Wasser für die Elefanten

Drama, USA 2011
Liebesdreieck mit Starbesetzung

Liebesdreieck mit Starbesetzung

Einen amerikanischen Wanderzirkus zur Zeit der Großen Depression hat sich Österreichs aktueller Lieblings-Export und Oscarpreisträger Christoph Waltz als nächsten Schritt in Hollywood ausgesucht. Den Zirkus leitet er als manisch-cholerischer Direktor mit starker Hand und Wiener Charme in "Wasser für die Elefanten", der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sara Gruen.

Als Jacob Jankowski (Robert Pattinson) kurz vor seinem Uni-Abschluss als Veterinärmediziner steht, kommen seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben. Mit Schulden statt Erbe belastet und ohne Lebensplan springt er orientierungslos auf einen Zug gen neue Zukunft auf - und landet unsanft in den Waggons der "Benzini Bros. Most Spectacular Show on Earth". Vom Zirkusdirektor August (Christoph Waltz) anfangs als Wasserträger für die nicht existenten Elefanten verhöhnt und beinahe aus dem Zug geworfen, offenbart sich Jacob als Beinahe-Tierarzt plötzlich als Glücksgriff für den finanziell angeschlagenen Zirkusbetrieb.

Gemeinsam mit Marlena (Reese Witherspoon), die August einst von der Straße aufgelesen und sowohl zum Star des Zirkus als auch zu seiner Ehefrau gemacht hat, nimmt der charismatische Zirkusleiter und Tierdompteur den Jungspund auf. Doch der Ankauf der Elefantendame Rosie, die den Zirkus zu dem berühmtesten seiner Art erheben soll, offenbart die dunklen Seiten des eloquenten Charmeurs. Und während August seine Wut in unkontrollierbaren, cholerischen Anfällen an dem Elefanten auslässt, kommen sich Marlena und Jacob durch die Zuneigung zum gequälten Tier näher.

Nicht schrill, bunt und laut, sondern in zarten Pastellfarben hat Francis Lawrence den Wanderzirkus der "Benzini Bros." aus Sara Gruens Roman wiedererweckt. Doch die Stimmung der Gegensätzlichkeit zwischen dem bunten Spektakel für das Publikum im Zirkuszelt und der Gnadenlosigkeit gegenüber den Tieren sowie den unmenschlichen Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen will im Film nicht so ganz rüberkommen - zu sanft, zu wenig schmutzig setzt Lawrence die Geschichte in Szene. Durch den Fokus auf das Liebesdreieck geht auch die Atmosphäre Anfang der 30er Jahre - die Verzweiflung, Armut und Aussichtslosigkeit, die die Arbeiter in die Abhängigkeit des umsatzfixierten Zirkusdirektors treibt - verloren.

Neben "Twilight"-Schönling Robert Pattinson und der Hollywood erprobten Reese Witherspoon ist es Christoph Waltz, der das allzu vorhersehbare Liebesdreieck von Francis Lawrence samt Zirkuszauber und Zeitreise durchaus unterhaltsam gestaltet.

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