Christine Kaufmann mit 72 Jahren gestorben

Christine Kaufmann mit 72 Jahren gestorben

Sie war ein Kinderstar, wurde in Hollywood gefeiert, später zur „schönsten Großmutter Deutschlands“ ausgerufen. In der Nacht auf Dienstag starb sie im Alter von 72 Jahren.

Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Schauspielerin in Lebensgefahr schwebt: Nachdem sie in ihrem Haus zusammengebrochen war, erhielt sie im Krankenhaus die Schocknachricht: Blutkrebs. Eigentlich war sie von einer verschleppten Grippe ausgegangen. Kaufmann wurde daraufhin in einer Münchner Klinik ins künstliche Koma versetzt. Am Freitag bestätigte ihr Management die schlechte Nachricht, zeigte sich zunächst aber zuversichtlich, was die Genesung angeht. In der Nacht auf Dienstag starb sie schließlich im Alter von 72 Jahren.

Schon als Kind vor der Kamera

Von Kindesbeinen an stand die am 11. Jänner 1945 in Lengdorf in der Steiermark geborene Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin im Rampenlicht. Erste Schritte ins Showleben machte sie im zwarten Alter von sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatztheaters. Als Managerin trat zu dieser Zeit noch ihre ehrgeizige Mutter auf.

Ihr Kinodebüt gab sie im Zirkusfilm ‚Salto Mortale‘, als Neunjährige spielte sie sich mit ‚Rosen-Resli‘ (1954, nach dem Buch von Johanna Spyri unter der Regie von Harald Reinl) in die Herzen der Kino-Zuschauer. Die Karriere als Kinderstar war für sie allerdings nicht leicht: „Ich war sehr isoliert. Und die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind.“

Kaufmann als Neunjährige im Film ‚Rosen-Resli‘

Kaufmann als Neunjährige im Film ‚Rosen-Resli‘

Mit 15 Jahren dann die höchste Auszeichnung: Für ihr Hollywooddebüt in ‚Stadt ohne Mitleid‘ (1961) erhielt Kaufmann einen Golden Globe. Die Kritik feierte die Darstellerin, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielte, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodstreifen wie ‚90 Minuten nach Mitternacht‘ (1962) oder ‚Taras Bulba‘ (1962).

Ehe mit Tony Curtis

Auch privat machte die junge Frau Schlagzeilen: 1963 heiratete sie den 20 Jahre älteren Tony Curtis und zog sich für einige Jahre aus der Filmbranche zurück. Keine glückliche Ehe, wie sie später immer wieder beteuerte. Sie sei für ihn lediglich eine hübsche junge Visitenkarte gewesen. Als die Ehe nach fünf Jahren geschieden wurde, kehrte sie mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra nach Deutschland zurück. Bei dem erbitterten Sorgerechtsstreit wurden die Kinder sogar nach Los Angeles entführt und lebten dort einige Zeit bei ihrem Vater.

US-Schauspieler Tony Curtis und seine Christine Kaufmann waren in den 60ern verheiratet – hier zu sehen mit Tochter Alexandra

US-Schauspieler Tony Curtis und seine Christine Kaufmann waren in den 60ern verheiratet – hier zu sehen mit Tochter Alexandra

Zurück vor die Kamera mit Serien und Autorenfilmen

In Deutschland gelang ihr das Comeback: Sie war in TV-Serien wie ‚Der Kommissar‘ und ‚Derrick‘ zu sehen und gewann mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films Profil. Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen wie ‚Der Tod der Maria Malibran‘ und ‚Tag der Idioten‘. 1981 drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder an der Seite von Stars wie Barbara Sukowa, Hanna Schygulla, Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf die Filme ‚Lola‘ und ‚Lili Marleen‘.

Für viele Fans unvergessen sind ihre Auftritte in der TV-Serie ‚Monaco Franze - Der ewige Stenz‘ des BR Anfang der 80er-Jahre. Neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek konnte Christine Kaufmann hier als Mauerblümchen Olga ihr komödiantisches Talent zeigen.

Unter anderem gab Kaufmann auch Beauty-Tipps im Buch ‚Wellness Care‘

Unter anderem gab Kaufmann auch Beauty-Tipps im Buch ‚Wellness Care‘

Neben ihren Engagements als Schauspielerin war Christine Kaufmann auch als Autorin aktiv. Sie schrieb Bücher mit Titeln wie ‚Verführung zur Lebenslust‘, ‚Der Himmel über Tanger‘ und ‚Scheinweltfieber‘, gab Wellness- und Beauty-Tipps und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Medien nannten sie die „schönste Großmutter Deutschlands“. Mit Leidenschaft pflegte Kaufmann, die vier Mal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden, war aber nicht ihr Wunsch: „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes. Ich habe auch keine Angst vorm Sterben.“

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