Alfred Dorfer: „Ein Film mit Josef Hader ist ausgemacht“

Alfred Dorfer: „Ein Film mit Josef Hader ist ausgemacht“

Kabarettist Alfred Dorfer, 55, geht mit seinem ersten neuen Programm seit sieben Jahren auf große Tour. Wie sieht es mit einem Comeback in TV und Kino aus?

Sieben Jahre ist es her, dass Alfred Dorfer sein letztes Solo-Programm auf die Bühne gebracht hat, nun ist es mit ‚und ...‘ endlich wieder so weit. Zum Interview traf TV-MEDIA den populären Kabarettisten zwischen zwei Auftritten in Innsbruck und Braunau. Auf der Bühne ist er jetzt unermüdlich unterwegs, im Fernsehen sah man ihn zuletzt als Gast bei ‚Willkommen Österreich‘, am 13.10. stellt er die Promi-Frage bei ‚Was gibt es Neues‘?. Sonst war Dorfer aber kaum im TV zu sehen.

Die Kultsatire ‚Indien‘ feiert bald 25. Geburtstag

Seltsam, wenn man bedenkt, dass Dorfers Donnerstalk von 2004 bis 2011 fester Bestandteil der ORF-Humorschiene war. Und was ist eigentlich mit Kino? Josef Hader landete mit seiner ‚Wilden Maus‘ einen Kinohit. ‚Indien‘, der Hader/Dorfer-Klassiker, der 1993 die Ära des sogenannten Kabarettfilms einläutete, feiert nächstes Jahr 25. Geburtstag. Wie wäre es mit einem Revival? Fragen über Fragen:

TV-MEDIA: Am 15.10. wird gewählt. Wie politisch ist Ihr neues Programm?
Alfred Dorfer: Es behandelt die Tagespolitik nicht; Kern, Kurz und Strache kommen nicht vor. Aber ich versuche, gewisse politische Strömungen zu durchleuchten, die mit uns allen zu tun haben. Nachdem ich acht Jahre lang den Donnerstalk gemacht habe und dabei immer tagesaktuell am Punkt sein musste, habe ich mittlerweile bemerkt, dass die Medien schneller geworden sind als ich. Wenn man heute eine TV-Sendung aufzeichnet und drei Tage später sendet, ist man immer hintennach. Ich wollte im neuen Programm etwas machen, das politisch ist, sich aber nicht am nächsten Tag wieder ändert.

TV-MEDIA: Das heißt, eine Sendung wie Dorfers Donnerstalk könnte heute nicht funktionieren?
Alfred Dorfer: Oja, aber nur live. Dann könnte man in der Sendung auf aktuelle Geschehnisse reagieren. Eine andere Form von Satiresendung ist für mich nur schwer vorstellbar.

TV-MEDIA: Wie wäre es denn mit einer neuen Sendung im ORF?
Alfred Dorfer: Da muss man die Wahl abwarten. Ich denke, dass sich nach dem 15.10. etwas ändern wird. An eine rot-schwarze Koalition glaube ich nicht, also wird sich auf jeden Fall die Zusammensetzung des ORF-Stiftungsrats verändern. Dann wird aufs Budget geschaut, dann ist Weihnachten. Vor nächstem Februar würde sicher nichts passieren. Aber ja, hin und wieder fällt mir etwas zu einem Satireformat ein.

TV-MEDIA: Dorfers Donnerstalk wurde damals unter Schwarz-Blau aus der Taufe gehoben ...
Alfred Dorfer: Das war eigentlich Zufall. 2004 stand der ORF in Verruf, ein Schwarzfunk zu werden. Auch weil es damals den berühmten Werner Mück als Informationschef gab (Anm.: Mück wurde damals vorgeworfen, regierungskritische Beiträge zu verhindern). Generaldirektorin Monika Lindner musste etwas gegen dieses Image unternehmen. Also hat man mir damals ein Projekt angeboten, zusätzlich hatte ich eine Idee für ein Late-Night-Satireformat. So entstand Dorfers Donnerstalk. Ein Jahr zuvor oder danach wäre es vielleicht nicht zustande gekommen, aber zu diesem Zeitpunkt war es sehr gut möglich, und wir hatten auch viele Freiheiten.

TV-MEDIA: Wie sieht es mit einem Kinofilm aus? Indien wird nächstes Jahr 25 ...
Alfred Dorfer: Josef Hader und ich haben ausgemacht, dass irgendwann wieder ein Film kommen wird. Wir bräuchten dann nur ein gemeinsames Zeitfenster, dann ist das Thema schnell gefunden und ein Drehbuch geschrieben. Ich finde es ja super, dass er mit der Wilden Maus so einen Erfolg hatte. Seinen eigenen Film zu drehen - damit hat er sich einen Lebenstraum erfüllt.

TV-MEDIA: Sie sind bekanntermaßen Austria-Wien-Fan. Was halten Sie von den Interview-Scharmützeln zwischen Austria-Trainer Thorsten Fink und Sportmoderator Rainer Pariasek?
Alfred Dorfer: Ich kenne beide nicht persönlich, aber da ist von vornherein Zündstoff drin, und niemand weiß, warum. Aber nachdem es auch schon einmal zwischen Rainer Pariasek und Marcel Hirscher gekracht hat (Anm.: Kitzbühel-Rennen im Jänner) , liegt es vielleicht an den gerne auf Negatives gerichteten Fragen.

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