Wendy and Lucy

Drama, USA 2008
Michelle Williams in überzeugender Darbietung

Michelle Williams in überzeugender Darbietung

US-Independent-Filmerin Kelly Reichardt zeigt in "Wendy and Lucy" das Schicksal der jungen Amerikanerin Wendy, beeindruckend gespielt von Michelle Williams, die nach Alaska aufbricht, um ihr Glück zu finden. Am Weg muss sie mit ihrem Hund Lucy aber immer wieder Rückschläge einstecken, die Reise zeigt ein Amerika der Armut, der Arbeitslosigkeit und des täglichen Überlebenskampfes.

Der Film lief bereits im Vorjahr auf der Viennale, der Kinostart fiel mitten in die beginnende Finanzkrise: "Wir wussten, dass der Film aktuell ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass er so aktuell sein würde", sagte die sympathische Filmemacherin damals in einem Interview mit der APA. Und fügt hinzu: "Aber wer will jetzt schon einen Film sehen, den er vielleicht gerade lebt?" Doch der Realismus der Darstellung ist durchaus bewusst gewählt: "Es gibt so viele Teile von Amerika, die so aussehen wie diese Kleinstadt in Oregon in unserem Film", so Reichardt. "Die Schere zwischen Arm und Reich ist in den Bush-Jahren so weit auseinandergegangen."

Der Film ist vor allem etwas für Liebhaber von gemächlich dahin fließenden Geschichten ohne stringente Handlung. Eine Seelenerforschung in den Weiten Amerikas, ein Roadmovie für Melancholiker ist der Streifen geworden. Und ein Showcase für Michelle Williams, deren Figur trotz aller Misslichkeiten immer einen Funken Hoffnung bewahrt - wenn auch weit entfernt vom "American Dream". Weit davon entfernt waren übrigens auch die Produktionsbedingungen für den kleinen, nur 300.000 Dollar teuren Film, produziert von Todd Haynes (I'm Not There). Wie in Reichardts letztem Streifen "Old Joy" ist auch Alternative-Musik-Guru Will Oldham wieder Teil des Casts.

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