Zero Dark Thirty

Action/Drama, USA 2012
Jessica Chastain jagt als CIA-Agentin bin Laden

Jessica Chastain jagt als CIA-Agentin bin Laden

Am 2. Mai 2011 verkündete US-Präsident Barack Obama: Osama bin Laden, der meistgesuchte Terrorist der Welt, ist tot. Fast zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September hatte eine Spezialeinheit des US-Militärs den Al-Kaida-Chef in einem Haus in Pakistan getötet. Mehr als anderthalb Jahre nach seinem Tod kommt die Jagd auf den "Topterroristen" nun mit dem Film "Zero Dark Thirty" ins Kino.

Regisseurin Kathryn Bigelow, die mit ihrem Kriegsfilm "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" 2010 als erste Frau den Regie-Oscar gewann, erzählt die Geschichte der "größten Verbrecherjagd der Welt" - so der Untertitel - aus Sicht der jungen CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain). Die verschreibt sich, frisch von der High School rekrutiert, dieser zunächst fast aussichtslos wirkenden Jagd bedingungslos. "Zero Dark Thirty" geht nun mit fünf Nominierungen ins Oscar-Rennen.

Die Suche, das merkt die junge Frau schnell, gleicht der nach der Nadel im Heuhaufen. Endlose Verhöre reihen sich aneinander, immer wieder führen Spuren ins Leere. Gleich bei ihrem ersten Einsatz in Pakistan muss Maya begreifen, dass auch Folter künftig zu ihren Mitteln gehören wird. Zu Beginn des Filmes sieht sie zu, wie ihr Kollege Dan (Jason Clarke) einen Verdächtigen mit Waterboarding, simuliertem Ertrinken, quält und ihn in eine Kiste sperrt. Sie kann zuerst kaum hinsehen, hilft aber dabei - auch wenn der Verdächtige sie um Hilfe anfleht und ihr sagt: "Dein Freund ist ein Tier."

Wegen dieser Sequenzen löste der Film in den USA schon vor Kinostart eine Folter-Debatte aus. Schließlich ist sie im Film ein wichtiges Mittel für den Erfolg der Suche nach bin Laden. Gerade dadurch aber, dass Bigelow das einfach und scheinbar ohne Wertung darstellt, entfaltet ihr Film eine immense moralische Wucht.

Chastain (die mit ihrer Rolle in "The Tree of Life" an der Seite von Brad Pitt ihren Durchbruch feierte) spielt die junge, besessene Agentin, die keine Emotionen zulässt und sich selbst nachdem vor ihrem Haus auf sie geschossen wird, höchstens eine Sekunde zum Durchatmen erlaubt, mit einer großen Intensität und Präsenz. Dafür erhielt sie auch schon einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin.

Das Drehbuch vom ebenfalls für "The Hurt Locker" mit dem Oscar ausgezeichneten Autor Mark Boal, an dem er schon lange gearbeitet hatte, musste nach dem Tod bin Ladens 2011 umgeschrieben werden - und endet nun mit dem Ereignis, dessen Bilder wohl jeder kennt: mit dem Sturm der Spezialeinheit Navy Seals auf bin Ladens Festung in Abbottabad, nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Bigelow erzählt die Geschichte frei von Pathos, aber auch ohne erhobenen moralischen Zeigefinger. Sie hat einen trotz seiner Länge von rund zweieinhalb Stunden unglaublich spannenden und bildgewaltigen Film vorgelegt, dessen Wucht dem entsprechen dürfte, was die Jagd auf Osama bin Laden für die USA bedeuteten.

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