Wiener-Dog

Komödie, USA 2016 Wiener-Dog

Es kann auch nur Todd Solondz einfallen, Kotspuren eines Hunde-Durchfalls in Zeitlupe zu filmen und mit Claire Debussys lieblicher Klavierballade "Clair de Lune" zu untermalen. Einmal mehr entführt der Meister des tiefschwarzen Humors mit "Wiener-Dog" in sein skurriles, polarisierendes Universum trauriger Außenseiter, die im Episodenfilm von einem Dackel verbunden werden.

Wie eigenständige Kurzfilme muten die vier Episoden in Solondz' mittlerweile achtem Spielfilm an. Namhafte Schauspieler wie Julie Delpy, Greta Gerwig, Danny DeVito und Ellen Burstyn verkörpern einsame Menschen in unterschiedlichen Stadien ihres (unglücklichen) Lebens, die jeweils für kurze Zeit Besitzer des titelgebenden Dackels (im Original eben: "Wiener Dog") werden.

Vorerst landet der wurstförmige Hund beim neunjährigen Remi (Keaton Nigel Cooke), der das Tier von seinen Yoga-besessenen, wohlhabenden Eltern (großartig: Tracy Letts und Delpy) als Trost nach einer überstandenen Krebserkrankung bekommt. Fortan muss der Dackel für diverse makabre Lektionen über Unterwürfigkeit und Tod herhalten. Die alles andere als ausgeglichene Mutter Dina packt etwa eine Horrorgeschichte über eine vergewaltige Hündin aus, um die Notwendigkeit einer Kastration zu veranschaulichen. Remis gut gemeinter Versuch, dem Tier ein wenig Freiheit zu schenken, endet für den Hund beim Tierarzt, wo er eingeschläfert werden soll.

Die nächste Besitzerin findet der Dackel in Tierarzt