Welcome

Drama, F 2009
Der Schwimmlehrer wird zur Vaterfigur für Bila

Der Schwimmlehrer wird zur Vaterfigur für Bila

Schwimmen, nicht um am Podest eines Wettkampfes ganz oben zu stehen, sondern um in ein besseres Leben zu schwimmen. Philippe Lioret erzählt in "Welcome" die Geschichte eines Schwimmlehrers, der einem jungen Iraker das Schwimmen beibringt, damit dieser den Ärmelkanal durchqueren kann und dabei selbst in Schwierigkeiten mit der Polizei gerät.

Aus dem Jahr 1945 gibt es in Frankreich tatsächlich ein Gesetz, das Flüchtlingshelfern empfindliche Strafen androht. Schauplatz Calais: Die französische Stadt liegt nur an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals. Von dort sind es nur noch 32 Kilometer bis zur englischen Küste. Deshalb liegt hier, 4,5 Kilometer vor den Toren der Stadt bei der Ortschaft Coquelles, die Einfahrt zum Eurotunnel. Und deshalb ist die Stadt seit Jahren die zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge aus aller Welt, die um jeden Preis nach Großbritannien wollen. Tausende versuchen hier auf eine der Fähren zu gelangen, die über den Kanal setzen, oder in einen der Lkw, die auf dem Zug den Tunnel durchqueren. Auf dem Weg zu ihrem Glück nehmen die Flüchtlinge einiges auf sich. Genau das zeigt Regisseur Philippe Lioret schonungslos. Die strengen Grenzkontrollen versuchen sie auf unglaubliche Art und Weise zu überwinden. Mit Hilfe moderner Technik - wie den Kohlendioxid-Sonden, die Flüchtlinge über ihre Atemluft aufspüren sollen - haben sie nur den Mut der Verzweiflung entgegenzusetzen.

So wie eben der 17-jährige Bila (Firad Ayverdi) aus dem Irak. Er hat sein Land verlassen, um seiner Freundin nach Großbritannien nachzufolgen. In Calais gestrandet, findet er Unterstützung bei einem Schwimmlehrer (Vincent London). Nach anfänglicher Vorsicht entwickelt sich eine große Vertrauensbasis zwischen den beiden und der Schwimmlehrer, der immer mehr zu Bilas Vaterfigur wird, will alles tun, um seinen Schützling für die Überquerung fit zu machen. Monatelang recherchierte Lioret in der französischen Hafenstadt Calais, Details, die man auch in der Umsetzung des Films bemerkt. Regisseur Philippe Lioret übt einerseits Kritik an der unmenschlichen französischen Einwanderungspolitik, andererseits wird die Geschichte einer Freundschaft zweier Männer erzählt. "Welcome" hat in Frankreich eine Polemik um die Flüchtlingsdebatte ausgelöst. Ein Thema, das durchaus universell zu sehen ist.

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