Wholetrain

Drama/ , D 2006
Graffiti: Künstler können gefährlich leben

Graffiti: Künstler können gefährlich leben

Die Farbe aus der Sprühdose bestimmt das Leben von David (Mike Adler) und seinen drei Freunden. Als ein komplett besprühter Zugwaggon einer anderen Crew durch die Stadt rollt, entbrennt ein hitziger Kampf um Ehre und Anerkennung. Der kreative Wettstreit am Großstadtbeton, rund 30 Jahre nachdem Graffiti als Teil der HipHop Kultur in New York entstand, treibt die vier jugendliche Sprüher an.

Florian Gaags preisgekröntes Spielfilmdebüt, mit weitgehend jungen Debütanten besetzt, fängt den rauen Alltag einer Graffiti-Crew zwischen Straßenunterführungen und S-Bahn Gleisen ein. Die von Gaag produzierten HipHop Beats und seine unruhigen und wackeligen Bilder erzählen kraftvoll und pulsierend von ständiger Anspannung. Dabei entfalten sich die Hauptdarsteller in authentischen Dialogen zu enormer Präsenz. Für die visuelle Vorherrschaft auf den Zügen der Stadt vernachlässigen die Protagonisten Familie, Schule und Arbeit und müssen es immer wieder mit den Sonderfahndern der Polizei aufnehmen.

Der impulsiv-aufbrausende Tino (Florian Renner) agiert als junger Vater mit der Kompromisslosigkeit eines starrsinnigen Sprayers. Vom Windelwechseln überfordert, stellt er sich vehement in den Dienst des Sprühens. Dagegen spielt Achim (Jacob Matschenz) seinen ahnungslosen Eltern halbherzig und routiniert ein Ständchen am Klavier vor, ehe er sich in die Nacht davonschleicht.

Vandalismus oder Anti-Establishment-Kunst - das geradlinig erzählte Jugenddrama greift die Klischees auf, die in der Diskussion um Graffiti kursieren. Gaag, der in den achtziger Jahren selbst zur Münchner Sprayer-Szene gehörte, zollt der Graffiti-Kultur seine Anerkennung. Bekannte internationale Sprayer wie Won oder Neon gestalteten für die Dreharbeiten die Züge in und um Warschau, nachdem jahrelange Verhandlungen in Deutschland und anderen europäischen Städten scheiterten.

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