Zorros Bar Mizwa

Dokumentation/ , A 2005
Ab wann ist Mann ein Mann?

Ab wann ist Mann ein Mann?

Mit 13 Jahren volljährig? Die Kinder, die Ruth Beckermann in ihrem Film "Zorros Bar Mizwa" bei den Vorbereitungen zu ihrer Bar Mizwa (bzw. Bat Mizwa bei den 12-jährigen Mädchen) zeigt, wecken nicht gerade den Eindruck, am nächsten Tag alleine durchs Leben gehen zu können. Doch ganz so ist es auch nicht gemeint: Ab diesem Alter gilt ein Jugendlicher als volles Mitglied der religiösen Gemeinde.

Ambivalenz - das ist der Grundton, den die neue Arbeit der 1952 in Wien geborenen Regisseurin von Filmen wie "Die papierene Brücke" (1987), "Jenseits des Krieges" (1996) oder "homemad(e)" (2001) anschlägt. Einerseits wird klar, mit welcher Ernsthaftigkeit sich die vier gezeigten Familien mit dem Bar Mizwa-Fest beschäftigen, und welche große Bedeutung vor allem die Eltern diesem Ereignis beimessen, anderseits verwundert die sehr unterschiedliche, sehr freie Interpretation dieses Initiations-Ritus, die dem Film auch seinen Titel verleiht. Das Fest besteht nicht nur aus der religiösen Zeremonie, sondern auch aus der Familienfeier. Und wenn sich Sharon, Sohn georgischer Eltern mit sephardischen Wurzeln, gerne als Zorro verkleidet, dann gibt genau das eben das Thema seiner Bar Mizwa vor.

Kosten und Mühen werden dabei keine gescheut, und Beckermann hat auch gar nicht beabsichtigt, einen repräsentativen soziologischen Querschnitt zusammenzustellen. So unterschiedlich der Background von Sharon, Tom, Moishy und Sophie auch ist, über die nötigen Mittel (und den nötigen Ehrgeiz, es bei der Feier an nichts fehlen zu lassen) scheinen alle Eltern zu verfügen. Deswegen sieht sich Sharon plötzlich mitten in den Dreharbeiten zu einem Zorro-Film, samt gemietetem Pferd, Stuntmen und Degen-Kampf. Blöd nur, wenn der Held plötzlich nicht mehr will und erklärt: "Eigentlich will ich gar keinen Zorro spielen."

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