We feed the world

Dokumentation/ , A 2005

In TV und Kino finden: Erwin Wagenhofer

Woher kommt das, was wir essen?

Woher kommt das, was wir essen?

Jeden Tag wird in Wien gleich viel unverkauftes Brot weggeworfen, wie die zweitgrößte Stadt Österreichs, Graz, verbraucht. Mit seiner Doku "We feed the world" hat sich der Österreicher Erwin Wagenhofer auf Spurensuche gemacht: Woher kommen unsere Lebensmittel? Was bezahlen wir dafür - und wer zahlt drauf?

"We feed the world" ist ein Film über eine Selbstverständlichkeit einerseits und einen ungemeinen Luxus andererseits: Nahrung. Wagenhofer zeigt mit seinen Recherchen, die ihn in die Schweiz, nach Spanien, Frankreich, Brasilien und wieder zurück nach Österreich brachten, auf, dass die Globalisierung auch und gerade in der Nahrungsmittelindustrie schon längst die Mechanismen des Marktes vorgibt. Beispiel: Unser beliebtes Gemüse aus Spanien, frisch und knackig zu jeder Jahreszeit in den Regalen der Supermärkte ums Eck. "Jeder Europäer isst pro Jahr zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Südspanien", weiß Wagenhofer zu berichten, macht aber auch darauf aufmerksam, zu welchem Preis wir unsere Tomaten bekommen: "In der Produktionsregion werden deswegen die Wasserreserven immer knapper. Wir essen den Menschen dort gleichsam das Wasser weg."

Wagenhofer zeigt in seinem Film ganz ohne spekulative, polemische Mittel, sondern allein mit Kamera, Original-Ton und Fakten-Inserts, wie die moderne Nahrungsmittelindustrie auf der einen Seite Überfluss und auf der anderen Seite Mangel schafft. Das Packende an dem Film entsteht gerade durch dieses Stilmittel: Auf der einen Seite prangert Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, die Methoden der Weltkonzerne an ("Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Problem zwölf Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet!") - auf der anderen Seite denkt Peter Brabeck, Konzernchef von Nestle International, laut über die Privatisierung von Wasser nach und stellt damit das allgemeine Recht auf dieses Nahrungsmittel, ohne das es kein Leben geben kann, in Frage.

Mit seinem Film, der im Dezember auch beim International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) zu sehen sein wird, will Wagenhofer einerseits aufklären, "wie unsere Welt funktioniert"; gleichzeitig - und das soll auch mit dem Filmtitel "WE feed the world" deutlich werden, appelliert er dafür, selbst aktiv zu werden.

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