Schauspieler Bud Spencer mit 86 Jahren gestorben

Bud Spencer in ‚Das Krokodil und sein Nilpferd‘ (1979)

Bud Spencer in ‚Das Krokodil und sein Nilpferd‘ (1979)

Mit Terence Hill ließ Bud Spencer die Fäuste fliegen - ob in ‚Vier Fäuste für ein Hallelujah‘ oder ‚Zwei Asse trumpfen auf‘. Doch der Schauspieler aus Neapel hatte viele Karrieren. Nun starb der nach Spencer Tracy und einem Bier benannte Filmstar mit 86 Jahren.

Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder – all das hätte Berechtigung gehabt, auf der Visitenkarte von Bud Spencer zu stehen. Der Ruhm als Prügelheld in kultigen Haudrauf-Filmen stand jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. Gestern Montag, 27. Juli 2016, starb der italienische Filmstar im Alter von 86 Jahren. Sein letztes Wort war „Danke“, verrät sein Sohn.

Schwimmer mit Showkarriere

Als Spross einer wohlhabenden Industriellen-Familie in Neapel geboren, machte sich Bud Spencer – der bürgerlich eigentlich Carlo Pedersoli hieß – in den 50er Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie. Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jus und kehrte wenig später erneut nach Südamerika zurück, wo er in Venezuela als Automanager arbeitete. Nachdem er wieder in Italien zurück war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater Giuseppe Amato, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 heiratete er. Mit seiner Frau Maria blieb er bis zum Schluss zusammen, gemeinsam hatten sie drei Kinder (einen Sohn, Giuseppe, und zwei Töchter, Christiana und Diamante).

Bud Spencer und Terence Hill stehen quasi stellvertretend für das Genre der Buddy-Movies

Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit, und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärte der liebenswürdige Mime einmal das Geheimnis seines Künstlernamens. Das Erfolgsrezept lag aber im Zusammenspiel mit seinem Filmpartner Terence Hill, dem schlanken Schönen mit den eisblauen Augen. Der eine - Hill - war schick, clever und bärenstark. Der andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und dickköpfig.

„Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter.“

Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: ‚Vier Fäuste für ein Halleluja‘, ‚Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle‘, ‚Zwei Missionare‘, ‚Zwei Asse trumpfen auf‘. Einfallsreicher wurden die Streifen nicht gerade, aber das Rezept stimmte. Das Publikum war begeistert. Die mit der Zeit immer ausführlicheren Schlägereien wurden zum Kult und Bud Spencer wurde schwerer. „Irgendwann wog ich 160 Kilogramm. Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah“, erzählte der Koloss einmal. Und dem Sender Tele5 sagte er: „Ich habe bei meinen Filmen nie ein Kind aus dem Kino rennen sehen. Die Kinder lachen, weil sie die Gewalt nicht ernst nehmen. Niemand stirbt, und es fließt fast kein Blut. Wenn Leute in den Filmen von mir geschlagen wurden, standen sie meistens wieder auf und rannten davon.“

Spencer spielte auch in Filmen wie der deutsch-italienischen Produktion ‚Banana Joe‘ oder ‚Plattfuß in Afrika‘ mit. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor etwa fünf Jahren sagte er dennoch: „Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens.“

Unvergessen ist auch dieser Auftritt von 1995 bei Ingrid Thurnher in der ‚ZiB 2‘

Erfindergeist und Namenspatron

Auch als Erfinder versuchte sich Pedersoli. Zig Patente hat er zu Lebzeiten angemeldet, aufgrund von Nichtzahlung der Gebühren sind diese aber inzwischen erloschen. So zum Beispiel meldete er 1981 ein dreiläufiges Jagdgewehr und 1990 ein Spezial-Türschloss an. Auch ein Gehstock mit eingebautem Tisch und Stuhl geht auf seine Kappe. Übrigens: Das Gerücht, er habe eine Zahnbürste mit integrierter Zahnpasta erfunden, korrigierte Bud Spencer 1995 bei Thomas Gottschalk in ‚Wetten, dass..?‘.

Carlo Pedersoli während seiner aktiven Schwimmer-Zeit um 1950

Auch ein netter Fakt: 2011 geriet der Gute zum Gegenstand einer Kontroverse. Die Gemeinde Schwäbisch Gmünd im deutschen Baden-Württemberg suchte für einen Straßentunnel nach einem passenden Namen. Per Online-Votum wurde abgestimmt: „Bud-Spencer-Tunnel“. Spencer selbst zeigte sich über den Zuspruch nach eigenen Worten „zutiefst geehrt“, doch der Gemeinderat konnte über die Spaß-Aktion nicht lachen. Aus dem Bud-Spencer-Tunnel sollte der Einhorn-Tunnel werden, dafür ist das örtliche Freibad nach dem Schauspieler benannt worden – und zu dem hatte er sogar eine persönliche Beziehung. Im Sommer 1951 stieg er, damals noch als aktiver Schwimmer, für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute!

Bud Spencer im TV

In den nächsten Tagen flimmern einige Klassiker über die Bildschirme. Zur Würdigung des sympathischen Bud Spencer ändern viele Fernsehsender kurzfristig ihr Programm. (Diese Liste wird laufend editiert, Anm.)

Mi., 29. Juni – kabel eins – ‚Die rechte und die linke Hand des Teufels‘ (20.15 Uhr)
Mi., 29. Juni – kabel eins – ‚Vier Fäuste für ein Halleluja‘ (22.30 Uhr)
Mi., 29. Juni – kabel eins – ‚Zwei außer Rand und Band‘ (1.05 Uhr)
Mi., 29. Juni – kabel eins – ‚Freibeuter der Meere‘ (3.30 Uhr)
Do., 30. Juni – Puls 4 – ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ (23.00 Uhr)
Do., 30. Juni – kabel eins – ‚Zwei Asse trumpfen auf‘ (20.15 Uhr)
Do., 30. Juni – kabel eins – ‚Die rechte und die linke Hand des Teufels‘ (22.20 Uhr)
Do., 30. Juni – kabel eins – ‚Das Bud Spencer Spezial‘ (0.35 Uhr)
Do., 30. Juni – kabel eins – ‚Vier Fäuste für ein Halleluja‘ (1.50 Uhr)
Do., 30. Juni – kabel eins – ‚Zwei Asse trumpfen auf‘ (3.50 Uhr)
Fr., 1. Juli – Sky Comedy – ‚Die letzte Rechnung zahlst du selbst‘ (10.10 Uhr)
Sa., 2. Juli – ORF eins – ‚Vier Fäuste gegen Rio‘ (15.55 Uhr)
So., 3. Juli – ORF eins – ‚Banana Joe‘ (17.25 Uhr)
So., 3. Juli – Puls 4 – ‚Freibeuter der Meere‘ (14.20 Uhr)
So., 3. Juli – Puls 4 – ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ (16.15 Uhr)
So., 3. Juli – Sky Nostalgie – ‚Plattfuß in Afrika‘ (18.35 Uhr)
So., 3. Juli – Sky Nostalgie – ‚Buddy haut den Lukas‘ (20.15 Uhr)
Do., 7. Juli – Sky Nostalgie – ‚Eine Faust geht nach Westen‘ (15.55 Uhr)
Sa., 9. Juli – Kabel 1 Classics – ‚Zwei sind nicht zu bremsen‘ (11.50 Uhr)

Auch über Sky Go und Sky Online lassen sich ab sofort folgende Spencer-Classics abrufen:

‚Die Troublemaker‘
‚Die rechte und die linke Hand des Teufels‘
‚Sie nannten ihn Mücke‘
‚Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle‘
‚Zwei Missionare‘
‚Das Krokodil und sein Nilpferd‘
‚Wenn man vom Teufel spricht‘
‚Vier Fäuste für ein Halleluja‘
‚Eine Faust geht nach Westen‘
‚Buddy haut den Lukas‘

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