Zerrissene Umarmungen

Drama/Thriller, E 2009
Schön wie immer: Penelope Cruz

Schön wie immer: Penelope Cruz

Diese Frau ist einfach schön. Ob mit platinblonder Perücke wie Marilyn Monroe, mit hochgestecktem Haar wie Audrey Hepburn oder ganz sie selbst: Penélope Cruz. Auch in seinem neuen Werk weidet sich Pedro Almodovar an der Erscheinung seiner Muse. Doch zum ersten Mal inszeniert der Meister des Melodrams einen Mann als Hauptfigur und erzählt dabei auch eine ganze Menge von sich selbst.

"Zerrissene Umarmungen" ist einerseits ein typischer Almodóvar-Film: Farben, Dekors, Gefühle, alles ist auffallend und intensiv. Andererseits ist das Drama deutlich ruhiger im Ton und hat mehr Momente der Stille als andere Filme des Kultregisseurs, der Penélope Cruz schon in "Alles über meine Mutter" (1999) und "Volver" eine große Bühne geboten hat. Fast wirkt der Film wie ein leicht melancholisches Alterswerk des 59-Jährigen.

Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Ebenen und bietet gleichzeitig einen schrillen "Film im Film", der deutlich an den frühen Almodóvar erinnert: Ein Regisseur (Llouís Homar), seit einem Unfall blind aber immer noch attraktiv, stellt sich Schritt für Schritt der schmerzhaftesten Episode seines Lebens. In Rückblenden entfaltet sich eine tragische Liebes- und Eifersuchtsgeschichte. Darin spielt Penélope Cruz eine junge Frau, die sich an einen mächtigen alten Mann verkauft, sich aber dann als Schauspielerin in ihren Regisseur verliebt und mit ihm durchbrennt.

Die Rache des Betrogenen ist furchtbar. Er inszeniert einen Autounfall, bei dem die Frau stirbt und der Regisseur erblindet. Und er zerstört den gemeinsam gedrehten Film, indem er ihn so schneiden lässt, dass er vollkommen lächerlich wirkt. Der Regisseur hat alles verloren: Die Frau, seinen Beruf und die "Frucht" seiner Liebe, den gemeinsamen Film.

Nach vielen Erfolgen mit prachtvollen, starken Frauen interessiert sich Almodóvar erstmals wirklich für eine männliche Figur - und geht das Risiko ein, Erwartungen zu enttäuschen. Die Angst des Regisseurs vor der Blindheit und der Zerstörung oder Entstellung seines Werkes lässt sich als Selbstreflexion lesen - ebenso wie sein Selbstmitleid und die emotionale Abhängigkeit von Frauen.

"Frauen sind so viel stärker, sie können wirklich kämpfen", sagte Almodóvar beim Festival in Cannes, wo "Zerrissene Umarmungen" uraufgeführt wurde. "Männer sind weicher, sie leiden und sind zerstörerisch." Dennoch spüre er, wie sich in seiner Wahrnehmung die Rolle der Männer ändere. "Sie werden immer besser und freundlicher. Es wird demnächst mehr Männer in meinen Filmen geben."

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