Starke Frauen: 23 Action-Heldinnen, die ihre Gegner das Fürchten lehren

Katness Everdeen hat viele knallharte Kolleginnen

Katness Everdeen hat viele knallharte Kolleginnen

Diese Damen hinterlassen eher Einschusslöcher und gebrochene Nasen als gebrochene Herzen und stehen in Sachen Wagemut, Wildheit und Bodycount ihren männlichen Kollegen um keinen Deut nach.

Weibliche Actionheldinnen sind eine vergleichsweise junge Erfindung des Kinos, die erst in den letzten Jahren so richtig auf Touren gekommen ist. Versteckt gegeben hat es starke Frauen, die mit wirksameren Waffen kämpfen als mit verführerischem Augenaufschlag, tiefen Ausschnitten und strategisch geschickt eingesetztem Appell an männliche Beschützerinstinkte schon länger, man musste sie nur genau suchen.

Prinzessin Leia (1977) in Star Wars: Carrie Fishers Lebensrolle, eine Ikone: selbstbewusst, hart und klüger als die Männer

In den konservativen Fünfzigerjahren durften Frauen zwar aus Eifersucht mit Taschenpistolen herumfuchteln oder durchtrieben sein (etwa Jane Russell in ‚Ein Satansweib‘ oder Jane Greer in ‚Out of the Past‘).

Sarah Connor (1984) in The Terminator: Linda Hamilton als eine der härtesten Action-Heldinnen der Filmgeschichte, die sich gegen das Diktat der Maschinen stemmte

Aber es gab Andeutungen, wie Frauen über ihre Rolle und alles, was ihnen als wichtig beigebracht wurde, hinauswachsen und handeln wie ein Mann. Ein großartiges Beispiel lieferte der gebürtige Wiener Fred Zinnemann im Westernklassiker ‚High Noon‘: Der letzte Schurke stirbt durch einen Schuss aus einem schweren Colt, den ausgerechnet die fragile Grace Kelly als gläubige, Gewalt ablehnende Quäkerin Amy aufhebt und so ihrem Mann, gespielt vom damaligen Superstar Gary Cooper, das Leben rettet.

Mulan (1998) in Mulan: Disneys Trickversion der Heldin aus China, die als Mann verkleidet Hunnen bekämpft

Trotzdem dauerte es bis Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre, bis Frauen verstärkt zur Waffe griffen: Jane Fonda kämpfte 1968 als Barbarella mit Sex und Strahlern für das freie Weltall, auch wenn sie später meinte: „Ich hätte mir den Film weitaus feministischer gewünscht, als er dann wurde. Schade. Aber ich wurde ja nicht gezwungen mitzumachen.“ Immerhin gilt er heute als schräger Klassiker.

Barbarella (1968) in Barbarella: Jane Fondas Hauptwaffe in Roger Vadims skurrilem Sci-Fi-Märchen war hauptsächlich der Sex - heute ein schräger Meilenstein

Noch schräger waren die weiblichen Heldinnen des schwarzen Blaxploitation-Kinos, dessen Göttin Pam Grier war. Nach dem Motto „Große Oberweite plus große Pistolenkaliber“ ballerte und rächte sich der spätere Tarantino-Star (Jackie Brown) durch preiswerte, aber kultige Hits wie Coffy - die Raubkatze (1973), Foxy Brown (1974), Friday Foster oder Sheba, Baby (1975).

Coffy &Co 1973, Foxy Brown In den Siebzigern war Pam Grier als Foxy Brown, Coffy oder Friday Foster legendär - bis sie Tarantino 1997 wiederentdeckte

Auch das TV schickte seine ersten Heldinnen ins Rennen: Unvergessen Diana Rigg als schwarzlederne Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melone. Rigg war so stark, dass sie als einziges Bondgirl der Geschichte 007 in Im Geheimdienst ihrer Majestät 1969 vor den Traualtar schleppen durfte.

Rosa Klebb (1962) in Liebesgrüße aus Moskau: Lotte Lenya als eiskalte, mörderische Agentin gegen 007

Ab 1976 konterte das US-Fernsehen mit Drei Engel für Charlie, die jedoch noch recht harmlos waren - erst die 20 Jahre später nachgereichten gleichnamigen Kino-Amazonen hatten echte Power.

Die Engel (2000) in Charlie's Angels: Lucy Liu, Cameron Diaz und Drew Barrymore hart und zart in der späten Kinoversion der TV-Serie

Wieder waren es Ende der 1970er, Anfang der Achtzigerjahre die Europäer, die neue Maßstäbe setzten. 1979 schickte der Brite Ridley Scott die bis heute ungekrönte Königin aller toughen Frauen in den Kampf: Viermal spielte Sigourney Weaver die Raumschiff-Amazone Ripley, die gegen das Alien-Monster an - und dieses in den Hintern trat.

Ellen Ripley (1979) in Alien: Sigourney Weaver wurde als Alien-Bekämpferin die Mutter aller zähen, tragischen Heldinnen

Und der Franzose Luc Besson schuf gleich mehrere überirdisch starke Frauenfiguren, die im internationalen Kino wie eine Bombe einschlugen: Die Killerin Nikita (1990), Killerin-Lehrling Mathilda (Natalie Portman) aus Léon, der Profi (1994), Leeloo (Milla Jovovich) aus Das fünfte Element (1997) bis zur übermächtigen Lucy, gespielt von Scarlett Johansson 2014 - und, weil er Killerinnen so liebt, schrieb er u. a. zwei Filme für Zoe Saldana als Colombiana.

Nikita (1990) in Nikita: Anne Parillaud setzte Gewalt-Maßstäbe als zur Killerin umfunktionierte Verbrecherin

Alice (2002) in Resident Evil: Milla Jovovichs Dauerrolle als Zombie-Bekämpferin in sechs Resident Evil-Filmen

Lucy (2014) in Lucy: Scarlett Johansson als Überfrau aus dem Labor, die gegen ihre Schöpfer antritt

Yu Shu Lien (2000) in Tiger & Dragon: Michelle Yeoh als artistische Schwertkämpferin und Martial Arts-Heldin:Top!

Kiddo oder die Braut (2003/2004) in Kill Bill Volume 1 und Volume 2: Keine Frau hat so viele Gegner gekillt wie Uma Thurman als Quentin Tarantinos Rächerin -und sie hatte großartige weibliche Gegner dabei: ging in die Alltagskultur ein

Heute sind die Frauen im Action-Genre zwar noch nicht ganz gleichberechtigt, aber sie holen weiter rasant auf - weil sie im Kino erfolgreich sind.

Selene (2003) in Underworld: Fünfmal trat Kate Beckinsale als Vampirprinzessin zum Kampf gegen die Werwölfe an

Maggie (2004) in Million Dollar Baby: Vier Oscars, darunter einer für Hilary Swank als Boxerin mit eisernem Willen

Shosanna 2009, Inglourious Basterds Rächerin Mélanie Laurent verbrennt die ganze NS-Spitze in ihrem Kino!

Hanna (2011) in Wer ist Hanna?: Großartig: Saoirse Ronan als von Kind auf zum Killen dressiertes Mädchen

Katness Everdeen (2012) in Die Tribute von Panem: Durchbruch von Jennifer Lawrence in der Dystopie-Reihe. Sie sorgte auch bei den X-Men als Raven ordentlich für Action

2017 wurde der erste Superheldinnen-Film Wonder Woman, noch dazu unter weiblicher Regie (Patty Jenkins), zum Riesenhit (822 Mio. Dollar) und schoss Gal Gadot in den Superstar-Himmel.

Gal Gadot (2017) in Wonder Woman: Die erste Solo-Superheldin (seit Superflop Catwoman) machte sie zum Action-Superstar

Sie löste damit jene Dame ab, die in den letzten 15 Jahren am liebsten zu den Waffen griff: Angelina Jolie, einst Lara Croft, dann der weibliche Ballerteil in Mr. und Mrs. Smith und Titelheldin in Salt, mag es heute künstlerischer ...

Lara Croft (2001) in Tomb Raider: Zweimal spielte Angelina Jolie die toughe Game-Heldin, ehe sie ein halbes Dutzend weiterer Actionrollen annahm

Dominika 2018, Red Sparrow Jen Lawrence, jetzt als mörderischer Russen-Lockvogel mit Gewissen im Kino

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