X-Men: Erste Entscheidung

Action/Abenteuer, USA 2011
Zurück zu den Wurzeln: Wie alles begann

Zurück zu den Wurzeln: Wie alles begann

Sind wir Menschen eigentlich die Spitze der Evolution? Und was geschieht, wenn wir herausfinden, dass wir es nicht sind? "X-Men: Erste Entscheidung" führt uns zu den Anfängen einer neuen Mutantenspezies.

Dass sich Comicverfilmungen einer großen Beliebtheit erfreuen, ist nichts Neues. In einer immer komplexeren Welt bieten sie noch klare Weltbilder, Gut und Böse sind besetzt und am Ende siegt der strahlende Held. Was das Genre aber neuerdings in Bewegung bringt, ist die Tatsache, dass immer mehr genrefremde Regisseure sich solchen Stoffen annehmen: Christopher Nolans "Batman"-Filme etwa oder Kenneth Branaghs "Thor". Mit Matthew Vaughn startet nun eine neue X-Men-Trilogie, die nicht nur auf Spurensuche geht, sondern auch stilistisch einen Neuanfang darstellen soll.

Wir befinden uns in den zwei ersten Nachkriegsjahrzehnten. Der Kalte Krieg ist auf seinem Höhepunkt und die Kubakrise in greifbarer Nähe. In diesen Wirren gehen zwei junge Männer unterschiedliche Wege: Erik Lehnsherr befindet sich auf einem blutigen Feldzug, um sich an seinen nationalsozialistischen Peinigern zu rächen, Charles Xavier ist ein geistiges Genie auf einer der amerikanischen Elite-Universitäten.

Erst später sollen sie die Namen Magneto und Dr. X annehmen, denn: Sie sind beide Mutanten mit besonderen Fähigkeiten. Und die werden sie auch schon sehr bald brauchen. Denn ihr Artverwandter Sebastian Shaw möchte die anbahnende Eskalation der beiden Supermächte dazu nutzen, einen Konflikt zu provozieren, um im Chaos eine Herrschaft der Supernatürlichen zu errichten. Entwicklungen, denen sich die nun formenden X-Men entgegenstellen wollen, aus ganz unterschiedlichen Motiven.

Wie auch schon die Filme der Vorgängertrilogie wartet das Werk mit einer starken Besetzung auf: Mit Michael Fassbender ("Inglourious Basterds") und James McAvoy ("The Last King of Scotland") wurde ein überzeugendes Protagonistenpaar gefunden, Kevin Bacon mimt den Bösewicht. Aber auch Schauspielernachwuchs fand seinen Platz im Cast, wie die kürzlich für ihre Performance in "The Winter's Bone" mit dem Oscar nominierte Jennifer Lawrence.

Regisseur Matthew Vaughn führt den Zuschauer durch eine zweistündige Reise, zwischen Abgrundsexpeditionen und Kalter Kriegs-Folklore. In der durch die Qualen eines nationalsozialistischen KZs gegangenen Figur Magnetos wird nicht nur die Frage der Schuld verhandelt, sondern auch welche Schlüsse man aus begangenem Unrecht ziehen muss.

Aber der Film schlägt freilich nicht nur ernste Töne an, gerade in den Figuren der jungen X-Men zeigt sich immer wieder auch die komische und allzu menschliche Seite des Werks, geschmückt mit bunten Motiven der frühen 1960er Jahre. Freunde des Comics werden sich vor allem über zahlreiche Zitate und Anspielungen auf Genreverwandte freuen.

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