Wie die Mutter, so die Tochter

Komödie, F 2017

Juliette Binoche fällt als Mutter etwas aus der Rolle

Sie räumt nicht auf, trägt knappe Oberteile und wird ungewollt schwanger. Mado (Juliette Binoche) verhält sich wie ein Teenager, ist aber 47 Jahre alt und Mutter einer erwachsenen Frau. Das ist vor allem für die 30-jährige Tochter ein Problem, die mit ihr unter einem Dach lebt. "Wie die Mutter, so die Tochter" zeigt, was passiert, wenn eine Mutter aus der Rolle fällt.

Darum geht’s in ‚Wie die Mutter, so die Tochter‘:

Juliette Binoche ("Chocolat") verkörpert die Mutter im Jugendwahn. Die lebt bei ihrer erwachsenen, durchorganisierten Tochter und lässt sich von ihr alles bezahlen und hinterhertragen. Schon am Anfang ist dem Zuschauer klar: Das geht nicht lange gut.

Dass es so dick kommt, hätte aber wohl niemand geahnt. Denn nicht nur Tochter Avril - gespielt von Camille Cottin ("Allied: Vertraute Fremde") - wird schwanger, sondern auch Mutter Mado. Und damit nicht genug: Vater von Mados Baby ist ausgerechnet Avrils Vater, von dem Mado schon seit Jahren getrennt ist. Da fällt es schon mal schwer, den Überblick zu behalten.

Die großen und kleinen Katastrophen, die das Szenario mit sich bringt, setzt Regisseurin Noemie Saglio kurzweilig und unterhaltsam in Szene. Auch den ewigen Teenager nimmt man Juliette Binoche (im Film mit blondierten Haaren und Lederjacke) durchaus ab. Allerdings ist die Ausgangssituation - eine erwachsene Frau verhält sich wie ein Teenie und lässt sich von ihrer Tochter aushalten - doch etwas arg konstruiert. Zumal dem Zuschauer nicht wirklich plausibel erklärt wird, wie es so weit kommen konnte.

Eines deutet sich zumindest an: Grund für Mados Verdrehtheit ist deren Trennung von Avrils Vater (gespielt von Lambert Wilson), der sie als Jugendliche mit dem Kind allein ließ. Ob sich die beiden durch die neuerliche ungeplante Schwangerschaft doch wieder annähern?

‚Wie die Mutter, so die Tochter‘ anschauen – Ja oder Nein?

Basierend auf einer Idee aus einer Frauenzeitschrift schuf Regisseurin Noémie Saglio eine überdreht-witzige und mit Verve dargebotene Komödie um eine auf den Kopf gestellte Mutter-Tochter-Beziehung. Geworden ist es eine schrill-witzige Turbulenzen-Komödie. Also ein Ja, weil amüsant!

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