenbier und „Danke“

Was er zweifelsfrei beherrscht, ist das Entertainment. Den Hüftschwung hat er mindestens genauso gut drauf wie Elvis und mit seinem Mikrofonständer – den Duchovny an diesem Abend zum Großteil der Zeit fest umklammerte oder durch die Luft wirbelte – hätte gewiss die ein oder andere Dame gerne getauscht. Er springt und zappelt auf der Stage herum, wie ein Duracell-Hase, der an eine Autobatterie gehängt wurde, zweimal gibt er sich sogar die Ehre, steigt von der Bühne, und rennt eine Runde durch die Halle. Dabei bleibt Zeit für das ein oder andere Selfie, aber die Smartphones waren auch während des Gigs immer schön am Mitfilmen und Fotografieren. Das Bad in der Menge, David lässt sich feiern. Und er kann’s! Man kann ihm aber keinesfalls vorwerfen, abgehoben zu sein – dafür war diese Audienz einfach zu persönlich. Den ein oder anderen deutschen Wortfetzen lässt er dann auch noch vom Stapel, er trinkt „Erfrischendes Zipfer!“ aus der Dose und verabschiedet sich zusammen mit Bandkollegen mit gefühlt 50 Varianten an „Danke“, „Thank You“ und „Dankeschön“.

Abgemixt hört sich David Duchovny wirklich gut an, das Live-Singen muss er jedoch noch etwas üben

Summa summarum: Ein netter Abend unter Freunden

David Duchovny wie er leibt und lebt. Das Alter sieht man ihm wie bereits erwähnt nicht an, das Spiel mit der Menge beherrscht der Kerl nach etlichen Jahren in Hollywood natürlich wie unsereins das Einmaleins im Schlaf. Als wir uns gegen 23.00 Uhr auf den Heimweg machten, bemerkten wir übrigens beim Hinterausgang der Location noch eine kleine Menschentraube. Als ehemaliger Musikredakteur war mir zwar bewusst, an welche Stellen man sich tatsächlich platzieren musste, um noch schnell ein Autogramm oder ein Erinnerungsfoto zu erhaschen, aber darauf wollte ich es ehrlich gesagt gar nicht anlegen. Wie es der Zufall wollte, schob im Retourgang aber ein kleiner Renault aus der Halle heraus – am Beifahrersitz saß natürlich David. Eine dezent angetrunkene Blondine wollte sich absichtlich vor das Auto werfen, den schockierten Blick von Duchovny werde ich so schnell wohl nicht vergessen. Danach brauste er davon. Für ihn bestimmt ein gelungener Abschluss seiner Tournee, für mich letztendlich jedoch „nur“ ein gelungener Abend unter Freunden.

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