Hallo Schwiegerpapa! In ‚Why Him?' liefern sich James Franco und Bryan Cranston ein Duell

Komödie, USA 2016

WhyHim

Was tun, wenn der neue Freund der Tochter ein lieber, aber völlig durchgeknallter Irrer, gleichzeitig jedoch erfolgreicher Internet-Millionär ist? Ein Albtraum für jede analoge Familie ...

Im Komödienbereich ist es fast ein Sub-Genre, das wir alle schon gefühlte tausend Mal gesehen haben: Propere Tochter aus gutem Haus mit intensiver Papa-Bindung möchte heiraten. Und nicht genug damit, dass sie so dem loslass-unwilligen Vater grundsätzlich das Herz bricht, erweist sich der Schwiegersohn bzw. dessen Familie aus unterschiedlichsten Gründen als subjektiv wenig geeignet für eine Verbindung. Von Rat mal, wer zum Essen kommt über die Vater der Braut-Filme und die ‚Meet The Fockers‘-Reihe bis zu ‚Monsieur Claude und seine Töchter‘ – unerwartete Hochzeiten sind ein schier unerschöpflicher Quell filmischer Komik aller Qualitätsstufen.

Darum geht es in ‚Why Him?':

Die Story ist einfach: Mittelstandspapa Ned (Bryan Cranston) besitzt eine Druckerei, die aber gerade in der Krise ist. Trotzdem lässt er mit Frau Barb (Megan Mullally) und Sohn Scotty (Griffin Gluck) alles liegen und stehen, um zu Töchterchen Stephanie (Zoey Deutch) nach Kalifornien zu fliegen. Beim Videochat zu seinem 55. Geburtstag hat nämlich der bis dato verheimlichte Freund Laird (James Franco) Stephanies Zimmer betreten und sofort die Hosen heruntergelassen. Diesen Typen müssen sie erstens kennenlernen und zweitens der Tochter sofort ausreden, ehe Ärgeres geschieht. Doch vor Ort erweist sich alles als noch viel schlimmer. Laird hat sich zur Begrüßung ein Tattoo von der Familie samt Hund und Weihnachtswünschen auf den Rücken tätowieren lassen, kann keinen Satz ohne obszöne Wörter sagen und wirkt völlig durchgeknallt. Allerdings gibt es einen kleinen Nebenaspekt: Der junge Wilde ohne jede Schamgrenze ist Gameentwickler-Millionär, hat ein Hightech-Haus wie Bill Gates (den er gut kennt), allerdings voller obszöner Kunst; lässt sich von angesagten TV-Köchen füttern, hat einen schrägen Assistenten, der ihn gegen Entführungen trainiert, und zu seinen Festen kommen Leute wie Tesla-Gründer Elon Musk (in einem Cameo tatsächlich dabei). Laird tut alles, um seinen künftigen Schwiegereltern zu gefallen, tappt aber von einem Fettnäpfchen ins nächste. Aber auch Papa Ned, der mehr über diesen Oktopus, wie er ihn nennt, herausfinden will, taumelt von einer Peinlichkeit zur anderen.

Unsere Meinung zu ‚Why Him?':

Witzig Analoge, konservative Welt gegen hippen Start-up-Wahnsinn, gespickt mit ein paar wirklich netten Gags und zumindest wirksamen Klischees, die allerdings trotzdem jugendfrei bleiben (zumindest in der Kinoversion): Das ist ‚Why Him?‘, ein Fest für die Vollblutschauspieler Bryan Cranston und James Franco, die hier alles aus sich rausholen, um die Längen zwischen den Gags durch Präsenz zu überbrücken. Außerdem merkt man am vorhandenen Personal, den Außen-und Massenszenen: Regisseur John Hamburg (‚Meet The Parents‘) hat die Idee von Comedian Jonah Hill trotz „nur“ 38 Mio. Dollar Budget auch visuell toll und aufwendig umgesetzt. Auch wenn kein Film für die Ewigkeit rausgekommen ist: ‚Why Him?‘ lässt einen permanent grinsen, und das ist in Zeiten wie diesen schon einiges wert.

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