Betrug?! Ein Call-TV-Insider klagt an: Die unsauberen Methoden der Call-in-Sendungen

Franz M. (Name von der Redaktion geändert) ist ein Insider: Jahrelang war er fürs Call-in-TV aktiv. Jetzt ist er ausgestiegen. Und rechnet ab mit den Praktiken bei den Gewinnspielsendungen. „Es wird mit Kalkül gelogen und betrogen.“ Warum sich Franz M. hinter einem Pseudonym verbirgt? „Bei den Betreiberfirmen herrscht ein Klima der Angst. In die Arbeitsverträge sind enorme Pönalen ­hineingeschrieben …“ – Im TV- MEDIA-Interview spricht er dennoch Klartext.

TV-MEDIA:: Sie haben lange fürs Call-in-TV gejobbt, sind jetzt aber raus aus dem Geschäft. Warum?
Franz M.:: Weil es unseriös ist und weil den Leuten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen das Geld aus der Tasche gezogen wird. Ich habe mitgemacht und mich arrangiert, obwohl ich sofort mitbekommen habe, wie schlimm es hier zugeht. Irgendwann ging das aber nicht mehr …

TV-MEDIA:: Was konkret ist faul an den Gewinnspielen im TV?
Franz M.:: Dem TV-Seher wird vermittelt, dass er mit einem einzigen Anruf unheimlich viel Geld verdienen kann. Das stimmt definitiv nicht. Es wird gelogen und betrogen – und das mit Kalkül. Kaum etwas ist echt oder wahr an diesen Sendungen.

TV-MEDIA:: Das heißt: keine Chance, Geld zu gewinnen?
Franz M.:: Die Einzigen, die sich eine goldene Nase verdienen, sind die Betreiberfirmen. Die Teilnehmer schauen immer durch die Finger.

TV-MEDIA:: Mit welchen Tricks werden die Zuschauer denn zum Mitmachen motiviert?
Franz M.:: WZu Beginn einer Sendung geht’s zum Beispiel immer darum, möglichst schnell Seherreichweite aufzubauen, deshalb werden einfache Spiele wie „Nennen Sie zehn Automarken mit A“ eingesetzt. Letztlich sind nur ein bis zwei Antworten, also etwa „Audi“ oder „Fiat“, simpel zu finden. Die Leute sehen aber: Aha, das ist kinderleicht! Da mach ich mit! Zu Beginn eines Spiels werden zudem geringe Summen ausgespielt, um zum Anrufen zu motivieren. Im Laufe der Sendung werden die Spiele dann schwieriger, die Gewinnsummen höher. Dann wird aber kaum mehr ein Anrufer in die Sendung durchgestellt.

TV-MEDIA:: Und wenn doch mal jemand schwierige Lösungen findet?
Franz M.:: Dann wird das oft nicht zugegeben, und die in den Kuverts hinterlegten Antworten werden unauffällig ausgetauscht, sobald die Kamera mal wegschwenkt. Das geschieht – und es geschieht nicht selten!

Top Storys
Norbert Steger ist Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates und kritisiert das derzeitige ORF-Management scharf

ORF: Aufsichtsratschef Steger schießt scharf gegen Wrabetz & Co

Norbert Steger, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates, kritisiert: „Die jetzige Geschäftsführung ist schwach“

Top Storys
Holen auch Sie sich jetzt Ihr Geld zurück!

GIS-Sammelklage: Schon 25.000 Zahler haben sich angemeldet

AdvoFin will 300 Millionen Euro erstreiten – was die GIS dazu sagt

Top Storys
Halloween-Zeit ist Horrorfilm-Zeit!

10 Filme für den Halloween-Grusel-Abend

Grusel-Klassiker oder aktueller Schocker – das Best-of der letzten 60 Jahre

Top Storys
Holen auch Sie sich jetzt Ihr Geld zurück!

Wir haben jahrelang offenbar zuviel GIS-Gebühren gezahlt!

GIS-Steuer zurückholen – so geht’s

Top Storys
Von 1977 bis 1985 moderierte Schanze das ZDF-Kinderquiz 1, 2 oder 3 – sein „Plopp“ ist ein Stück Fernsehgeschichte

Interview mit TV-Legende Michael Schanze

Zum Start seines Heidi-Musicals trafen wir den ehemaligen Fernseh- und Schlagerstar zum Talk

Top Storys
US-Regisseur Justin P. Lange beim Talk mit TV-MEDIA beim diesjährigen /slash Filmfestival in Wien

The Dark: Video-Interview mit Regisseur Justin P. Lange

Wir trafen den US-Regisseur beim diesjährigen /slash Filmfestival zum Talk