"Dreizehn Leben" als Ron Howards "größte Herausforderung"

"Dreizehn Leben" als Ron Howards "größte Herausforderung"

"Dreizehn Leben" als Ron Howards "größte Herausforderung"

Ron Howard wollte, dass es authentisch aussieht

Genau wie bei Ron Howards anderem Katastrophenfilm "Apollo 13" findet sich die Unglückszahl gleich im Titel: "Dreizehn Leben". Es war nur eine Frage der Zeit, bis das thailändische Höhlenunglück aus dem Jahr 2018 in den Händen des Hollywoodregisseurs landen würde. "Ich hatte noch nie eine Herausforderung so groß wie diese", so der 68-jährige zur APA über sein Drama in einem Interview auf Zoom.

Es ist der Stoff, aus dem Hollywood-Blockbuster gemacht sind: Die titelgebenden 13 Leben gehören den Schuljungen und ihrem Fußballtrainer, die im Juni 2018 in einer Höhle im Norden Thailands eingeschlossen wurden, was zu einer kolossalen Rettungsaktion führte, bei der Tausende von Freiwilligen aus der ganzen Welt auftauchten. Die Hindernisse waren so zahlreich, dass die Erfolgsaussichten, gelinde gesagt, gering waren. 17 Tage würde die Rettung dauern, und alle Burschen überlebten am Ende wie durch ein Wunder.

Eine Überlebensgeschichte, gekrönt von einem Happy End. Ron Howards Lebenslauf umfasst mehr als nur ein paar solcher Filme ("Backdraft", "Apollo 13", "Solo: A Star Wars Story"), aber in "Dreizehn Leben", das ab 5. August auf Amazon Prime zu sehen ist, vermeidet der Regisseur die übliche Hollywoodsensationslust. Auch seine Stars, Viggo Mortensen und Colin Farrell, die zwei Taucher spielen, ließen ihr Ego zu Hause und "standen im Dienst einer größeren Geschichte", erzählt er. "Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie man zusammen Außergewöhnliches erreichen kann, indem man Politik beiseite legt, um gemeinsam Probleme zu lösen", sagt Howard. "Das ist ein Aspekt der Geschichte, der gerade in diesem Moment in der Welt wertvoll ist." Er und der Drehbuchautor William Nicholson ("Gladiator") entschieden vermutlich, dass diese unglaubliche Geschichte keiner reißerischen Schnörkel bedarf.

Filmisch war es eine riesige Herausforderung, weil Ron Howard wollte, dass es authentisch aussieht. So authentisch wie die Schwerelosigkeitsszenen in "Apollo 13" (1995), wo er tatsächlich mit den Schauspielern in die Schwerelosigkeit ging. "Es war eine sehr einzigartige Herausforderung, mehrere Tauchgänge zu filmen und von Anfang bis Ende durch sieben verschiedene Tauchsequenzen zu navigieren, die Käfige zu bauen, und die Taucher zu trainieren. Wir beschlossen, dass die Schauspieler das ganze Tauchen selbst übernehmen sollten und wir gaben ihnen auch Kameras, damit sie sich gegenseitig filmen konnten."

Wenn man das Drama gesehen hat, dann versteht man, wie schwierig es gewesen sein muss, die dunklen Unterwasserszenen einzufangen. Joel Edgerton ("Loving") spielt den australischen Anästhesisten und Höhlentaucher Richard Harris, der die schreckliche Aufgabe hatte, den abgemagerten Jugendlichen Beruhigungsmittel zu spritzen, um sie dann bewusstlos unter Wasser durch die Tunnel zu bringen. Der Schauspieler hat in nur wenigen Wochen lernen müssen, wie man in klaustrophobischen Höhlen taucht während man einen Menschen trägt - etwas das eigentlich Jahre der Übung erfordert. "Ich habe mich größtenteils sehr wohl gefühlt", sagt Edgerton, "aber es gab definitiv Momente, in denen ich daran erinnert wurde, wie schwierig das ist, was diese Jungs tun."

Viggo Mortensen ("Der Herr der Ringe") spielt den englischen Taucher Richard Stanton, während der echte Stanton als Berater immer am Set in Australien war. Der 63-jährige Mortensen bestand sogar darauf, sagt Ron Howard, was nicht selbstverständlich sei. "Manchmal fühlen sich Schauspieler dadurch gehemmt, dass sie die Leute, die sie spielen, in unmittelbarer Nähe haben, aber in diesem Fall hat Viggo von Anfang an klar gemacht, dass er das wollte. Bei 'Apollo 13' hatten wir einen Kommandanten, der unser Berater am Set war, aber es war nicht James Lovell, weil Tom Hanks ein bisschen zu eingeschüchtert war, um James Lovell dabei zu haben."

Obwohl die Amerikaner ihre Filme wohl eher ohne Untertitel bevorzugen, wollte Ron Howard, einen großen Teil dieser Geschichte in thailändischer Sprache drehen. "Es war von entscheidender Bedeutung, dass die Kultur auf sehr authentische Weise repräsentiert wird", sagt er. "Ich wusste, dass ich so viel Thai wie möglich im Film haben wollte. Der Film ist zu mindestens 30 Prozent nicht in englischer Sprache, und als wir ihn getestet haben, hat sich niemand beschwert - im Gegenteil."

In anderen Händen hätte "Dreizehn Leben" in eine White-Saviour-Erzählung abrutschen können, aber der Film betont, dass die Rettung eine Teamleistung zwischen der thailändischen Gemeinschaft und den internationalen Rettern war. Vor und hinter der Kamera, die von keinem geringeren als Sayombhu Mukdeeprom gehandhabt wurde, dem Haus- und Hofkameramann des großen, thailändischen Filmemachers Apichatpong Weerasethakul ("Memoria").

"Die meisten von uns leben unser Leben sehr egoistisch", sagt Joel Edgerton (48) der APA. "Von Natur aus versuchen wir alle, durchs Leben zu kommen, und das Leben ist hart, aber wir haben eine Menschheit, die die Hand ausstrecken möchte, die teilen möchte, die freundlich sein und helfen möchte. Dass es ein positives Ergebnis gab, ist eine gute Erinnerung daran, dass große Dinge passieren können, wenn wir alle zusammenhalten."

(Die Gespräche führte Marietta Steinhart/APA)

(S E R V I C E - )

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