Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Drama, USA 2017

Sam durchlebt ihren Todestag immer wieder

Filmemacherin Ry Russo-Young (‚Nobody Walks‘) inszeniert in ‚Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie‘ den Bestsellerroman der Autorin Lauren Oliver aus dem Jahr 2010. Der Jugendfilm setzt sich auf eine erfrischend ungewöhnliche Weise mit Mobbing und seinen Auswirkungen auseinander.

Mittlerweile ist es eine Art Subgenre von Fantasy oder Science-Fiction geworden: Jemand steckt in einer Zeitschleife fest und muss denselben Tag immer und immer wieder erleben, bis er/sie entweder ein besserer Mensch geworden ist oder eine Aufgabe erfüllt hat, die noch offen ist. Berühmte Beispiele dafür sind die Komödie ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ oder zuletzt der Tom-Cruise-Kracher ‚Edge of Tomorrow‘, in dem Cruise so lange stirbt und am selben Punkt wieder aufwacht, bis er es schafft, die Welt vor Alien-Invasoren zu retten.

Darum geht’s in ‚Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie'

Nicht um die ganze große Welt, sondern um ihre eigene kleine und das Leben, das sie darin hätte führen können, dreht es sich bei Teenie Samantha (Zoey Deutch), Hauptfigur im Film mit dem wahrscheinlich längsten deutschen Verleihtitel der laufenden Kinosaison: ‚Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie‘.

Samantha hat das scheinbar perfekte Leben eines US-Mädchens. Sie ist beliebt bei ihren Freundinnen, in der Schule bei der tonangebenden Clique ganz vorne mit dabei, hat die richtigen Textilien im Schrank und steht kurz vor dem geplanten Verlust ihrer Unschuld an ihren Freund, der ebenfalls ein Alpha-Tierchen ist. Doch nach einer wilden Partynacht erweist sich die Heimfahrt als schicksalhaft – um Punkt 0.39 Uhr überschlägt sich das Auto mit seinen vier angetrunkenen Passagierinnen, Samantha ist tot.

Trotzdem erwacht sie am nächsten Tag bzw. am Morgen ihres Todestages erneut. Immer wieder erlebt sie diesen Tag, bis sie begreift, dass in ihrem scheinbar perfekten Leben an diesem letzten Tag ein paar Weichen völlig anders gestellt werden müssen, damit sie in Frieden von dieser Erde gehen kann: weniger mobben, weniger auf andere, die einen vielleicht heimlich lieben, hochnäsig runtersehen, vielleicht einmal versuchen, die eigene Mutter doch ein wenig besser zu verstehen ...

Unsere Meinung zu ‚Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie‘:

Natürlich ist ‚Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie‘ über weite Strecken vorhersehbar bzw. werden einige Teeniedramen-Klischees ordentlich bedient. Trotzdem schafft es Regisseurin Ry Russo-Young, dem Jugenddrama eine sehr humanistische, manchmal philosophische Note zu geben; Zoey Deutch spielt grandios.

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