Where I belong

Drama/Romanze, A/GB 2012
Rosemarie geht ihren Weg

Rosemarie geht ihren Weg

Alt Tochter eines vor den Nazis nach England geflohenen Österreichers muss eine junge Frau lernen, ihren eigenen Weg zu gehen. Fritz Urschitz hat mit "Where I belong" ein bemerkenswertes Spielfilm-Debüt geliefert.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Friedrich Kohschitz (Matthias Habich) ein angesehener und wohlhabender Wiener Bürger - doch dann kam der "Anschluss". Die Nazis den Besitz des jüdischen Mannes und seiner Familie, Kohschitz konnte samt Frau und kleiner Tochter noch rechtzeitig nach England ausreisen - wo sie jedoch nicht freundlich aufgenommen wurden, sondern als "feindliche Immigranten" bis Kriegsende in ein Internierungslager kamen.

Ende der 1950er Jahre lebt Kohschitz, mittlerweile verwitwet, mit seiner Tochter Rosemarie (Natalie Press) in armen Verhältnissen. Immer noch kämpft er für die Restitution seines Besitzes. Rosemarie verdient für sie beide den Lebensunterhalt, und man lässt sie immer noch spüren, dass sie Ausländerin ist.

Dann steht eines Tages Anton (Johannes Krisch) vor der Türe, ein Bekannter ihres Vater aus Österreich. Auch er ist nach Großbritannien emigriert und such Anschluss an seine alte Heimat. Anton und Friedrich nehmen ihre Freundschaft wieder auf. Und Rosemarie und Anton beginnen eine heimliche Affäre. Der Vater darf nichts davon erfahren, denn er würde eine außereheliche Beziehung nie tolerieren. Doch Rosemarie wird schwanger und erfährt, dass Anton verheiratet ist. Und so beschließt sie, trotz aller Widrigkeiten endlich einen eigenen Platz in der Welt zu finden, anstatt für andere zu leben.

Das souverän (zweisprachige) Zusammenspiel der drei Hauptdarsteller verleiht Urschitz' Debüt, das von Verbitterung, Entwurzelung und Identität handelt, dramatische Tiefe. Der in London lebende Regisseur erinnert an eine Zeit, als Österreich ein Land war, dass vor allem Juden in die Emigration zwang.

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