Yes

Drama/Romanze, GB/USA 2004
"Yes": Joan Allen in Liebeswirren

"Yes": Joan Allen in Liebeswirren

Eine Vielfilmerin ist Sally Potter ("Orlando", "In stürmischen Zeiten") nicht. Fünf Spielfilme hat sie in den letzten 23 Jahren gedreht. Jeder besticht durch seine eigenwillige Poesie. So auch "Yes", die Liebesgeschichte zwischen eine amerikanischen Wissenschaftlerin und einem libanesischen Arzt. Die Dialoge sind in Versform gehalten.

Sie (Joan Allen) ist eine hoch angesehene, amerikanische Wissenschaftlerin und unglücklich mit einem untreuen, britischen Politiker (Sam Neill) verheiratet. Er (Simon Abkarian) ist Libanese, eigentlich Arzt, auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in seinem Land, lebt in London und arbeitet als Koch. Auf einem Bankett lernen sich die beiden kennen, eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Anfangs, so scheint es, spielt es keine Rolle, dass sie aus dem Westen und er aus dem Mittleren Osten kommt.

Man ist froh, einander gefunden zu haben, Zeit, Zärtlichkeit und Leidenschaft miteinander teilen zu können. Doch schließlich kann sich auch diese Affäre vor der Realität nicht verschließen. Unterschiedliche Ansichten kommen zu Tage, Überzeugungen geraten ins Wanken, die Weltpolitik wirft ihre Schatten über das Paar. Die Affäre, die von Beginn an unter einem schlechten Stern stand, scheint unvermeidlich auf ihr Ende zuzusteuern. Shirley Henderson mimt die Putzfrau, die sehr philosophisch alles verfolgt, was das Paar hinterlässt, Staub, Schmutz, Spuren.

Sally Potter geht mir wieder einmal unkonventionelle Wege. Das Buch,n das nach dem 11. September entstand, stellt sich bewusst heißen, politischen Themen und ist zur Gänze in Versform gehalten. Da die Darsteller von ihrer Regisseurin dazu angehalten wurden, sich beim Sprechen der Texte auf den Inhalt und nicht deren Form zu konzentrieren, bleiben die Reime angenehm im Hintergrund.

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