Zulu

Krimi/Drama, F/ZA 2013
Bloom in einer überraschend harten Rolle

Bloom in einer überraschend harten Rolle

Gut 20 Jahre nach Ende eines Regimes sind die Wunden verheilt, die Verbrecher verurteilt - könnte man meinen. Mit "Zulu" zeigt der Franzose Jerome Salle nun einen Thriller vor dem Hintergrund der Zerrissenheit Südafrikas, wo vor 20 Jahren die ersten freien Wahlen stattfanden, die Nelson Mandela an die Macht brachten und das Ende der Apartheid einläuteten. Mit Orlando Bloom und Forest Whitaker.

Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick ins Jahr 1978: Ein kleiner Bub muss mit ansehen, wie sein Vater lebendig verbrannt wird, als Jagd auf Schwarze gemacht wird. Sehr viel später wird ein noch brutalerer Rückblick das Geheimnis der Hauptfigur Ali Sokhela (Whitaker) lüften und erklären, warum er unfähig ist, eine normale Beziehung mit einer Frau zu führen.

Ali Sokhela ist Chef der Mordkommission in Kapstadt. Die Leiche eines reichen weißen Mädchens wird blutüberströmt am Strand gefunden. Zunächst sieht alles nach einem Mord im Drogenmilieu aus, doch schnell stoßen Ali und sein Team auf Verbrechen, die tief in die Vergangenheit der Apartheid zurückreichen. Zu Alis Team gehört der abgerissene, stets entweder verkaterte oder angetrunkene Brian Epkeen (Bloom), der immer noch unter der Trennung von seiner Frau leidet, als Vater versagt hat und keine Frauengeschichte auslässt. Und da ist der brave Dan (Conrad Kemp), der sich rührend um seine krebskranke Frau und seine Tochter kümmert.

Bei allen politischen Statements ist "Zulu" in erster Linie ein brutaler Thriller, mit einem zutiefst verletzten Ali, der 40 Jahre versucht, seine Rachegefühle zu unterdrücken. Und trotzdem oder gerade deswegen ist "Zulu", der im vergangenen Jahr zum Abschluss der Filmfestspiele in Cannes lief, so verstörend. Er lässt erahnen, wie tief die Verletzungen noch sitzen, wie stark die Spannungen zwischen Schwarzen und Weißen in der südafrikanischen Gesellschaft häufig noch sind.

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