Wild Side

Drama/ , F 2004
Über das Leben der Transsexuellen Stéphanie

Über das Leben der Transsexuellen Stéphanie

Stéphanie kehrt an ihren Heimatort zurück, um sich um ihre sterbende Mutter zu kümmern. Vor 15 Jahren war sie in die große Stadt abgehauen - damals noch ein Teenager namens Pierre. Sébastien Lifshitz machte mit "Wild Side" über die transsexuelle Stéphanie und ihre beiden Liebhaber einen Film über eine der wohl merkwürdigsten Außenseiterbanden von Paris.

Die Landschaft und das Geburtshaus bringen starke Emotionen und Erinnerungen an die Kindheit hervor. Nicht nur für Stéphanie, sondern auch für Michail und Jamel, ihre beiden Begleiter und Liebhaber. Stéphanie taucht in die immer mächtigeren Bilder ihrer Kindheit ein und wird abermals mit dem Tod ihrer geliebten Schwester konfrontiert.

Äußerst stimmungsvoll verwebt Lifshitz Momente aus Gegenwart und Rückblenden zum eindrücklichen Porträt einer fragilen Existenz. Dabei wird das schöne, melancholische Gesicht der Hauptdarstellerin zum eigentlichen Gegenstand der Betrachtung, zur inneren Landschaft, zum Mysterium. Kraftvolles Kino, das lange nachwirkt.

"Wild Side" ist so etwas wie ein andersartiger französischer Heimatfilm, in dem Lifshitz, der herausragende Vertreter des New Queer Cinema, mit zärtlicher Schonungslosigkeit Landschaften und Körper erforscht - und wie sich schmerzliche Veränderungen in ihnen eingeschrieben haben. Stéphanies "wilde Seite", das ist auch ein verzweifeltes Aufbegehren gegen jegliche Lähmung, gegen das Sterben letztendlich. Die Transsexuelle Stéphanie wird in natürlicher Melancholie von Stéphanie Michelini gespielt, auf die Baudelaires Gedanke, dass es keine Schönheit geben kann ohne Traurigkeit, tatsächlich zutrifft - eine richtige femme du cinéma.

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