World Trade Center

Drama/ , USA 2006
Nicolas Cage wird gerettet

Nicolas Cage wird gerettet

Fünf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat Oliver Stone das Thema in einen typischen Hollywood-Film verpackt. "World Trade Center" erzählt die wahre Geschichte der zwei New Yorker Polizisten John McLoughlin und Will Jimeno (Nicolas Cage und Michael Peno), die wie durch ein Wunder nach 15 Stunden lebend aus den Trümmern der Wolkenkratzer gerettet werden.

Ausgerechnet der Vietnamveteran Stone, der mit Filmen wie "J.F.K." und "Born On the Fourth of July" kritischen Geist bewies, hat ein eindimensionales, vor Patriotismus strotzendes Rührstück gedreht, das auch die Geschichte eines Grubenunglücks hätte erzählen können. Aus dem bis heute unfassbaren Anschlag, der fast 3.000 Menschen in den Tod riss und die Welt veränderte, wird ein Event-Film, der uramerikanische Werte wie Männlichkeit, Familie, die Kraft des Individuums und das Recht auf Rache propagiert.

Stone schafft es, das Leid der bangenden Angehörigen glaubhaft zu zeigen. Maria Bello und Maggie Gyllenhaal überzeugen als Ehefrauen, auch Cage und Peno, die die harten Kerle mit dem weichen Familienvater-Herzen spielen, ist kein Vorwurf zu machen. Etwas ermüdend sind die Durchhaltedialoge der verschütteten, schwer verletzten Polizisten, das schmutzverschmierte Gesicht des schnauzbärtigen Cage in Großaufnahme, dazu erscheint seinem Kollegen auch noch die Vision eines Jesus mit einer Wasserflasche in der Hand.

Dazu erlaubt sich Stone eine fragwürdige politische Botschaft: Eine zentrale Figur ist der Ex-Elitesoldat Carnes (Michael Shannon), der aus der Provinz anreist, um in New York nach Überlebenden zu suchen. Nachdem er noch zum Friseur geht, um sich einen martialischen Haarschnitt verpassen zu lassen, beginnt er seine Mission in den Trümmern und beschließt am Ende, sich wieder zu verpflichten, um sein Land zu rächen. Im Abspann werden dann seine Einsätze im Irak erwähnt. Das passt zum Irrglauben mancher Amerikaner, Saddam Hussein stecke in irgendeiner Form hinter den Anschlägen.

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